ESSEN IN DEN NIEDERLANDEN


IX. Sicherheit für Ernährung


Die Niederländer waren eines der am meist betroffensten EU-Länder während der Maul- und Klauen Seuche. Dies hatte einen starken Einfluss auf den Export von landwirtschaftlichen Fleischprodukten. Viele Höfe gerade in der Nähe von Deventer mussten ihre Viehbestände notschlachten, da jede Impfung zu spät kam.

Doch trotz der negativen Berichterstattung betont das niederländische Ministerium für Volksgesundheit, Wohlbefinden und Sport, dass sich die Qualität der Lebensmittelkontrolle im Laufe der vergangenen Jahre verbessert hat und damit auch die Lebensmittel in chemischer und mikrobiologischer Hinsicht wesentlich sicherer geworden sind: tierische Produkte sind weniger mit Salmonellen verseucht, die Konzentration von Dioxin in Lebensmitteln und der Muttermilch hat sich verringert. Dennoch gibt es regelmäßig Fälle von Lebensmittelinfektionen oder –vergiftungen. So berichtet die Studie von 2004 von 300.000 bis 700.000 Fällen von Gastroenteritis (Magen-Darmkatarrh) und Hunderten von anderen ernsten Krankheitsbefunden in Folge falscher Ernährung. Im Jahr sterben zwischen 20 bis 200 Menschen an den Folgen solcher Lebensmittelinfektionen.

Obwohl moderne Techniken immer besser zur Qualitätssicherung der Lebensmittel beitragen, gibt es aufgrund von verschiedenen Faktoren, u.a. Globalisierung und der damit weltweiten Vernetzung von Nahrungsmittelketten innerhalb der Lebensmittelproduktion, auch neue Risiken. Immer mehr Produkte werden roh oder unbehandelt konsumiert, bisher unbekannte Lebensmittelinfektionen treten auf, zu denen es noch keine medizinischen Erkenntnisse gibt. Urlauber führen aus entfernten Ländern Nahrungsmittel ein, deren Qualitätssicherung nicht gewährleistet ist.

Der zunehmende Verbrauch von Nahrungsergänzungsmittel birgt weitere Gefahren, da die Menschen glauben, sie würden etwas Gutes für ihre Gesundheit tun und könnte damit eine ausgewogene Ernährung ersetzen. Um diesen Missverständnissen vorzubeugen und entgegenzuwirken setzt die niederländische Regierung, wie auch andere innerhalb der EU, auf einen Dialog mit den Konsumenten. Ein Risikomanagement in Sachen Gesundheit ist für Regierungen schwer zu planen, da sich das Konsumentenverhalten aus vielen Faktoren zusammensetzt und es noch wenig Erfahrungen gibt, wie der Verbraucher mit erwiesenen Gefahren umgeht und was ihn oder sie dazu bringen könnte, Vorurteile abzubauen und eine gesunde Ernährung anzustreben.

Verantwortung der produzierenden Lebensmittelwirtschaft

Die niederländische Regierung versucht auf die Hersteller Druck auszuüben, um Lebensmittel gesünder zu produzieren, vor allem für Kinder. Der ganzheitliche Ansatz zielt darauf ab, dass zum einen die Produzenten auf gesündere Inhaltsstoffe achten und ungesunde Lebensmittel in kleineren Packungen abfertigen, zum anderen sollte kein Werbung für ungesunde Produkte gemacht werden. Ein Schlagwort in diesem Zusammenhang ist Produktmodifikation, hier erwarten Ernährungsexperten, dass es den Herstellern gelingt durch die Nutzung neuer Nahrungsstoffe und Veränderung der Zusammenstellung der Produkte, Lebensmittel gesünder zu machen. Idealvorstellung wäre, dass die Verbraucher ihre Eßgewohnheiten kaum verändern müssten und trotzdem die Möglichkeit haben sich gesünder zu ernähren. Wie dies in der Praxis genau laufen soll, bleibt undeutlich.

Autorin: Andréa Vermeer
Erstellt:
Juni 2009


Links

Wichtige kulturelle Links finden Sie unter Institutionen

Dossier über die Maul- und Klauenseuche des nld. Landbauministeriums Ministerie van Landbouw, Natuur en Voedselkwaliteit (Minlnv)

Stiftung Nahrungsmittelzentrum Niederlande Voedingscentrum

Literatur

Alle bibliographischen Angaben des Dossiers finden Sie unter Bibliographie

Born, Wina: Het volkomen vleesboek, Amsterdam 1969.

Communicatie Bureau Hoep & Partners/ RIVM: Ons eten gemeten, Gezonde voeding en veilig voedsel in Nederland, Bilthoven 2004. Onlineversion

Venetië, Mariska van: Alles wat u beslist over Nederland moet weten, Amsterdam 2004.

Personen

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