Tierseuchenbekämpfung in den Niederlanden und Deutschland


VI. GIQS - Grenzüberschreitende Forschungsaktivitäten zur Risikenbeherrschung

'Risiken Beherrschen' ist die Zielvorgabe einer deutsch-niederländischen Projektgruppe, deren Mitglieder seit Januar 2006 die Entwicklung und Erprobung von gemeinsamen Maßnahmen für die Prävention und die Bekämpfung von Tierseuchen vorantreiben. Unter der wissenschaftlichen Betreuung und Koordination der Universitäten in Bonn und Wageningen werden bis Mitte 2008 sechs Themenpakete zur Optimierung des Krisenmanagements in beiden Ländern bearbeitet.

Einerseits gilt es, die Zusammenarbeit in der Frühwarnung zu verbessern. Seuchenerreger sollen schneller erkannt und drohende wirtschaftliche Schäden im Krisenfall verringert werden. Weiterhin konzentriert sich die grenzüberschreitende Zusammenarbeit auf den schnellen Informationsaustausch zwischen Wirtschaft und Verwaltung in Krisenzeiten. Simulationsprogramme zur wirtschaftlichen Folgenabschätzung von Tierseuchenausbrüchen existieren bereits auf nationaler Ebene. Sie werden auf die grenzüberschreitende Situation in den Euregios angepasst. Daraus leiten sich konkrete Handlungsempfehlungen zur Gestaltung eines deutsch-niederländischen Bekämpfungshandbuchs und gemeinsamer Krisenübungen ab.

Zusammenhängendes Risikogebiet

Das Grenzgebiet beider Länder gilt mit seiner hohen Viehdichte und den vielseitigen Handelsbeziehungen als ein zusammenhängendes Risikogebiet für Tierseuchen. Dies erfordert eine enge Abstimmung der bislang national ausgerichteten Tierseuchenpolitik. Hierzu gehört ein gemeinsames Vorgehen in Fragen der Prävention und Beherrschung von Tierseuchen. Wie komplex die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Tierseuchenbeherrschung ist, zeigen die Ereignisse um die vergangenen Ausbrüche im Grenzgebiet. Zwar gibt die EU Gesetzgebung einen einheitlichen Rechtsrahmen vor; dieser wird national jedoch sehr unterschiedlich umgesetzt. Die Niederlande setzen seit Ende der 1990er Jahre auf eine Zentralisierung der behördlichen Aufgaben in der Tierseuchenbekämpfung. Auf deutscher Seite liegt aufgrund des dezentralen Vorgehens eine hohe Verantwortung bei Kommunen und Kreisen, die sich daher aktiv an diesem Projekt beteiligen.

Für die tägliche Arbeit bedeutsame Ansätze sollen abgestimmt und die Stärken der einzelnen Modelle auch für die Bekämpfungsstrategien auf der jeweils anderen Seite zur Verfügung gestellt werden. Vor allem will man vorhandene Synergien zwischen eigenverantwortlichen Maßnahmen der Wirtschaft und staatlichen Aufgaben zur Früherkennung auszubauen und besser nutzen.

Internationale Kooperationsplattform GIQS

Träger des Projekts ist die internationale Kooperationsplattform GIQS (Grenzüberschreitende Integrierte Qualitätssicherung) e.V. mit Sitz in Kleve. Etabliert in der grenzüberschreitenden Verbundforschung koordiniert der Verein nun bereits das fünfte internationale Vorhaben. Zu den Projektpartnern gehören neben den Universitäten in Bonn und Wageningen die Vion Food Group, die Landwirtschaftskammer NRW, der Gezondheidsdienst voor Dieren (GD), die Erzeugergemeinschaft Rheinland sowie der Rhein-Kreis Neuss. In einem projektbegleitenden Fachbeirat sind Vertreter der Landwirtschaftsministerien der Niederlande und von NRW, der Voedsel en Waren Autoriteit (VWA), der nordrhein-westfälischen Tierseuchenkasse, der Bezirksregierungen Düsseldorf und Münster sowie sämtlicher Kreise und kreisfreien Städte in den Euregios rhein-maas-nord und Rhein Waal vertreten. Das Projekt wird durch das EU-Programm INTERREG IIIA der euregio rhein-maas-nord, das niederländische Landwirtschaftsministerium, sowie das Wirtschaftsministerium von Nordrhein-Westfalen kofinanziert.

Autor: Oliver Breuer
Erstellt: September 2006


Links

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Grenzüberschreitende Integrierte Qualitätssicherung GIQS

Literatur

Alle bibliographischen Angaben des Bereichs Umwelt finden Sie unter Bibliographie


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