Die Betuweroute


I. Einführung

Am 16. Juni 2007 eröffnete die niederländische Königin in Rotterdam Barendrecht feierlich die Betuweroute. Endlich, möchte man hinzufügen. Denn das Staatsoberhaupt setzte nach 15 Jahren des Debattierens, Planens und Bauens endlich einen Schlussstrich. Umstritten war die Strecke immer und geliebt wurde sie nie. Als die ersten konkreten Pläne in den 90er Jahren bekannt wurden, ging ein Aufschrei durchs Land – und die Aufregung sollte sich bis zur Eröffnung nicht legen.

Betuweroute
Karte der Betuweroute in den Niederlanden und im deutschen Grenzgebiet, Quelle: Wikimedia Commons/public domain

Das niederländische Kabinett beschloss am 21. April 1995 den Bau der Güterschienenstrecke Betuweroute von Rotterdam nach Deutschland. 8,2 Milliarden Euro sollten für eine 160 Kilometer lange Bahnstrecke ausgegeben werden, auf der ab dem Jahr 2004 alle drei Minuten ein Güterzug rollen sollte: 10 Züge pro Stunde und Richtung. So die Planung. Was folgte, waren jahrelange Streitigkeiten mit betroffenen Bürgern und Provinzen. Tunnelbau und Lärmschutz ließen die Kosten in die Höhe schnellen. Umfangreiche Naturflächen gingen verloren. Den zu erwartenden Lärm wollten die Anwohner nicht ertragen. Alsbald zweifelten Politiker der liberalen Partei VVD, ob die Betuwe jemals rentabel sein würde.

Die Betuweroute ist die erste Eisenbahnlinie der Niederlande, die ausschließlich für den Güterverkehr bestimmt ist - das größte Infrastrukturprojekt des Landes überhaupt. Sie soll dafür sorgen, dass die im Hafen von Rotterdam umgeschlagenen Güter so schnell wie möglich in das europäische Hinterland befördert werden können. Die Autobahnen A15 und A1 sollen durch die Betuweroute deutlich vom LKW-Verkehr entlastet werden. Auch soll die Betuweroute die Engpässe des enorm gestiegenen Güterverkehrs beheben: Das bestehende Schienennetz bietet nach Angaben des Verkehrsministeriums nicht genug Kapazität. Personen- und Güterzüge können nicht reibungslos aufeinander abgestimmt werden.

Der Eisenbahngüterverkehr ist gegenüber dem Personenverkehr stark im Rückstand. Nur drei Prozent aller Gütertransporte werden über die Schiene abgewickelt. Die Anzahl der in Rotterdam umgeschlagenen Güter werden nur zu sieben Prozent auf der Schiene an- bzw. abtransportiert.

Die Betuweroute besteht aus zwei Teilen: Die Hafenlinie (Havenspoorlijn) und die eigentliche Betuweroute entlang der A15. Die Hafenlinie ist eine 48 Kilometer lange Gleisstrecke, die zum größten Teil verdoppelt und elektrifiziert wurde. Das zweite Teilstück umfasst 112 Kilometer. Insgesamt wurden fünf Tunnel gebaut, dazu viele Brücken und Überführungen, was die Kosten in die Höhe trieb. Die Betuwe sollte ursprünglich „nur“ 1,1 Milliarden Euro kosten (Stand 1990).

Autor: Andreas Gebbink
Erstellt:
Dezember 2009
Aktualisiert: Oktober 2013


Links

Wichtige Links im Bereich Wirtschaft finden Sie unter Institutionen

Weitere Informationen in unserem Archiv - Kurzbeitrag Wiederaufnahme des Eisernen Rhein

Oberhausener Bürgerinitiative gegen die Betuweroute Betuwe - so nicht

Informationen rund um die Betouweroute kennis.betuweroute.nl

Nld. Eisenbahninfrastruktur- untenehmen Keyrail

Niederländisches Ministerium für Infrastruktur und Umwelt Ministerie van Infrastructuur en Milieu

Niederländische Bundesbahn Nederlandse Spoorwegen

Behörde des nld. Verkehrsministeriums, die sich um die Straßen- und Wegeinfrastruktur kümmert Rijkswaterstaat

Literatur

Alle bibliographischen Angaben des Dossiers finden Sie unter Bibliographie

Algemene Rekenkamer: Beleidsinformatie Betuweroute, 27195,'s-Gravenhage 2000. Onlineversion

Algemene Rekenkamer: Aanleg Betuweroute Projectbeheersing en financiering, 28070,'s-Gravenhage 2001. Onlineversion

Algemene Rekenkamer: Risico-reservering voor de Betuweroute en de HSL-Zuid,'s-Gravenhage 2003.

Ministerie van Verkeer en Waterstaat: Voortgangsrapportage Betuweroute, Den Haag 1999. Onlineversion

Commissie Duivesteijn: Onderzoek naar Infrastructuurprojecten, o.O. 2005. Onlineversion

Personen

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