Terrorismus und Terrorismusbekämpfung


I. Einführung

Seit den Anschlägen auf das World Trade Center in New York am 11. September 2001 ist dem Phänomen „Terrorismus“ viel Aufmerksamkeit geschenkt worden. In vielerlei Hinsicht hat sich die Welt unverkennbar verändert. Der „war on terror“ hat bislang kein Ende gefunden. Auch in den Niederlanden sind die Folgen von „9/11“ deutlich sichtbar. Bis heute stehen Themen, die in der Terrorismusdebatte nach „9/11“ eine wichtige Rolle spielten - wie „Islam“ und „Integration“ – insbesondere von muslimischen Immigranten -, im Zentrum des Interesses. Gleichwohl ist anno 2009 eine gewisse Gewöhnung eingekehrt. Andere Krisen haben den Terrorismus leicht in den Hintergrund gedrängt. Strenge Sicherheitsmaßnahmen werden gelassen akzeptiert, es ist selbstverständlich, dass das Gepäck nicht unbeaufsichtigt gelassen werden darf und aus den unterschiedlichen Bedrohungsniveaus zieht der Normalbürger inzwischen keine Konsequenzen mehr.

Zugleich ist es jedoch keine fünf Jahre her, dass der Mord an Theo van Gogh die Gemüter in Politik und Gesellschaft gewaltig in Aufruhe versetzte. Das Attentat von Mohammed Bouyeri  am 2. November 2004 stellte einen Wendepunkt in der Geschichte des Terrorismus in den Niederlanden dar. Terrorismus wurde erstmals zu einem ernsthaften politischen Problem. Islamistischer  Terrorismus fand auf niederländischem Boden Platz; es handelte sich gar um „home-grown“-Terrorismus. Das Land habe mit diesem Mord definitiv seine Unschuld verloren, hieß es.

Bevor wir auf die jüngsten Entwicklungen eingehen, wollen wir zunächst auf die Jahre zuvor zurückblicken. Theo van Gogh war bislang das einzige Todesopfer des „neuen“ Terrorismus (allerdings sind die Meinungen geteilt, ob es sich auch beim Mord an Pim Fortuyn um einen Terrorakt handelte). In den 70er und 80er Jahren sind hingegen 19 Menschen in Folge terroristischer Gewalt ums Leben gekommen. Nach 2001/2004 wurde oft vergessen, dass die Niederlande bereits in der Vergangenheit mehrfach mit Terrorismus zu tun hatten. Terrorismus war gewiss kein „neues“ Phänomen. Auch die Terrorbekämpfung kann folglich auf eine lange Tradition zurückblicken. Wie ist es vor diesem Hintergrund möglich, dass oftmals der Eindruck entsteht, dass die Niederlande gerade jetzt mit einer „echten“ Terrorbedrohung zu kämpfen haben? Diese Frage zieht sich wie ein roter Faden durch den historischen Rückblick.

Autorinnen: Beatrice de Graaf und Ilse Raaijmakers
Erstellt: August 2009


Links

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Weitere Informationen in unserem Dossier Die Akte Theo van Gogh

Weitere Informationen in unserem Archiv-Dossier Innere Sicherheit und Kriminalität

Weitere Informationen in unserem Archiv-Dossier Anti-Terror-Maßnahmen

Literatur

Alle bibliographischen Angaben des Dossiers finden Sie unter Bibliographie

Abels, P.: "Je wilt niet geloven dat zoiets in Nederland kan!" Het Nederlandse contraterrorismebeleid sinds 1973, in: Duyvesteyn, Isabelle/Graaf, Beatrice de (Hrsg.): Terroristen en hun bestrijders vroeger en nu, Amsterdam 2007, S. 121-128.

Bakker, E.: Terrorisme in Nederland (1969-2004). Is de dreiging nu groter dan ooit?, in: Bomert, B./Hoogen, T. van den/Wessel, R. (Hrsg.): Jaarboek vrede en veiligheid. Internationale veiligheidsvraagstukken en het Nederlands perspectief, Nijmegen 2004, S. 179-192.

Eikelenboom, S.: Niet bang om te sterven. Dertig jaar terrorisme in Nederland, Amsterdam 2007.

Graaf, Beatrice de: De strijd tegen terrorisme. In Nederland, Duitsland, Amerika en Italië, Amsterdam 2009.

Graaff, Bob/Graaf, Beatrice de: Counterterrorism in the Netherlands: the "Dutch approach", in: Moran, Jon/Phyhian, Mark (Hrsg.): In the shadow of 9/11: Intelligence, security and policing in the War on Terror, Basingstoke 2008, S. 183-202.

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