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1) Darstellung des Koreaverbandes, 23.10.2003 2) Koreaspiegel, 22.10.2003 3) Yonhapnews & Ohmynews vom 22.10.2003
1)
Tag der Wahrheit?
Am vergangenen Dienstag, den 21. Oktober wurde von der Staatsanwaltschaft ein Präventivhaftbefehl gegen Song ausgestellt. Als Gründe für diese Maßnahme wurden angeführt: (1) Verdacht auf Verstöße gegen das Nationale Sicherheitsgesetz: Eintritt in eine staatsfeindliche Organisation, Strafvollzugentzug und Kontakt und Austausch mit nordkoreanischen Interessensvertretern. (2) Fluchtgefahr und (3) Beweismaterialvernichtungsgefahr.
Professor Song war gestern um 22:06 bei der Polizeistelle Seocho angekommen und wurde in Gewahrsam genommen. Um 22:30 übergab man ihm Toilettenartikel. Weil man befürchtete, Professor Song könnte sich selbst etwas antun, händigte man ihm weder Socken noch einem Rasierer aus, sondern nur Zahnpasta und eine Zahnbürste. Ein Handtuch schnitt man in Zwei, bevor er es erhielt.
Heute morgen beantwortete Professor Song Fragen der Ohmynews. Über seinen Fall sagte er: "Ich denke, dass diese Sache von der Geschichte gerichtet werden wird. [...] Ich finde es sehr schön nach 37 Jahren mit den Menschen hier zusammen zu atmen. [...] Wenn der heutige Tag vorbeigeht, wird sich die Frage um mich zu einem gewissen Grade aufklären, aber es ist sehr schade, dass das bedrückende Interesse in eine von mir nicht intendierte Richtung gegangen ist."
Weiter sagte Professor Song: "Was ich am meisten bedauere, ist, dass heute der erste Tag des Semesters an der Universität Münster ist. Es ist meine Pflicht als Universitätsdozent, die Studenten zu unterrichten. Aber weil ich nicht in der Lage dazu bin, tut es mir sehr leid für die Studenten." Auf die junge Generation angesprochen sagte er: "Jugend und Verstand sind äußerst wichtig. Ich Wünsche mir, dass sie [die jungen Leute A.d.Ü.] den Gang der gegenwärtigen Zeit genau lesen und zu Menschen werden, die die Wahrheit kennen und Wissen verwirklichen. [...] Ich konnte sehen, dass sich die koreanische Gesellschaft sehr weit entwickelt hat, aber es schien mir, als gebe es kein Gefühl der Sicherheit. Es scheint, als hätte es keine Möglichkeit gegeben anstelle des äußerst schnellen Wachstums über sich selbst zu reflektieren und sich selbst zu betrachten."
Das Interview mit Professor Song wurde durch eine Glasscheibe hindurch geführt, Professor Song trug einen dunkelblauen Pullover und ein weißes Hemd. Er war in Zelle 2 von 6 Zellen einzeln interniert.
Die Menschenrechtsorganisation Sarangbang forderte die Rücknahme des Haftbefehls gegen Professor Song. In einem Forderungsschreiben äußerten sie sich wie folgt: "Wir müssen darauf hinweisen, dass die Forderung der Staatsanwaltschaft an Professor Song, konkret einzugestehen und zu konvertieren - eine von rechtskonservativen Kräften übernommene Forderung, die auf stark politische-doktrinaere Ideologie basiert - das Menschenrechtsniveau unserer Gesellschaft in die Zeit der Diktatur, der menschenrechtsfeindlichen, ahistorischen Zeit zurückwirft." Weiter erwähnen sie in ihrer am 21. Oktober veröffentlichten Schrift: "Wir sind gegen die rechtlichen Schritte gegen Song Du-Yul, die auf dem Nationalen Sicherheitsgesetz beruhen. [...] Wir kritisieren die Vorgehensweise der Staatsanwaltschaft, durch die Untersuchung in Haft Druck auszuüben, und so zu versuchen ein Geständnis zu erhalten. [...] Das System der ideologischen Konvertierung und das System der beglaubigenden Gesetzestreue sind in unserer Gesellschaft abgeschafft worden. Dieses System verletzt nicht nur die Freiheit der Anschauung des Einzelnen und seines Gewissens, sondern ist insofern eine menschenrechtsverletzendes System, als dass es einen mit Gewalt zwingt, seine Anschauung und sein Gewissen zu ändern. [...] Somit fordern wir dass die Staatsanwaltschaft die vorläufige Verhaftung von Professor Song rückgängig macht. Heute am 22. Oktober wurde um 14 Uhr am Seouler Gerichtshof im dritten Stock in Raum 319 die Untersuchung zur Vollstreckung des Inhaftierungsbefehls gegen Professor Song eröffnet.
Am selben Tag berichtet die Khyunghyang Zeitung, dass der ehemalige Sekretär der nordkoreanischen Arbeiterpartei Hwang Jang Yeob, der 1997 in den Süden übergelaufen war, ab November an der Universität Jeonju in den Fächern Nordkoreastudien und Internationale Politik als Privatdozent 6 Stunden pro Woche unterrichten wird. Ab nächstem Jahr sollen seine Lehrtätigkeiten dann ausgeweitete werden.
Der Universitätspräsident Lee Nam Sik, der mit Hwang eine intime Freundschaft pflegt, erklärte, dass seine Universität die Etablierung von Nordkoreastudien als Vorbereitung der Vereinigung Koreas versteht, und dass dadurch eine Vision verwirklicht werden soll, die durch die Resozialisierung der ca. 3000 nordkoreanischen Flüchtlinge zu Arbeitern der Vereinigung machen soll.
Autor: Kang Mi No
2) www.geocities.com/koreaspiegel
Ressort: Politik Eintrag: 22.10.2003 (Mi) 14:21
Am hellichten Tag...
Die Untersuchung der Person Song Du-Yuls durch das Seouler Gericht in Hinsicht auf Inhaftierung hat heute, am 22. Oktober, von 14 bis ca. 17 Uhr angedauert.
Professor Song wurde wegen folgenden Verdachtsmomenten befragt: Er soll aktiv als Politbürokader tätig gewesen sein, internationale Symposien auf Anordnung Nordkoreas durchgeführt haben und Schriften (Bücher und Artikel) zur Verbreitung der Juche-Ideologie verfasst haben. Des Weiteren bestünde Fluchtgefahr und die Vernichtung von Beweismaterial, weshalb eine Inhaftierung dringend notwendig sei, so die Staatsanwaltschaft.
Der Rechtsanwalt Professor Songs, Kim Hyung Tae, teilte nach der Sitzung der Presse mit, wie sie sich zu diesen Vorwürfen geäußert hätten.
Zu der Frage des Politbürokaders hätten sie wie auch schon vorher gesagt, dass er so behandelt wurde, aber selbst nie eine Information darüber gehabt hätte und auch nicht aktiv gewesen wäre. Auch wiesen sie den Vorwurf der Staatsanwaltschaft zurück, dass er die Aktivitäten als Politbürokader bei den Verhören des Geheimdienstes bereits zugegeben hätte.
In Hinsicht auf die internationalen Symposien, die Professor Song zwischen nordkoreanischen und südkoreanischen Wissenschaftlern organisiert hatte, sagte Professor Songs Seite, dass der Vorschlag von südkoreanischer Seite gekommen wäre, die Finanzierung durch südkoreanische Medien und Unternehmen geleistet worden wäre und auch die Hauptanteile in Sachen Anzahl der teilnehmenden Wissenschaftler, wie der Quantität und Qualität der beigesteuerten wissenschaftlichen Beiträge sei die südkoreanische Seite weit stärker vertreten gewesen.
Zu der Befürchtung der Staatsanwaltschaft, Professor Song könne fliehen, sagte Rechtsanwalt Kim, dass gegen Professor Song ja bereits bei der Einreise ein Haftbefehl bestand, dass sein Verbleib in Korea mit dem Akademiehaus definiert und klar sei, und dass ohnehin bereits ein Ausreiseverbot bestehe. Auch zu der Befürchtung, Beweise könnten vernichtet werden, sagte Kim, dass schon alle Beweise vorgebracht wären, und somit keine Beweise existierte, die überhaupt vernichtet werden könnten.
Und so gehen die absurden Beschuldigungen gegen Professor Songs am hellichten Tag, in einer modernen Demokratie auf diesem Planeten weiter, basierend auf dem Nationalen Sicherheitsgesetz, das schon zu Beginn des letzten Jahrhunderts für die Unterdrückung von Freiheit und Menschlichkeit gedient hatte. Damals waren es die japanischen Kolonialherren, danach die Diktatoren und ihre Schergen jetzt dient es den letzten Kalten Kriegern immer noch als Waffe gegen Menschenrechte, Menschlichkeit und Menschen.
Autor: Kang Mi No
Quelle: Koreaspiegel
3)
Yonhapnews & Ohmynews vom 22.10.2003 German government speaks on Song by Ryu Kwon-ha <myoja@joongang.co.kr> |