Pressemitteilung:

Gründung eines Maßnahmenkomitees in Deutschland im Zusammenhang mit der Inhaftierung von Professor Song Du-Yul

Am 31. Oktober haben sich Vertreter von mehr als 10 in Europa tätigen Bürgerinitiativen von Koreanern im „PallasT“ (in dem sich seit jeher Bürgerinitiativen treffen) in der deutschen Hauptstadt Berlin getroffen und das „Maßnahmenkomitee in Europa zur Befreiung Prof. Song Du-Yuls und der Abschaffung des Nationalen Sicherheitsgesetzes“ (MEB-SONG-ANSG) gegründet.

Nachdem Professor Song Du-Yul am 22. Oktober inhaftiert wurde, haben sich in Städten wie Berlin, Frankfurt, Gießen etc. ansässige Gruppen getroffen und dieses Problem mittel mehrerer ernst geführten Diskussionen besprochen. Aus diesen verschiedenen und zahlreichen Treffen hat sich schließlich das MEB-SONG-ANSG als Ergebnis herausgebildet.

Am heutigen (31.10.) Treffen haben Vertreter des Maßnahmenkomitees zum Fall Prof. Song Du-Yul der in Deutschland lebenden Koreaner, die Gesinnungsgenossenschaft für den Aufbau einer demokratischen Gesellschaft (Minjusahoigeonseol dongjihoi), die Allianz des koreanischen Volkes in Europa (Hanminjok yureobyeondae), die Zentrale der Pan-Koreanischen Allianz für Wiedervereinigung in Europa (Beomminyeon yureobjiyeok bonbu), das Komitee der im Ausland lebenden Christen für die Vereinigung des Heimatlandes (Joguktongil hawoigidukjahyeobeuihoi), das Arbeiterklassenzimmer Berlin (Bereulin nodonggyosil), die Vereinigung von in Berlin studierenden koreanischen Studenten für die Freilassung Prof. Song Du-Yuls und die Abschaffung des Nationalen Sicherheitsgesetzes, die Regionalvertretung der (koreanischen) Demokratischen Arbeiterpartei in Europa (Minjunodongdang yureobjigudang), die Friedensforschungsvereinigung (Pyeonghwa yeonguhoi), die Versammlung zur Verwirklichung der Gemeinsamen Erklärung vom 15. Juni (6.15 Gongdongseoneon silcheonmoim), die Koreanische Allianz zur demokratischen nationalen Vereinigung (Hanminyeon), der Koreanisch-Deutsche Kulturkreis (Handokmunhwawon) und des Koreaverbands e.V. (Koria hyeobeuihoi) teilgenommen und zusammen mit der Gründung des Maßnahmenkomitees weiteres Vorgehen konkret diskutiert.

Ein Vertreter des am 24. Oktober in Frankfurt gegründeten Maßnahmenkomitees zum Fall Prof. Song Du-Yul der in Deutschland lebenden Koreaner äußerte: „Die Einsperrung Professor Song Du-Yuls kommt dem Einsperren der gesamten Bewegung für eine demokratische Vereinigung im Ausland gleich. Die wissenschaftlichen Erträge Professor Song Du-Yuls sind angefangen mit Deutschland international anerkannt. Dieses nationale Vermögen zu verunglimpfen, ist eine Neuauflage der Stumpfsinnigkeit und des Unwissens des dikatorischen Regimes, die die Kunst Yun I Sangs beleidigten.“

Und ein Teilnehmer der Vereinigung von in Berlin studierenden koreanischen Studenten für die Freilassung Prof. Song Du-Yuls und die Abschaffung des Nationalen Sicherheitsgesetzes sagte: „Da die Inhaftierung Professor Song Du-Yuls als die eindeutige Unterdrückung der Anschauung und der Wissenschaft verstanden werden kann, muss das Nationale Sicherheitsgesetz, das der Inhaftierung die rechtliche Grundlage liefert, abgeschafft werden.“

Des Weiteren erklärte Vizevorsitzende der Allianz des koreanischen Volkes in Europa: „Die derzeitige Situation des seit 37 Jahren das erste Mal seine Heimat besuchenden Professor Song Du-Yuls und seiner Familie, die sie erleiden müssen, ist zum Weinen. Ich hoffe, dass Professor Song Du-Yul so schnell wie möglich aus der Haft entlassen wird.“

Ein Mitglied der in Deutschland lebenden koreanischen Kooperative (Jaedokildongpo hyeobyekhoi) sagte: „Seit dem Ost-Berlin-Fall unterdrücken die südkoreanischen Behörden die Bewegung für eine demokratische Vereinigung in Deutschland. Wie sich bei dieser Untersuchung der Staatsanwaltschaft zeigt, haben sie Millionen Won und Hunderte von Menschen dafür benutzt. Die Bewegung der im Ausland lebenden Koreaner, die sich in Deutschland konzentriert, begann mit der Anti-Yushin-Bewegung als Ausgangspunkt und bildet den Anfang der Vereinigungsbewegung des gesamten Volkes im In- und Ausland (Koreas). Die Inhaftierung Professor Song Du-Yuls hat den Zweck, die sich seit der Gemeinsamen Erklärung vom 15. Juni rasant entwickelnde nord-südkoreanische Kooperation.“

Und ein Vertreter der Koreanischen Allianz zur demokratischen nationalen Vereinigung gab seiner Enttäuschung Ausdruck: „Ich habe geglaubt, dass mit der Roh-Moo-Hyun-Regierung der Traum in Erfüllung gehen könnte, dass die Exilanten in ihre Heimat zurückkehren könnten ... Aber bei diesem Fall hat sich gezeigt, dass, solange das Nationale Sicherheitsgesetz existiert, selbst mein Leichnam nicht einreisen können wird.“

Nach einer ertragreichen Diskussion mit vielen kritischen Beiträgen haben die Vertreter beschlossen, das „Maßnahmenkomitee in Europa zur Befreiung Prof. Song Du-Yuls und der Abschaffung des Nationalen Sicherheitsgesetzes“ (MEB-SONG-ANSG) zu gründen und in Zukunft mit dem in Korea organisierten „Landesweiten Massnahmenkomitee zur Befreiung Professor Song Du-Yuls und für die Freiheit von Anschauung und Gewissen“ zusammen für die Sache einzusetzen. Des Weiteren wurde beschlossen, sofort eine Unterschriftensammelaktion zu starten, die insbesondere um deutsche Professoren, Intellektuelle, Politiker und Menschenrechtsorganisationen zentrieren wird. Die Internetseite www.freesong.de wird am 5. Oktober eingerichtet und in Betrieb genommen. Außerdem wird eine Delegation zu dem am 12. November Paris stattfindenden Europäischen Gesellschaftsforum entsendet, um über den Fall Prof. Song zu informieren und Unterschriften zu sammeln. Zusätzlich wurde beschlossen, dass im Falle einer Verurteilung Professor Songs die Frage des Nationalen Sicherheitsgesetzes erneut ins Europäische Parlament einzubringen (Bereits Anfang der 1990er Jahre gab es eine offizielle Anhörung wegen des Nationalen Sicherheitsgesetzes im Europäischen Parlament, die von einer von im Ausland lebenden Koreanern gegründeten Initiative angestrengt worden war.). Und es wurden im Komitee Aufgaben verteil, wie die Bekanntmachung, nationale wie internationale Solidaritätsarbeit, Unterschriftensammelaktion und Vorbereitungen für Demonstrationen, um gegebenenfalls schnell reagieren zu können.