Energiewirtschaft in den Niederlanden



IX. Energie aus dem Gewächshaus

Gewaechshaus
Erfinderisch waren die Niederländer schon immer: Jetzt dient auch die Tulpen- und Tomatenzucht als Energielieferant, Quelle: Goldlocki/cc-by-sa

Erfinderisch waren die Niederländer schon immer. Und so verwundert es nicht, dass sie nun auch in ihrem Land mit seiner groß aufgezogenen Tulpen- und Tomatenzucht und den dafür entsprechenden Massen von Gewächshäusern auch Energie aus ihren „Glaskästen“ ziehen. Vor zwei Jahren beschrieb das Internetmagazin www.suite101.de das kuriose Vorhaben von Staat, Wirtschaft und Forschungseinrichtungen, Gewächshäuser zu nachhaltigen Energiequellen zu machen. „Im Zuge der Anstrengungen zur Minimierung des Energieverbrauchs begannen wir um das Jahr 2000 herum auch über Gewächshäuser als nachhaltige Energiequellen nachzudenken“, wird Nico van Ruiten, Vorsitzender von LTO Glaskracht, dem Unternehmerverband des Unterglas-Gartenbaus, in dem Bericht zitiert. Er sei überzeugt, dass der Unterglas-Gartenbau längerfristig zu einem Lieferanten von Wärme und Strom werden kann.

Tatsächlich führen heute mehrere Wege und Varianten zum Energie liefernden Gewächshaus. Beim geschlossenen Glashaus wird die überschüssige Sonnenwärme im Sommer nicht wie üblich über Belüftungsfenster abgelassen, womit wertvolle Energie verloren geht.[1] Die Wärme wird über Wärmetauscher als Warmwasser im Boden gespeichert. Nachts und im Winter werden die Gewächshäuser nun mit dem warmen Wasser beheizt. Das abgekühlte Wasser wird wiederum in einem kalten Brunnen gespeichert und lässt sich im Sommer dann zur Kühlung des Glashauses nutzen.

Selbst bei geringer Sonneneinstrahlung kann wohl mit diesem Verfahren mehr Energie gewonnen werden, als ein Gewächshaus zum Betrieb braucht, vor allem dann, wenn man für die Stromerzeugung und Kohlendioxid-Düngung KWK-Anlagen (Kraft-Wärme-Kopplung) einsetzt.[2]

Zur Perfektionierung des Systems gibt es unterschiedliche Technologien, schreibt Suite101. So habe die Firma Priva ein System entwickelt, bei dem Umluftventilatoren, die an unterhalb der Pflanzen befindliche Luftschläuche angeschlossen sind, für eine optimale Luftverteilung sorgen. Neben der Energieeinsparung führe das zu einem besseren Wachstum der Pflanzen.


[1] Vgl. www.suite101.de
[2] Weitere Infos unter www.ltoglaskracht.nl, www.avag.nl, www.kasalsenergiebron.nl, www.minlnv.nl

Autor: Martin Roos
Erstellt: Juli 2011


Literatur

Alle bibliographischen Angaben des Dossiers finden Sie unter Bibliographie

Haar, Ika ter/Westendorp, Pauline et al. (Hrsg.): P-nuts. Lokale duurzame energie in Nederland: wij maken het nog mee!, Amsterdam 2011.

Krot, B./Smorenburg-van Middelkoop, L. (Hrsg.): Duurzame energie. Juridische kansen en belemmeringen, Groningen 2010, Onlineversion

Links

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Website des Unternehmerverbands LTO Noord Glaskracht

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