Staubekämpfung in den Niederlanden


VII.
Wie entstehen Staus?


Mit der Frage wie und warum Staus entstehen, beschäftigen sich in den Niederlanden zahlreiche Wissenschaftler und Verkehrsexperten. Die Gründe sind vielfältig, aber oftmals auch sehr gut vorhersehbar. Traditionell ist der November der Staumonat schlechthin: Die meisten Niederländer haben dann keinen Urlaub und das Wetter ist schlecht. Bei schlechtem Wetter fährt man nicht mit dem Fahrrad oder dem Zug, sondern nimmt das Auto. Und bei schlechtem Wetter fährt man vorsichtig, drängelt nicht, hält Abstand, bremst mitunter früher  - und daraus entstehen schneller Staus. Gesamtlängen von 360 bis 400 Kilometer sind im November keine Seltenheit.

Wie gesagt: Staus lassen sich nicht auf eine Ursache allein zurückführen, sondern sind ein Produkt zahlreicher, individueller Entscheidungen, zahlreicher, individueller Autofahrer. Die wenigsten Niederländer machen sich Gedanken über die richtige Route oder hören Verkehrsinformationen, bevor sie sich ins Auto setzen. Gleichwohl könnte dies dazu beitragen, einige strukturelle Staus – also Verkehrsstockungen, die sich jeden Tag zur gleichen Zeit am gleichen Ort bilden – zu vermeiden. Strukturelle Staus machen laut Verkehrsministerium ungefähr 70 Prozent der Verkehrsstockungen aus.

Spontane Staus lassen sich so gut wie gar nicht vorhersehen. Es reicht, wenn jemand auf einer stark befahrenen Autobahn kurz niest und bremst. Der Fahrer hinter ihm muss auch bremsen, und der Folgende noch stärker. Wie eine Ziehharmonika gerät jetzt der Verkehr ins Stocken und kommt kurzfristig zum Erliegen. Anschließend fragt sich der im Stau stehende Autofahrer: Warum war jetzt an dieser Stelle Stau? 

Weitere Staugründe sind natürlich Unfälle oder Schaulustige auf der Gegenfahrbahn. Der niederländische Straßenbauherr Rijkswaterstaat unterscheidet insgesamt drei Stautypen: Zum einen der langsam fahrende Verkehr, der sich über mindestens zwei Kilometer erstreckt, und sich mit 25 bis maximal 50 Kilometer die Stunde fortbewegt. Dann der ruhende Verkehr, der auf mindestens zwei Kilometern Länge zum völligen Erliegen gekommen ist. Drittens der langsam fahrende bis ruhende Verkehr, über eine größere Strecke.

Autor: Andreas Gebbink
Erstellt:
Dezember 2009


Links

Wichtige Links im Bereich Umwelt finden Sie unter Institutionen

Beratungsinstitut innerhalb des VenW, das Untersuchungen zur Infrastruktur in NL durchführt Kennisinstituut voor Mobiliteitsbeleid (KiM)

Nld. Verkehrsministerium Ministerie van Verkeer en Waterstaat (VenW)

Dossier über Staubekämpfung des nld. Verkehrsministerium Ministerie van Verkeer en Waterstaat (VenW)

Literatur

Alle bibliographischen Angaben des Dossiers finden Sie unter Bibliographie

Kennisinstituut Mobiliteitsbeleid (KiM): File-facts, Den Haag 2008. Onlineversion

Ministerie van Verkeer en Waterstaat (VenW) (Hrsg.): MobiliteitsAanpak, vlot en veilig van deur tot deur, Den Haag 2008. Onlineversion

Ministerie van Verkeer en Waterstaat (VenW) (Hrsg.): Mobiliteitsbalans 2009, Den Haag 2009. Onlineversion

Ministerie van Verkeer en Waterstaat (VenW) (Hrsg.): Nationale Mobiliteitsmonitor 2009, Amersfoort 2009. Onlineversion

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