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Within Temptation

*1996, Utrecht - Symphonic-Metal-Band

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Within Temptation bei einem Konzert der "TheUnforgiving"-Tour 2012, Quelle: Boguslaw Mielec/cc-by-nd

Wenn man sie zum ersten Mal hört, denkt man nicht, dass diese Band aus den Niederlanden stammt. Doch Within Temptation ist eine niederländische Symphonic-Metal-Band, die 1996 in Utrecht gegründet wurde. Initiator der Band war Gitarrist Robert Westerholt, der seine damlige Freundin Sharon den Adel als Sängerin gewinnen konnte. Nachdem sich ihnen Gitarrist Michiel Papenhoven, Keyboarder Martijn Spierenburg, Bassist Jeroen van Veelen und Drummer Dennis Leeflang angeschlossen hatten, fanden sie schnell ein Plattenlabel. Bei DSFA Records erschien 1997 das Album „Enter“, das – genau wie die nachfolgende EP „The Dance“ 1998 – noch dem Genre des Gothic-Metal zuzuordnen ist. Nach diesen Veröffentlichungen verbrachten sie den Großteil des Jahres 1999 auf Tour und sammelten Bühnenerfahrungen.

Erste Erfolge außerhalb der Niederlande/Mother Earth, The Silent Force

Nach vielen Liveauftritten, entschloss sich die Band – trotz ihres kurzen Bestehens – ein Jahr Auszeit zu nehmen. Auf diese Auszeit folgten die Aufnahmen für ihr zweites Album „Mother Earth“(2001). Dieses wurde auch erstmals außerhalb der Niederlande wahrgenommen und erreichte in Deutschland, Österreich und der Schweiz ebenfalls Chartplatzierungen. Auch von Kritikern wurde das Album sehr positiv aufgenommen. Zu diesem Erfolg trug vor allem die Singleauskopplung „Ice Queen“ (2002) bei, die internationale Aufmerksamkeit erregte. Zudem setzte das Album den Anfang der Stiländerung. Die Band entfernte sich hier vom Gothic-Metal und näherte sich sehr viel mehr dem klassischen Rock und dem Symphonic-Metal an. Dafür verzichtete man vor allem auf den männlichen Gesangspart – der hauptsächlich aus sogenannten Grunts, sehr rauen Gesangsparts, bestand – und konzentrierte sich mehr auf den Adels Stimme.

Die Liveauftritte wurden entsprechend des Erfolges auch ausgeweitet. So gab es sogar einen Auftritt in Mexico-City. Zudem gab es ein Konzert in der Broerekerk in Zwolle. Dieses war speziell, da hier nicht nur die Band auftrat, sondern sie von einem Chor und Opernsängern begleitet wurden. Das erwies sich als so beliebt, dass man einen zweiten Termin arrangierte. Nachdem das Majorlabel BMG auf die Band aufmerksam geworden war, wurde dort nach dem Wechsel auch das Album „Mother Earth“ 2003 erneut veröffentlicht. Im selben Jahr folgte dann eine Tour mit Paradise Lost als Vorband. Damit stand auch fest, dass Within Temptation sich aus ihrem Status als Vorband gelöst hatten und nun auch vermehrt bei Festivals für die Hauptbühne engagiert wurden.

Mit „The Silent Force“ erschien 2004 das dritte Studioalbum der Band. Dieses erreichte erstmals Platz eins der niederländischen Charts und konnte sich auch wieder in den deutschsprachigen Ländern gut platzieren. Besonders die Single „Stand my Ground“ konnte sich durchsetzen und schaffte es sogar ins Radio einiger Länder. Speziell an diesem Album war unter anderem auch, dass nicht nur ein 80-köpfiges Orchester, sondern auch ein kompletter russischer Chor daran mitwirkte. Im gleichen Jahr schafft es die Band auf dem berühmten Festival „Wacken Open Air“ aufzutreten, was ihnen 2015 wieder gelang. Die weitere Tour der Band führte unter anderem bis nach Dubai und endete im November 2005 vor 10.000 Besuchern in Amsterdam.

Das Jahr 2006 verlief größtenteils ruhig. Das resultierte vor allem daraus, dass Sängerin Sharon den Adel zusammen mit Gitarrist Robert Westerholt ihr erstes Kind bekommen hatte, um dass sie sich nun vorrangig kümmerte. So gab es nur wenige Auftritte auf Festivals. Erwähnenswert dabei ist wohl der Auftritt auf dem „Hurricane Festival“. Bei diesem zog – ironischerweise – ein starkes Unwetter auf. Trotz der Warnung den Adels während des Auftrittes, dass ein Sturm aufzöge, verließen nur wenige Besucher den Festivalbereich. Obwohl die Fans anscheinend gewillt waren dem Sturm zu trotzen, musste die Band vorzeitig abbrechen.

Internationaler Durchbruch/ The Heart of Everything, The Unforgiving

Die Zeit der Ruhe fand 2007 bereits wieder ein Ende. Im März erschien das vierte Studioalbum „The Heart of Everything“, aus dem schon im Februar die Single „What Have You Done“ veröffentlicht worden war. Hier steuerte Keith Caputo der Band Life of Agony den männlichen Gesang bei. Auf dem Album hatte Within Temptation erneut den Stil geändert. Statt wie zuvor mit viel Orchester und Bombast zu arbeiten, gingen sie immer mehr in Richtung Rock. Hier lassen sich auch die ersten Tendenzen zum Power-Metal erkennen. „The Heart of Everything“ konnte auch erstmalig Erfolge in England und den USA verzeichnen, wo es auf dem 38. beziehungsweise 106. Platz der Charts landete.

Nachdem die Band wieder hauptsächlich live aktiv gewesen war, – beispielsweise als Vorgruppe von Iron Maiden und Rammstein – begann sie mit den Arbeiten an ihrem fünften Album „The Unforgiving“, das 2011 erschien. Es stellte wieder eine Veränderung des Stils da. Zum einen war das Album nochmal sehr viel rockiger als sein Vorgänger. Zum anderen handelte es sich bei „The Unforgiving“ um ein Konzeptalbum, welches auf mehreren medialen Wegen promotet wurden. So erschienen unter anderem drei Kurzfilme auf dem offiziellen Youtube-Kanal der Band. Diese zeigten Geschichten, die auf dem später veröffentlichtem Album in den Liedern erzählt werden sollten. Die schwarz-weiß gehaltene Kurzfilme, die mit einem englischen Voiceover beginnen, wurden auf dem niederländischen Filmfestival vorgestellt. Der grafische Stil des Albums selbst unterschied sich von den Kurzfilmen insofern, als dass für die Artworks des Albums ein düsterer Comicstil gewählt wurde, der auch das Cover ziert. Mitgründer Robert Westerholt nimmt seit diesem Album nicht mehr an den Liveauftritten der Band teil. Stattdessen kümmert er sich um die Produktion und das Songwriting der Band und um den Adels und seine drei gemeinsamen Kinder.

Neuste Entwicklungen/ The Q-Music Sessions, Hydra

2013 veröffentlichte Within TemptationThe Q-Music Sessions“. Dabei handelt es sich um kein normales Album, sondern eine Sammlung von Coversongs, die die Band für den belgische Radiosender Q-Music aufgenommen hatte. Unter anderem coverten sie „Radioactiv“ der Imagine Dragons und "Summertime Sadness" von Lana Del Ray in ihrem ganz eigenen Stil. Diese konnte man 15 Wochen lang jeden Freitag am „Within Temptation Friday“ hören.

Auf dem sechsten Album „Hydra“, das 2014 erschien, zeigte sich die Band vor allem bei den Kooperationen experimentierfreudig. So arbeitete sie bei dem Lied „And we run“ mit dem amerikanischen Rapper Xzibit zusammen, der eigene Lyrics in dem Lied rappte. Für „Paradise (What about us?)“ holten sie sich die frühere Nightwish-Sängerin Tarja ins Boot. Auch bei „Whole World is watching“ erhielt die Band Unterstützung beim Gesang: Diesmal vom Soul Asylum-Sänger Dave Pirner. Robert Westerholt beschrieb das Album mehrfach wie folgt: „Hydra ist der perfekte Titel für unser neues Album, denn ähnlich wie das Monster steht das Album für die vielen unterschiedlichen Seiten unserer Musik“. Von den Chartplatzierungen her ist es das bisher erfolgreichste Album seit Bestehen der Band und erreichte Platz eins der US Top Hard Rock Albums.

Auszeichnungen

Within Temptation erhielt im Verlauf ihrer Karriere vielzählige Auszeichnungen für ihr musikalisches Schaffen. Darunter waren aber nicht nur nationale, sondern auch internationale Preise. In den Niederlanden erhielt sie beispielsweise drei 3FM Awards – zweimal als Best Rock Artist (2006 und 2007) und einmal als Best Live Act (2009) – und vier Export Awards: 2003, 2004 und 2005 den Conamus Export Award und 2006 den Buma Export Award. Zudem konnte sie sich vor allem bei den TMF Awards durchsetzen, wo sie von 2002 bis 2007 insgesamt fünf Preise mit nach Hause nahm, darunter zweimal die Auszeichnung Best Rock National, sowie Best Live Act und Best Video.

International konnte Within Temptation auch einige Preise gewinnen: In Deutschland zum Beispiel den Metal Hammer Award als Best Live Act 2014 und den vom amerikanischen Magazin „Revolver“ vergebenen Golden God Award für das beste Video 2006 für „Angels“. Zudem gewann sie zweimal den World Music Award als Best Selling Dutch Act (2005 und 2007). 2014 war sie als Best Album, Best Groep und Best Live Act nominiert. 2012 konnten sie außerdem drei Loudwire Awards als Artist of the Year, Rock Album of the Year und Rock Goddess of the Year entgegennehmen.

Autorin: Andrea Hoppe
Erstellt: Juni 2015


Links

Wichtige kulturelle Links finden Sie unter Institutionen

Weitere Informationen befinden sich im Dossier Niederländische Musiklandschaft

Offizielle Homepage Within Temptation

Literatur

Alle bibliographischen Angaben des Dossiers Musiklandschaft finden Sie unter Bibliographie


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