Das Mediensystem der Niederlande


I. Einführung

Niederländische Samstagszeitungen
Niederländische Samstagszeitungen, Quelle: Marco Derksen/cc-by-nc

Bevor man sich mit der Struktur sowie den Trägern des Mediensystems eines Landes befasst, ist es unerlässlich, sich die grundsätzliche Frage zu stellen, welche Rolle(n) Medien in unserer heutigen Gesellschaft überhaupt spielen. Die Konsultation aktueller Publikationen, die sich mit diesem Thema auf einer theoretischen Basis auseinandersetzen, bildet daher einen notwendigen ersten Arbeitsschritt.

Zunächst ist festzuhalten, dass Medien in den Niederlanden – wie in allen demokratischen Systemen – drei essentielle Funktionen haben: Neben einer Kontroll- auch eine Informations- sowie Plattformfunktion:[1]

Kontrollfunktion: Journalisten fungieren als „Wachhund der Demokratie“[2]. Sie sollen Machtmissbrauch verhindern, politische Entscheidungsträger zur Verantwortung rufen und politische Vorhaben kritisch prüfen.[3] Zu ihrem „täglichen Aufgabenpaket“ gehört es, die Rezipienten zu informieren und Geschehnisse beziehungsweise Nachrichten zu analysieren sowie zu kommentieren. Zudem sind sie angehalten, Zusammenhänge aufzuzeigen und Hintergrundinformationen zur Verfügung zu stellen.[4]

Informationsfunktion: Den Medien wird normativ „eine informierende, orientierende und aufklärerische Funktion im Rahmen demokratisch-diskursiver Entscheidungsprozesse zugeschrieben“[5]. Im Zuge dieser top-down-Funktion sollen Medien idealtypisch zudem als mobilizing agents fungieren und die Bürger im Land zur politischen Partizipation animieren.[6]

Plattformfunktion: Des Weiteren haben Medien eine bottom-up- beziehungsweise Plattform-Funktion: Es handelt sich bei ihnen um ein civic forum, auf dem im Idealfall sämtliche Stimmen aus der Bevölkerung repräsentiert sind. Dabei wird nicht von einem einzelnen Medium erwartet, diese Funktion zu erfüllen. Die Gesamtheit aller Medien soll für eine größtmögliche externe Vielgestaltigkeit sorgen.[7]

Inhalt

Das vorliegende Dossier hat den Anspruch, das niederländische Mediensystem näher vorzustellen. Dabei liegt das Augenmerk in erster Linie auf den Bereichen Print, Radio, Fernsehen und Internet. Nach einem Blick in die Geschichte dieser Medien sowie einer Erläuterung der (gesellschafts-)politischen beziehungsweise gesetzlichen Rahmenbedingungen, mit denen sie in den Niederlanden konfrontiert waren, erfolgt stets eine entsprechende Darlegung der aktuellen Lage. In diesem Zusammenhang liegt der Fokus nicht zuletzt auf den umfangreichen und einschneidenden Reformmaßnahmen, mit denen vor allem der öffentlich-rechtliche Rundfunk seit einigen Jahren konfrontiert wird. Es stellt sich zudem an mehreren Stellen die Frage, ob beziehungsweise in welchem Maße die niederländischen Medien den oben skizzierten Ansprüchen und Verpflichtungen nachkommen (können).


[1] Adriaansen, M.L./Praag, P. van: Nieuwe scheidslijnen en de turbulente relatie tussen politiek, media en burgers, in: Dijstelbloem, H./Hoed, P. den/Holtslag, J.W. et al. (Hrsg.): Het gezicht van de publieke zaak. Openbaar bestuur onder ogen, Amsterdam 2010, S. 266.
[2] Raad voor Maatschappelijke Ontwikkeling: Medialogicirca. Over het krachtenveld tussen burgers, media en politiek, Den Haag 2003, S. 37.
[3] Adriaansen, M.L./Praag, P. van: Nieuwe scheidslijnen en de turbulente relatie tussen politiek, media en burgers, in: Dijstelbloem, H./Hoed, P. den/Holtslag, J.W. et al. (Hrsg.): Het gezicht van de publieke zaak. Openbaar bestuur onder ogen, Amsterdam 2010, S. 266.
[4] Bardoel, J./d’Haenens, L.: Media en maatschappelijke verantwoordelijkheid. Van theorie naar praktijk, in: Raad voor Maatschappelijke Ontwikkeling (Hrsg.): Medialogicirca Over het krachtenveld tussen burgers, media en politiek, Den Haag 2003, S. 113.
[5] Bonfadelli, H./Friemel, T.N.: Medienwirkungsforschung, Konstanz/München 2015, S. 58ff.
[6] Adriaansen, M.L./Praag, P. van: Nieuwe scheidslijnen en de turbulente relatie tussen politiek, media en burgers, in: Dijstelbloem, H./Hoed, P. den/Holtslag, J.W. et al. (Hrsg.): Het gezicht van de publieke zaak. Openbaar bestuur onder ogen, Amsterdam 2010, S. 266.
[7] ebd.

Autor: André Krause
Erstellt: Juni 2015


Literatur

Alle bibliographischen Angaben des Dossiers finden Sie unter Bibliographie

Adriaansen, M.L./Praag, P. van: Nieuwe scheidslijnen en de turbulente relatie tussen politiek, media en burgers, in: Dijstelbloem, H./Hoed, P. den/Holtslag, J.W. et al. (Hrsg.): Het gezicht van de publieke zaak. Openbaar bestuur onder ogen, Amsterdam 2010, S. 241–272.

Bonfadelli, H./Friemel, T.N: Medienwirkungsforschung, Konstanz/München 2015.

Raad voor Maatschappelijke Ontwikkeling: Medialogicirca. Over het krachtenveld tussen burgers, media en politiek, Den Haag 2003.

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