02 KRIEG UND FRIEDEN: PHÄNOMENOLOGISCHES

02.3 Erscheinungsformen von Krieg: Kein Krieg ist wie der andere

Daß Kriege Katastrophen sind, hat nicht ausgeschlossen, daß kriegerische Ereignisse eine Konstante geschichtlicher Entwicklung darstellen. Und selbstverständlich ist, genau betrachtet, ”Krieg nicht gleich Krieg”(1) .
Die vielfältigen Erscheinungsformen des Krieges und der Gewalt bis in die Gegenwart können auf zwei Weisen anschaulich gemacht werden: entweder durch Berichte, Geschichten, durch ‘Nahbeschreibung’ einer je besonderen Schrecklichkeit; oder durch Klassifizierungen und Typisierungen, durch Versuche zur Distanz.(2)
J. Galtung schreibt zu Recht, daß Krieg ”als ein Mittel, wirtschaftliche und politische Ziele zu erreichen, d.h. zu rauben und zu beherrschen,...ein Phänomen neueren Datums (ist), das eng verknüpft ist mit dem, was für gewöhnlich ‘Zivilisation’ genannt wird.”(3) Diese Instrumentalität moderner Kriege erlaubt Typisierungen, die nicht nur von irgendwelchen distanzierten Beobachtern stammen, sondern auch von den ‘Kriegsinteressenten’ selbst, die sich über ihr ‘Instrumentarium’ klar werden wollen, angeregt sind.
So spielen bei Klassifizierungsversuchen oft Militärtechnologien und ihre Anwendungshorizonte eine Rolle: Seekrieg, Stellungskrieg, U-Boot-Krieg, Luftkrieg; heute vor allem: ‘konventioneller Krieg’ vs. ‘Nuklearkrieg’.
Wenn Kriege ihren Ursprung in bestimmten ökonomischen und politischen Interessenkonstellationen haben, werden zu ihrer Typisierung sinnvollerweise die entsprechenden Konfliktkonstellationen herangezogen. Galtung geht von einer Aufteilung der Welt in ‘Zentrumsländer’ (mächtige entwickelte Industrieländer) und ‘Peripherieländer’ aus und erhält so folgende Systematik:

Selbstverständlich können auch Größe (‘Macro War’, ‘Meso War’, ‘Micro War’) und Dauer (‘Blitzkrieg’) zur Typisierung herangezogen werden.
Wirklich wichtig und auch lehrreicher sind aber genaue historische Beschreibungen und auch Analysen konkreter Kriege mit ihren Ursachen, Verläufen und Folgen. Es gibt hier eine lange Tradition der Geschichtsschreibung - die oft ja fast nur aus Derartigem bestand und mit schöner Genauigkeit den Mächtigen ‘Schlußfolgerungen’ für die Optimierung des nächsten Feldzugs lieferte.
Das Interesse der Friedensforschung für Kriegs- und Militärgeschichtsschreibung ist aus verständlichen Berührungsängsten unterentwickelt; es müßten ja auch, bis in die Methoden hinein, ganz andere Akzente als üblicherweise gesetzt werden.
Achten wir also mit einem der bedeutendsten Militärhistoriker des 19. Jahrhunderts, Friedrich Engels, der auch schon ‘Friedensforscher’ war, auf: ”innen- und außenpolitische Handlungszusammenhänge der verschiedenen Klassenkräfte, ihre jeweilige Organisation in politischen und militärischen Fraktionen und Bündnissen; Militärtechnik, Kriegführung und soziale Heeresverfassung; jeweilige Kriegsführungsideologie sowie die Charakterisierung der Lebenslage und Lebensweise der verschiedenen Klassen und Schichten”; - nur so können Kriegsursachen und Kriegsanlaß offengelegt und damit die Tiefenschichten des ‘Phänomens’ ausgelotet werden.(4)
In unserem Jahrhundert ist zudem endgültig eine Wandlung des Charakters großer Kriege eingetreten, die, wegen der absurden Richtung, die sie genommen hat, auch ein Ende derartiger Kriege signalisiert. Sie hat etwas mit der Entwicklung zu hochindustrialisierten demokratischen Massengesellschaften zu tun: ”Seit dem Aufkommen des industriellen Kapitals haben die demokratischen Elemente und hat die Demokratie selbst große Fortschritte gemacht. Aber nicht vermehrter Friede wuchs daraus, sondern nur eine Veränderung des Krieges, die ihn noch greuelvoller gestaltete als die Kriege der Feudalzeit oder des Absolutismus. An Stelle ritterlicher Fehden und dynastischer Streitigkeiten, mit kleinen Heeren ausgefochten, denen das ‘Zivil’ fernblieb, sind ungeheure Armeen der gesamten wehrhaften Bevölkerung getreten, die Waffentechnik hat eine vernichtende Kraft erlangt, die alle Scheußlichkeiten früherer Mordbrennerei weit überbietet, und nicht bloß die bewaffneten Armeen kämpfen, sondern Volk gegen Volk. Die gesamte Bevölkerung wird in die Schrecken des Krieges hineingerissen.”(5)
Wer in die ‘Phänomenologie der Kriege’ unseres Jahrhunderts eintauchen will: alle diese Kriege, und zwei ganz unterschiedliche Kriege (der Zweite Weltkrieg und der Vietnamkrieg) ganz besonders, sind durch historische Analysen und Darstellungen bis in die letzten Winkel, von allen Interessenseiten und, was nicht zu unterschätzen ist, auch in den öffentlichen Medien, ausgeleuchtet worden.

Dabei sind praktisch für alle Intellektuellen, welche die erste Hälfte dieses Jahrhunderts reflektiert und unser Denken geprägt haben, ‘Urszenen’ wie jene entscheidend geworden, die der bedeutende Soziologe Norbert Elias, als er 1915 als junger Soldat aus Breslau an die Westfront transportiert wird, so beschreibt: ”Als ich so mit meinen Kameraden auf dem Wagen durch die Nacht fuhr, auf die unablässigen Lichtblitze und das Trommelfeuer zu, spielte neben mir einer Mundharmonika. Dann kamen wir hinter die Front, und dort lagen Massen von toten Pferden. Und tote Menschen. Diese ganze Szene also, die Leichen, das Trommelfeuer, die Lichtblitze, der Klang der Mundharmonika zu den langsamen, wehmütigen Melodien und der sentimentale Gesang der Männer - diese Szene steht mir sehr lebhaft im Gedächtnis.”(6) Und wir wissen von Elias: ”Im Zentrum (seines Werks, HJK) steht das Problem der körperlichen Gewalt, die erst in einem Jahrhunderte währenden Prozeß menschlicher Zivilisierung zurückgedrängt werden konnte - und die immer hervorzubrechen droht. An diesem Kardinalproblem entscheidet sich für Elias, wie Menschen in einer Gesellschaft zusammenleben können.”(7)

Welche zerstörerische Schneise der erste Weltkrieg in der bildenden Kunst hinterließ, zeigt folgende Zusammenstellung: August Macke kam schon im September 1914 ums Leben. Franz Marc ‘fiel’ im März 1916. Ludwig Kirchner brach 1915 psychisch und körperlich zusammen und wurde entlassen. Wilhelm Lehmbruck ging nach einer Sanitäterzeit 1916 in die Schweiz. George Grosz wurde im Mai 1915 nach sechs Monaten Kriegsdienst als ‘dienstunbrauchbar’ entlassen; auf die erneute Einberufung im Januar 1917 reagierte er mit einem Nervenzusammenbruch, dem vier Monate später nach einem Aufenthalt in der Nervenheilanstalt Görden bei Brandenburg die endgültige Entlassung folgte. Ernst Barlach verlor seine Kriegsbegeisterung nach zwei Monaten im Lager Sonderburg und erreichte schließlich die Freistellung vom Militärdienst. Max Slevogt, der im Oktober 1914 als Kriegsmaler freiwillig an die Front gegangen war, verließ diese wieder einen Monat später, angewidert und entsetzt über das Gesehene. Oskar Kokoschka wurde 1916 nach einer schweren Verwundung aufgrund seines auch psychisch stark angegriffenen Zustandes vom Militärdienst befreit. Max Beckmann erlitt nach einer freiwilligen Tätigkeit als Sanitätssoldat in den Jahren 1914 und 1915 einen Nervenzusammenbruch, wurde 1915 beurlaubt und 1917 entlassen.(8)

Wie widersprüchlich, zwischen Vergessen (oder Vergeßlichkeit) und Erinnerung schwankend, die Kriegserfahrung verarbeitet wurde, ironisiert mit aller Schärfe 1924 Kurt Tucholsky: ”Aber jetzt sind wir wieder alle friedlich, sagen uns freundlich guten Tag, unsere Minister besuchen sich; sie zeigen mir den Weg, ich drücke ihnen die Hand, grüße und unterhalte mich, werde ins Theater begleitet und führe nette Unterhaltungen über alles mögliche. Nur über diese eine Sache nicht. Nur über diese einzige Lebenserfahrung sprechen die Menschen fast gar nicht, ungern, zögernd: Ob sie sich morgen wieder die Messer in die Köpfe jagen, morgen wieder Granaten (mit Aufschlagzünder) in die Wohnstuben schießen, Herrn Haber konsultieren, damit er ein neues Gas erfinde, eines, das die Leute, wenn irgend möglich, Professor, total erblinden läßt...Und darüber, daß sich morgen alle: Omnibusschaffner, Métrokontrolleure, Universitätslehrer und Milchhändler, in eine tobende und heulende Masse verwandeln, die nur den einen Wunsch hat, aus den Berufsgenossen der anderen Seite einen stinkenden Brei zu machen, der in den Sandtrichtern verfault...”(9)

Die Verarbeitung der Kriegsschrecken, die geradezu verzweifelte Suche nach ‘Alternativen’ zur kriegerischen Konfliktaustragung, führte darüber hinaus immer wieder zu Versuchen, auch die tieferen Schichten von Kultur und zivilisatorischem Bewußtsein anzusprechen. So wies Sigmund Freud im September 1932 in einem Brief an Albert Einstein darauf hin, daß in der Auflehnung gegen den Krieg die ”psychischen Einstellungen, die uns der Kulturprozeß aufnötigt” und denen der Krieg ”in der grellsten Weise” widerspreche, zu berücksichtigen seien: ”Und zwar scheint es, daß die ästhetischen Erniedrigungen des Krieges nicht viel weniger Anteil an unserer Auflehnung haben als seine Grausamkeiten.”

Und in der Tat: die ‘ästhetische Erniedrigung’, die ‘Entzivilisierung’ der Menschen im Krieg gehört zu den nachhaltigsten Erfahrungen, auf denen ein ‘zivilisierter’ Widerstand, der die Alternative zum Krieg ja schon in sich trägt, aufbauen kann.

Der Zweite Weltkrieg als Erfahrung und als Quelle für Kriegsvorstellungen und ein Wissen um die Dimensionen unaussprechlicher Gewalt und Grausamkeit füllt Bibliotheken, Archive, lebt in Erinnerungen und Berichten, ist tausendfach in Audiovisuelles umgesetzt. Es lohnt, im Nachdenken über Krieg und Frieden die jeweils individuell verfügbaren Zugänge zum vorhandenen Vorstellungs- und Wissensschatz zu aktivieren: durch Befragen, durch Stöbern, durch bewußte Lenkung der Aufmerksamkeit.

Die ‘neue Qualität’ des gerade vergangenen und aller künftigen Kriege beschrieb Jean Paul Sartre schon 1946 so: ”Früher riskierte man sein Leben gegen das der anderen, man sah den toten Feind von nahem, man konnte seine Wunden berühren: heute wird man ohne Risiko aus größerer Entfernung schießen, man wird für nichts sterben. In Washington, in Texas bereiten Techniker die Leichenberge von Baku, von Leningrad vor, ohne sie zu sehen. Ja ohne sie sich vorzustellen. Keine Helden, keine Märtyrer: eine Katastrophe bricht über gehetzte Tiere herein.”(11)

Der Vietnamkrieg wurde durch die besondere Berichterstattungspraxis des amerikanischen Journalismus, eigentlich durch dessen gute Tradition der ‘Objektivität’, zu einem ‘Medienereignis’, zu einem Fenster, durch welches erstmals in der Geschichte über die unmittelbar Beteiligten hinaus ein vollständiges Bild über die Grausamkeit ‘moderner Kriegstechniken’ vermittelt wurde. Vor allem die sichtbar gemachte Tatsache, daß ‘moderne’ Kriege vornehmlich gegen die Zivilbevölkerung des Gegners geführt werden, schockierte die amerikanische und die Welt-Öffentlichkeit.

Welchen Einfluß die Fernsehbilder auf die Wahrnehmung nehmen können, zeigt das Beispiel der Journalistin Marina Warner: ”Gewöhnt an die Vietnamkrieg-Spots kam Marina Warner vom ‘Spectator’ nach Vietnam, und ihr Entsetzen war, daß sie ohne Entsetzen war. Die Fernsehbilder hatten sie ausgelaugt, ihre Erlebnisfähigkeit getötet. In Saigon lief ihr eine schreiende Frau mit ihrem Kind entgegen, dem die Haut in Fetzen hing, ‘und ich sagte zu mir selbst: Mein Gott, das habe ich schon alles im Fernsehen gesehen. Ich war nicht so schockiert, wie ich es erwartet hatte.’”(12) Annegret Jürgens-Kirchhoff kommentiert: ”Der an Bilder aus zweiter Hand gewöhnte Blick ist in Gefahr, auch in größter Nähe zur Realität noch einer von ‘von außen’ zu bleiben. Die Bilder vom Vietnam-Krieg, vor allem die Fotografien, haben die Wahrnehmung allerdings nicht nur abgestumpft, sondern auch mobilisiert. Der Protest gegen den Vietnam-Krieg reagierte auch auf die Bilder in Zeitschriften und Illustrierten, die in den Wohnzimmern lagen ‘wie ein Blutfleck auf dem Teppich’.”(13)

Eine der ersten und wichtigsten Dokumentationen über den Vietnamkrieg wurde schon 1967 auf einem von Bertrand Russell und Jean Paul Sartre einberufenen ‘Vietnam-Tribunal’ zusammengetragen. Aus dem ‘Urteil’: ”Das Tribunal hat die Überzeugung gewonnen, daß die Bombardierungen ziviler Ziele aus der Luft, von der See und zu Land einen massiven, systematischen und vorsätzlichen Charakter haben. Der massive Charakter dieser Bombardierungen wird durch die unzähligen Informationen aus amerikanischen Quellen über das Gesamtgewicht der abgeworfenen Bomben und die Vielzahl der Lufteinsätze bestätigt...”(14)

Man kann feststellen, daß über solche und ähnliche ‘Auswertungen’ in den Medien die Weltöffentlichkeit einen Begriff von Krieg und Vorstellungen von Kriegen bekommen hat. Diese Vorstellungen wirken nach und beeinflussen die Einstellung zur Kriegsgefahr, wobei wir es mit komplizierten Bewußtseinsprozessen zu tun haben: einerseits wächst die intellektuelle Bereitschaft zur Kriegsvermeidung, andererseits werden durch die vielen brutalen Bild- und Tondokumente Tiefenschichten des Bewußtseins mit Konsequenzen angesprochen, die noch keineswegs klar sind.

Dann war da aber noch der Kalte Krieg. Ob es ihn je wirklich gegeben hat oder ob er nur ein politisches Bild in den Köpfen von Strategen und Journalisten war, ist unerheblich: Handeln und Verhalten gegenüber ‘dem Kommunismus’ sind jahrzehntelang von dieser Idee bestimmt worden - und heute gibt es sogar viele, welche die Ereignisse und Veränderungen in der ‘sozialistischen Welt’ als das siegreiche Ende des Kalten Krieges betrachten.

Was war das für eine Theorie, die Theorie des Kalten Krieges? ”...die kommunistischen Länder, angeführt von der Sowjetunion, streben nach der Weltherrschaft, ein Umstand, der den Westen zum Schutz von Demokratie, Freiheit und Frieden vor dem kommunistischen Totalitarismus in eine Verteidigungsposition zwingt. Man geht davon aus, daß die kommunistische Offensive nicht darauf abziele, ihre erklärten Gegner in einem großen Krieg zu besiegen. Die Kommunisten praktizieren viel eher das, was man einen verschleppten Konflikt oder eine indirekte Strategie nennen könne, bestehend aus Kämpfen um spezielle politische Ziele in allen Bereichen sozialer Aktivität, Ziele, die niemals im einzelnen entscheidend seien, deren Realisierung in der Summe jedoch langfristig den totalen Sieg bedeute” usw.(15)

Das Problematische an dieser antikommunistischen Vision war, daß nicht wenige in der Sowjetunion und anderen realsozialistischen Ländern diesem verballhornten Bild von revolutionärer Veränderung durch soziale Konflikte selbst aufgesessen sind und im Größenwahn tatsächlich ‘von Moskau aus steuern’ wollten. So hat dieser imaginäre Krieg sehr reale Opfer gekostet und Fehlentwicklungen befördert, an denen die Welt noch lange wird leiden müssen.

Die moderne Diskussion über Krieg und Frieden ist außerdem, auch das ein historisches Novum, zutiefst von Weltkriegsprognosen, von Szenarien eines Dritten, atomaren Weltkriegs, die aufgrund moderner wissenschaftlicher Prognosetechniken nichts an ‘Realitätsnähe’ zu wünschen übrig lassen, beeinflußt worden:

”Lassen Sie mich rasch rekapitulieren. Ein unbegrenzter Atomkrieg würde, soweit wir erkennen können, auf der nördlichen Hemisphäre bestenfalls einige wenige, weit verstreute Überlebende zurücklassen. Sie wären extremer Kälte, Hunger, Wassermangel, dichtem Smog und vielen anderen Umweltbelastungen ausgesetzt - und dies in Zwielicht oder Dunkelheit ohne die Unterstützung funktionierender Sozialstrukturen. - Die Ökosysteme, von denen sie extrem abhängig wären, wären überaus belastet und in kaum vorhersagbarer Weise verändert. Ihre Funktionen wären schwer beeinträchtigt. Die Ökologen wissen noch nicht genug über diese komplizierten Systeme, um genau vorhersagen zu können, in welchem Zustand sie sich nach ihrer ‘Erholung’ befinden würden. Ob die Biosphäre jemals wieder Ähnlichkeit mit ihrer heutigen Verfassung haben würde, ist höchst fraglich.” Ehrlich fährt fort: ”Die menschliche Gesellschaft auf der nördlichen Hemisphäre würde ein solches Ereignis mit größter Wahrscheinlichkeit nicht überstehen. Das Geschehen in den Tropen der südlichen Hemisphäre würde weitgehend davon abhängen, ob sich die atmosphärischen Auswirkungen von Norden nach Süden verlagern würden. Aber auch wenn die atmosphärischen Effekte sich nicht ausbreiten würden, würden die Menschen auf der südlichen Hemisphäre mit Sicherheit von Kriegsfolgen sehr, sehr schwer in Mitleidenschaft gezogen - einfach dadurch, daß sie von der nördlichen Hemisphäre abgetrennt wären. - Und - ich wiederhole es noch einmal - wenn sich die atmosphärischen Effekte über den ganzen Planeten ausbreiten würden, so könnten wir nicht sicher sein, daß der Homo sapiens überleben würde.”(16)

(1) Krippendorf 1973, 27
(2) Vgl. Böhme et al 1983, 526-528; Lider 1988
(3) in: Calliess/Lob 1987, 333
(4) H.Steiner, Krieg, Frieden und internationale Beziehungen als Vergesellschaftungsproblem bei Karl Marx und Friedrich Engels, in: Joas/Steiner 1989, 102
(5) K.Kautsky, Krieg und Demokratie, Berlin 1932, 79
(6) 'Norbert Elias über sich selbst'. Ein biographisches Interview von A.J.Heerma van Voss und A.van Stolk, Frankfurt 1990
(7) Gustav Seibt, in Frankfurter Allgemeine Zeitung Nr.70 v. 23.3.1990
(8) Jürgens-Kirchhoff 1990, 70
(9) K.Tucholsky, Bd.3, 438f; zit. bei Jürgens-Kirchhoff, 240
(10) S.Freud, Studienausgabe Bd. IX, 286; zit. bei Jürgens-Kirchhoff, 123
(11) J.P.Sartre, Krieg im Frieden I. Reinbek 1982, 7
(12) in: Fabian/Adam, 334
(13) Jürgens-Kirchhoff 1990, 330
(14) B.Russell/J.P.Sartre, Das Vietnam-Tribunal oder Amerika vor Gericht, Reinbek bei Hamburg 1968, 160
(15) Lider 1983, 128
(16) Paul R. Ehrlich, in: P.R.Ehrlich/C.Sagan (Hg.), Die nukleare Nacht, Köln 1985, 123f


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