Rechtspopulismus am Beispiel der PVV


XIII. Zeitungen, Zeitschriften und Fazit

De Telegraaf ist unter den PVV-Wählern die beliebteste Tageszeitung

Laut Maurice de Hond schneidet die PVV im Jahr 2012 am besten bei den Lesern der Boulevardzeitung De Telegraaf ab: 24 Prozent der Niederländer, welche die auflagenstärkste Tageszeitung des Landes lesen und an den Wahlen zur Zweiten Kammer teilnehmen, geben der politischen Bewegung von Geert Wilders ihre Stimme. Lediglich die VVD kann mit einem Anteil von 36 Prozent in dieser Bevölkerungsgruppe mit mehr Unterstützung rechnen.

Bei den Konsumenten der Gratiszeitungen Sp!ts und Metro, die wie der Marktführer De Telegraaf der Telegraaf Media Groep (TMG) angehören, rangiert die PVV mit 16 beziehungsweise 14 Prozent jeweils auf dem dritten Platz.

Bei den Lesern der beiden auflagenstärksten Qualitätszeitungen NRC Handelsblad und de Volkskrant verbuchen die Rechtspopulisten mit 3 Prozent – gleichbedeutend mit einem siebten Platz – ein viel schwächeres Resultat. Während die PVV bei der Leserschaft des bezogen auf die Auflage tonangebenden Meinungsblattes Elsevier mit 13 Prozent gleichauf mit der PvdA auf dem Zweiten Platz landet, muss sie sich bei den Konsumenten der Zeitschriften HP/De Tijd (10 %) beziehungsweise Vrij Nederland (7 %) mit dem dritten bzw. sechsten Platz begnügen.[1]

Der Zusammenhang zwischen Zeitungs- und Parteienwahl
Rangposition in Klammern, Quelle: Eigene Darstellung/peil.nl
Medium VVD PvdA SP PVV CDA D66 CU GL Rest
Telegraaf
36 (1) 16 (3) 4 (5) 24 (2) 9 (4) 3 (6) 2 (7) 0 (8) 7
Sp!ts 23 (1) 21 (2) 8 (5) 16 (3) 9 (4) 8 (5) 5 (7) 1 (8) 9
Metro 23 (1) 22 (2) 7 (6) 14 (3) 11 (4) 8 (5) 4 (7) 2 (8) 9
NRC
28 (1) 27 (2) 6 (5) 3 (7) 8 (4) 15 (3) 1 (8) 5 (6) 7
VK
17 (2) 37 (1) 10 (4) 3 (7) 6 (6) 12 (3) 2 (8) 7 (5) 6
Elsevier 44 (1) 13 (2) 1 (7) 13 (3) 12 (4) 6 (5) 2 (6) 1 /7) 7
HP
28 (2) 32 (1) 3 (6) 10 (3) 7 (5) 8 (4) 1 (8) 3 (6) 7
VN
13 (2) 40 (1) 8 (5) 7 (6) 3 (7) 12 (3) 2 (8) 10 (4) -

Fazit

Wenn man sich all diese Merkmale anschaut, ist es offenkundig, dass es „den“ PVV-Wähler nicht gibt. Das Musterpaar „Henk und Ingrid“, welches im Sprachgebrauch sowie in den Wahlprogrammen der Rechtspopulisten regelmäßig auftaucht, wird demnach der Vielfalt auf der demografischen Ebene nicht gerecht. Allerdings lassen sich die folgenden Ergebnisse festhalten: Ein PVV-Wähler stammt eher aus der Randstad als aus einer Region an den Grenzen der Niederlande. Er ist in der Regel älter als 65 Jahre und konfessionslos. Sofern er sich zu einer Religion bekennt, ist er eher katholisch als reformiert oder calvinistisch. Ein PVV-Wähler verfügt über einen niedrigen Bildungsabschluss und ein unterdurchschnittliches Einkommen. Er liest zudem eher De Telegraaf als das NRC Handelsblad.


[1] Zu den demografischen Merkmalen des PVV-Elektorates vgl. www.peil.nl.

Autor: André Krause
Erstellt: September 2014


Literatur

Alle bibliographischen Angaben des Dossiers finden Sie unter Bibliographie

CBS: Verkiezingen: Participatie, Vertrouwen en Integratie, Den Haag 2011.

Voogd, Josse de: Bakfietsen en Rolluiken: De electorale geografie van Nederland, Den Haag 2011.

Vossen, Koen: Rondom Wilders. Portret van de PVV, Amsterdam 2013.

Personen

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Demoskopie

Website der PVV

Biographie von Geert Wilders

Weitere Informationen in unserem Dossier Vom Poldermodell zum Populismus


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