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Pieter Cornelis (Piet) Mondriaan

*Amersfoort, 07. März 1872 - †New York City, USA, 01. Februar 1944 - Künstler, Mitbegründer der abstrakten Malerei

Piet MondriaanPiet Mondriaan, Quelle: Wikipedia
Der Künstler und Kunsttheoretiker Piet Mondriaan gilt als ein bedeutender Wegbereiter der abstrakten Malerei. Vor allem seine von horizontalen und vertikalen Linien und von Grundfarben gekennzeichneten geometrischen Spätwerke haben ihn in der ganzen Welt berühmt gemacht.

Pieter Cornelis Mondriaan (manchmal wird auch der französisierte Name "Mondrian" genutzt) wurde am 7. März 1872 im niederländischen Amersfoort geboren. Sein Vater war Rektor einer Grundschule, aber auch Zeichenlehrer. Schon früh brachte er seinem Sohn das Zeichnen bei. Als Vierzehnjähriger begann Piet Mondriaan selbst eine Ausbildung als Zeichenlehrer für die Grundschule, die er nach drei Jahren abschloss. Daraufhin setzte er sein Studium fort, um auch in der Sekundarstufe unterrichten oder gar an der Akademie studieren zu dürfen. 1890 wurden in Den Haag zum ersten Mal Werke von ihm ausgestellt, zwei Jahre später bekam er ein königliches Stipendium. Nachdem er auch seine zweite Ausbildung erfolgreich beendet hatte, zog er nach Amsterdam, um sich dort an der "Rijksakademie voor Beeldende Kunsten" auf die Malerei zu spezialisieren. Mit allerlei Jobs und finanzieller Unterstützung aus dem Bekanntenkreis seiner Eltern konnte er sein Studium gerade finanzieren.

Zu diesem Zeitpunkt malte Mondriaan vor allem religiöse Darstellungen und idealisierte Landschaftsbilder. Obwohl er um die Jahrhundertwende mit der Avantgardebewegung und mit dem Symbolismus der niederländischen Maler Breitner und Israëls in Kontakt kam, malte Mondriaan weiterhin vor allem Landschaftsbilder, da er sich dafür einen Markt erhoffte. Mondriaan wurde in dieser Zeit ständig von Existenzängsten und Zweifeln geplagt. Er verzweifelte vor allem, als ihm 1901 zum zweiten Mal der prestigeträchtige niederländische Förderpreis "Prix de Rome" verwehrt blieb, weil seine anatomische Malerei nicht das erforderliche Niveau hatte. Er verließ Amsterdam für eine Weile und zog in die Brabanter Provinz.

Mitbeeinflusst von einer großen Van Gogh-Ausstellung 1906, entfernte sich Mondriaan immer mehr von der realistischen Malerei. Er probierte viele verschiedene Stile aus und wurde von der Theosophie zu symbolistischen Motiven inspiriert. Einige seiner neo-impressionistischen Gemälde verhalfen ihm auf dem Kunstmarkt zu einem Namen. 1911 lernte er in Paris den kubistischen Stil kennen. Ein Jahr später zog es ihn für längere Zeit in die französische Hauptstadt, wo er verschiedene Künstler des Kubismus persönlich kennen lernte. Obwohl er sich nach wie vor von der Wirklichkeit zu den Motiven seiner Gemälde inspirieren ließ, war diese in seinen Arbeiten immer weniger wieder zu erkennen. Der Erste Weltkrieg zwang ihn kurz darauf, wieder in den Niederlanden zu arbeiten. Hier malte er seine ersten abstrakten Werke, die beim Kunstpublikum gut ankamen. Seit 1917 malte er hauptsächlich abstrakte Werke. Er nutzte dazu nur Schwarz, Weiß, Grau und die Grundfarben Blau, Gelb und Rot um Assoziationen mit der Wirklichkeit zu vermeiden. Mit einigen Gleichgesinnten gründete er im gleichen Jahr eine Künstlergruppe, die sich für einen abstrakten Stil einsetzte und die Zeitschrift "De Stijl" herausgab.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs kehrte Mondriaan nach Paris zurück. Hier perfektionierte er den heutzutage als typisch Mondriaansch geltenden Stil: er nutzte nur noch wenige Grundfarben für farbige Flächen an den Rändern der Gemälde. Seine Linien malte er nun in einem kräftigen Schwarz. In den 1930er Jahren experimentierte er mit farbigen und mit doppelten Linien. Von seinen Experimenten berichtete er befreundeten Künstlern aufgeregt in seiner Korrespondenz. Als er 1938 wegen des drohenden Krieges nach New York umsiedelte, setzte er seine Experimente fort. In manchen Fällen verzichtete er nun ganz auf die typischen schwarzen Linien. Er versuchte Linien, die er in den letzten Jahren seines Lebens der Zeichenkunst zuordnete, durch Farbflächen zu ersetzen, die er nun als das eigentliche Ausdrucksmittel der Malerei betrachtete.

Im Alter von 72 Jahren starb Mondriaan am 1. Februar 1944 in New York an den Folgen einer Lungenentzündung. Seine Werke sind in Museen auf der ganze Welt zu sehen. In seinem Geburtshaus in Amersfoort hat man ihm ein eigenes Museum gewidmet.

Autor: Peter van Dam
Erstellt: Juli 2008


Links

Wichtige kulturelle Links finden Sie unter Institutionen

Weitere Informationen befinden sich im Dossier Malerei des 17. Jahrhunderts

Literatur

Alle bibliographischen Angaben im Bereich Kultur finden Sie unter Bibliographie

Bois, Y.-A. / Janssen, H. / Joosten, J. / Zander A.: Piet Mondriaan. 1872-1944, Zwolle 1994.

Versteeg, C.: Mondriaan. Een leven in maat en ritme, Den Haag 1988.


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