Ankündigung:

Autorenlesung mit Levi Henriksen am 19.06.2013 am Institut für Nordische Philologie in Münster

Alle sind herzlich eingeladen!

Der Eintritt ist frei!

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Bericht: Sami Gold Source am 17.04.2012 (Münster)

„Sami Gold Source. Hvordan lever samene i dagens Norge sett i et minoritets perspektiv“
von Mari Helander und Anne Lise Johnsen

Bericht von Julia Langhof

Am 17. April 2012 waren die samischen Schwestern Mari Helander und Anne-Lise Johnsen zu Gast am Institut für Nordische Philologie, um über die samische Kultur und Sprache sowie über die Rolle des samischen Volkes im heutigen Norwegen zu berichten.
Die beiden Schwestern stammen gebürtig aus einer kleinen samischen Stadt namens Tanadalen (Ost-Finnmark). Mittlerweile leben sie seit einigen Jahren in Oslo. Mari Helander ist Geschäftsführerin des Samiske Barnehagen i Oslo. Zudem arbeitet sie an der Samisk språk-Universitetet i Tromsø und der Samiske Høgskolen i Kautokein. Gemeinsam mit ihrer Schwester Anne-Lise Johnsen macht sie sich stark für den Erhalt und die Weitervermittlung der samischen Kultur und Sprache. Zu diesem Zweck riefen die beiden Schwestern vor einigen Jahren Sami goldsource ins Leben. Anne-Lise Johnsen ist die Geschäftsführerin von Sami goldsource. Sie hat einen Master im Bereich Sosial Arbeid absolviert und beschäftigte sich während ihres Studiums insbesondere mit der Situation des Urfolks in der Region Barents.
Mari Helander und Anne-Lise Johnsen haben sich zum Ziel gesetzt, einen Beitrag zum Erhalt der samischen Kultur und Tradition in ihrem eigenen Kultur- und Lebensraum zu leisten, indem sie die kulturellen Besonderheiten und Eigenarten des samischen Volkes weitervermitteln. Darüber hinaus möchten sie auch außerhalb Skandinaviens über ihre Kultur informieren. Mit ihrer Arbeit wollen sie falschen Vorstellungen und Mythen über die samische Kultur korrigieren und Raum für Verständigung und den Austausch von Erfahrungen schaffen. Für sie steht der Dialog mit den Menschen über die samische Kultur im Mittelpunkt ihrer Kulturarbeit. In diesen Dialog treten sie mittels ihrer Vorträge, in denen sie nicht nur von den Besonderheiten ihrer Kultur berichten, sondern auch die Situation des samischen Volkes des 21. Jahrhunderts reflektieren sowie gesellschaftliche und politische Vorgänge innerhalb des samischen Lebensraumes diskutieren.
In ihrem lebhaften Vortrag am Münsteraner Institut präsentierten die beiden Saminnen dem Publikum traditionelle Halstücher (silkii), samische Schuhe (skaller), einen von Hand gefertigten samischen Gürtel sowie traditionelle Frauentrachten (Kofte), anhand derer das Alter der bekleideten Frauen zu erkennen ist. Neben der traditionellen samischen Bekleidung präsentierten Mari Helander und ihre Schwester Anne-Lise Johnsen weitere samische Gegenstände wie z.B. die samische Flagge, einen Kaffeebeutel aus Rentierleder, zwei samische Messer (fabrikproduziert und handgefertigt), zwei aus Holz und den Hörnern eines Rentiers hergestellte Messer sowie eine samische Puppe in südsamischer Tracht.
Darüber hinaus gaben sie dem Publikum mit zahlreichen musikalischen Gesangseinlagen eine Kostprobe der traditionellen samischen Lieder, die sie mit rhythmischen Schlägen auf einer samischen Trommel (Sjamantrommen) begleiteten (Titel der Lieder: (1) Bures Boutin (velkommen joiken komponiert von Mari Helander); (2) Gula Gula (Hør, hør von Mari Boine); (3) Go voulggan douddarii (Reinkalvens joik); (4) Deanu Maija (Tanas Maija) Gedichtlesung mit Chorgesang im Hintergrund, Titel des Gedichts: Leage Liinis (En joik om nærhet og kjærlighet).
In ihrem Vortrag thematisierten sie zudem insbesondere den Konflikt, der in Norwegen zwischen der norwegischen Bevölkerung und dem samischen Volk herrscht. Sie beschreiben das Verhältnis dieser beiden Bevölkerungsgruppen als angespannt und von Respektlosigkeit gegenüber der samischen Minderheit geprägt. Im Alltag sei diese Spannung ihrem Empfinden nach stark zu spüren und äußere sich in Form von missbilligenden Kommentaren gegenüber Menschen mit samischer Abstammung. Die Schwestern wiesen jedoch die Opferrolle, die der samischen Bevölkerung oktroyiert würde, vehement zurück. Vielmehr betonten sie die Stärke und die Bedeutung ihrer Kultur und vor allem ihr Bewusstsein für ihre eigene – und besondere – kulturelle Identität. Heutzutage sind es ungefähr 20.000 Samen und Saminnen, die ihre Kultur im Alltag praktizieren. Vor allem ist es die ältere Generation, die sich ihrer traditionellen Kultur besonders nahe fühlt und stärker mit der samischen Kultur verwurzelt ist als die junge Generation. Mari Helander und Anne-Lise Johnsen setzen sich dafür ein, dass auch junge Menschen an die Traditionen der samischen Kultur herangeführt werden, damit diese auch an zukünftige Generationen weiter gegeben werden können.

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Kommentar zur Heivoll-Lesung vom 14.05.2012 (Münster)

Am vergangenen Montag war der norwegische Autor Gaute Heivoll zu Gast im historischen Rathaus der Stadt Münster. In einer fast voll besetzten Rüstkammer stellte er seinen seit Anfang des Jahres auch auf Deutsch erhältlichen Spannungsroman Bevor ich verbrenne vor. Nach der Begrüßung durch Bürgermeisterin Wendela-Beate Vilhjalmsson und den Norwegisch-Lektor des Instituts für Nordische Philologie der Universität Münster, Magnus Enxing, begann der Schauspieler Andreas Ladwig Passagen aus der deutschen Ausgabe zu lesen.

Auch wenn der erste Textauszug es noch nicht vermuten ließ: es geht um weitaus mehr als um einen Brände legenden Pyromanen. Das Verhältnis von Vater und Sohn, die unterschiedliche Entwicklung die zwei Menschen mit annähernd gleichen Voraussetzungen nehmen können, mangelnde Kommunikation und Gaute Heivolls eigenes Leben sind Themen des Romans.

Und naja, eben auch das Feuer. So interessierten sich die Zuhörer brennend (auch wenn die Wortspiele an diesem Abend beinahe überstrapaziert wurden ;) ) für die Bedeutung des Feuers und den Verbleib des Pyromanen Dag. Ob Heivoll das Feuer bewusst als Symbolik eingesetzt habe? Nicht wirklich. Eigentlich – so Heivoll – schreibe er eher intuitiv als bis aufs Kleinste durchdacht, aber natürlich habe das Feuer für ihn eine sowohl zerstörende als auch erneuernde Kraft. Ob er denn die Möglichkeit hatte den Brandstifter Dag nach Erscheinen des Romans noch einmal persönlich zu treffen? Nein, der sei schon lange tot und hieße in Wirklichkeit auch gar nicht Dag. Warum der Pyromane die Brände gelegt hat? Darauf gibt der Roman keine eindeutige Antwort – wer weiß schon, was in einem solchen Menschen vorgeht?

Es war ein interessanter Abend, der Lust auf ein Buch gemacht hat, welches nicht umsonst einen solch großen Erfolg in Norwegen hatte. Vielen Dank noch einmal an Gaute Heivoll und Andreas Ladwig.

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Ankündigung: Lesung von Gaute Heivoll (14.05.2012)

Liebe Studierende,

am Montag, den 14.05.2012 um 19 Uhr, wird der norwegische Autor Gaute Heivoll in der Rüstkammer des historischen Rathauses in Münster seinen mehrfach ausgezeichnetes Buch “Bevor ich verbrenne” vorstellen. Der Autor wird selbst aus seinem Werk lesen, die deutsche Lesung wird der Schauspieler Andreas Ladwig übernehmen. Das anschließende Gespräch wird von Magnus Enxing moderiert.

Der Eintritt ist frei!

Veranstaltungsort:
Rüstkammer des historischen Rathauses der Stadt Münster
Prinzipalmarkt 8–9
48143 Münster

Weitere Informationen: Pressemitteilung WWU

Veranstaltung auf dem Nordstjernprofil von Facebook: Lesung: Gaute Heivoll – Bevor ich verbrenne

Plakat Gaute Heivoll

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