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Herman van Veen

* Utrecht, 14. März 1945 - Künstler

Van Veen
Herman van Veen während eines Auftritts, Quelle: Tim Mäkelburg

Hermanus Jantinus van Veen wurde am 14. März 1945 in Utrecht geboren. Er ist Musiker, Sänger, Schriftsteller, Regisseur, Schauspieler, Maler und setzt sich aktiv für Kinderrechte ein.

Herman van Veen wuchs als einziger Sohn in einer Arbeiterfamilie auf und studierte Violine, Gesang und Musikpädagogik am Utrechter Konservatorium. Nach seinem Theaterdebüt 1965 mit Harlekijn, einem musikalischen, clownesken Soloprogramm, etablierte sich Herman van Veen schnell als Kabarettist, Entertainer und Liedermacher. 1968 gründete er die gleichnamige Produktionsfirma Harlekijn, die bis heute besteht und zu der auch ein Verlag gehört. Gegenwärtig arbeitet Van Veen vor allem mit der Gitarristin Edith Leerkes zusammen, aber auch der Pianist Erik van der Wurff unterstützt Van Veen regelmäßig in seinen Programmen. Van Veen und Van der Wurff lernten sich 1961 am Konservatorium in Utrecht kennen und begannen ihre Karrieren gemeinsam.

Internationale Karriere

Am Beginn seiner internationalen Karriere stand 1974 ein erfolgreicher Auftritt im Schauspielhaus Hamburg, nach seiner Entdeckung in Deutschland 1972 durch Alfred Biolek und Thomas Woitkewitsch. Schnell folgte eine Show am Broadway. Damit war der Grundstein für Konzerttourneen nach Frankreich, Österreich, Skandinavien, Großbritannien, in die Schweiz, die Vereinigten Staaten und nach Japan gelegt. Auch mit der von ihm entwickelten Figur Alfred Jodocus Kwak, einer quirligen Ente, die mit ihren Abenteuern – unter anderem auch in einer 52-teiligen Fernsehserie – weltweit bekannt wurde, erlangte Herman van Veen internationale Bekanntheit. Für Alfred Jodocus Kwak erhielt er unter anderem den deutschen Fernsehpreis Goldene Kamera. Mit steigendem Bekanntheitsgrad absolvierte Herman van Veen seine Auftritte in vier Sprachen, bereiste im Zuge seiner künstlerischen Tätigkeit viele Orte rund um den Globus und veröffentlichte einige Alben unter anderem auch in Frankreich und Großbritannien. Besonders groß war sein Erfolg allerdings in Deutschland. Zu Beginn arbeitet Van Veen unter anderem mit Heinz Rudolf Kunze zusammen. Er veröffentlichte viele deutschsprachige Alben, trat im deutschen Fernsehen auf und geht noch immer regelmäßig in Deutschland auf Tournee.

Für sein umfassendes Werk, sein Violinspiel und für seine außergewöhnlichen Verdienste um die niederländische Musiklandschaft erhielt er am 14. März 2010 während des Internationalen TV- und Filmfestivals in New York den Edison Oeuvreprijs Kleinkunst. Und als zweiter Niederländer nach Rudi Carell durfte Herman van Veen 2012 den deutschen Münchhausen-Preis in Empfang nehmen. Der Preis wird jährlich an Personen verliehen, die ihr Talent in den Sparten Präsentation, Literatur, Bildende Kunst oder Fantasie und Satire unter Beweis stellen – ganz in der Tradition des berühmten Baron Münchhausen.

Bisher hat Herman van Veen 175 CDs, 21 DVDs und etwa 70 Bücher herausgebracht, Drehbücher für verschiedene Spielfilme und Theaterstücke verfasst, Filmmusik komponiert sowie Musiktheaterproduktionen inszeniert.

Ehrenamtliches Engagement

Seit seinem 17. Lebensjahr engagiert sich Herman van Veen für Unicef, zunächst als ehrenamtlicher Mitarbeiter, später auch als Vorstandsmitglied und mittlerweile als Unicef-Botschafter. Er gründete verschiedene Stiftungen, darunter die Stichting Colombine, die Stichting Roos und die Herman van Veen Foundation, mit denen er sich aktiv für die Rechte von Kindern einsetzt. Die Organisationen unterstützen ebenfalls eine geringe Anzahl Hilfsprojekte in Europa und in Entwicklungsländern. Der Erlös des Verkaufs einer Briefmarke von Herman van Veen, die im Februar 2008 herausgebracht wurde, floss zu 100 Prozent in die Herman van Veen Foundation, die mittlerweile auch in Deutschland aktiv ist.

Auszeichnungen und Preise

Neben den obengenannten Auszeichnungen bekam Herman van Veen viele weitere Auszeichnungen und Titel verliehen. So ist er sowohl Ridder in de Orde van Oranje Nassau (1993) als auch Ridder in de Orde van de Nederlandse Leeuw (2008). 1999 erhielt er vom damaligen deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland zur Würdigung seiner Verdienste um die deutsch-niederländischen Beziehungen. Für seine respekt- und liebevolle Art im Umgang mit Mitmenschen bekam er 2005 von Sabine Christiansen die Martin-Buber-Plakette überreicht. Die Universität Brüssel verlieh ihm 2009 den Ehrendoktortitel als Zeichen der Wertschätzung seiner internationalen Karriere und seinem gesellschaftlichen Engagement und 2012 ernannte ihn die Martin Buber University Brüssel/Kerkrade zum Ehrenprofessor als Anerkennung seines humanen Einsatzes für die Rechte und das Wohlbefinden des Kindes in der Gesellschaft.

Privatleben

Herman van Veen ist mit der Tänzerin Gaëtane Bouchez verheiratet und lebt in der Gemeinde Soest bei Utrecht. Er hat vier Kinder aus seinen Ehen mit Marijke Hoffman und Marlous Fluitsma. Eine Tochter, Babette van Veen, ist Schauspielerin, seine Tochter Anne tourt als Sängerin ebenfalls mit einem eigenen Soloprogramm durch die Niederlande. 1986 veröffentlichte Van Veen zur Geburt von Anne ein gleichnamiges Album und schrieb das Lied „Anne“, das bis heute zu seinen berühmtesten Liedern zählt.

Nach dem Tod seiner Eltern begann Herman van Veen im Alter von 60 Jahren mit der Malerei. Seine Werke sind meist monochrom und abstrakt und werden inzwischen in einigen europäischen Galerien und Museen ausgestellt. In den Niederlanden trägt seit dem Frühjahr 2012 eine Rose seinen Namen und Herman van Veen selbst sagt, dies sei ein Meilenstein, der die Hälfte seines Lebens markiere.

Autorin: Marie Wolf-Eichbaum
Erstellt: August 2012


Links

Wichtige kulturelle Links finden Sie unter Institutionen

Offizielle Homepage Herman van Veen

Literatur

Alle bibliographischen Angaben im Bereich Kultur finden Sie unter Bibliographie


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