Am vergangenen Montag war der norwegische Autor Gaute Heivoll zu Gast im historischen Rathaus der Stadt Münster. In einer fast voll besetzten Rüstkammer stellte er seinen seit Anfang des Jahres auch auf Deutsch erhältlichen Spannungsroman Bevor ich verbrenne vor. Nach der Begrüßung durch Bürgermeisterin Wendela-Beate Vilhjalmsson und den Norwegisch-Lektor des Instituts für Nordische Philologie der Universität Münster, Magnus Enxing, begann der Schauspieler Andreas Ladwig Passagen aus der deutschen Ausgabe zu lesen.
Auch wenn der erste Textauszug es noch nicht vermuten ließ: es geht um weitaus mehr als um einen Brände legenden Pyromanen. Das Verhältnis von Vater und Sohn, die unterschiedliche Entwicklung die zwei Menschen mit annähernd gleichen Voraussetzungen nehmen können, mangelnde Kommunikation und Gaute Heivolls eigenes Leben sind Themen des Romans.
Und naja, eben auch das Feuer. So interessierten sich die Zuhörer brennend (auch wenn die Wortspiele an diesem Abend beinahe überstrapaziert wurden
) für die Bedeutung des Feuers und den Verbleib des Pyromanen Dag. Ob Heivoll das Feuer bewusst als Symbolik eingesetzt habe? Nicht wirklich. Eigentlich – so Heivoll – schreibe er eher intuitiv als bis aufs Kleinste durchdacht, aber natürlich habe das Feuer für ihn eine sowohl zerstörende als auch erneuernde Kraft. Ob er denn die Möglichkeit hatte den Brandstifter Dag nach Erscheinen des Romans noch einmal persönlich zu treffen? Nein, der sei schon lange tot und hieße in Wirklichkeit auch gar nicht Dag. Warum der Pyromane die Brände gelegt hat? Darauf gibt der Roman keine eindeutige Antwort – wer weiß schon, was in einem solchen Menschen vorgeht?
Es war ein interessanter Abend, der Lust auf ein Buch gemacht hat, welches nicht umsonst einen solch großen Erfolg in Norwegen hatte. Vielen Dank noch einmal an Gaute Heivoll und Andreas Ladwig.