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Ans Markus

* Halfweg, 29. Januar 1947 - Künstlerin

Ans Markus
Selbstportrait von Ans Markus, Quelle: Michele Ahin/cc-by-sa

Sie malt Frauen in wallenden Traumkleidern von Dior, Gaultier, Yamamoto, Westwood und Chanel. Vor überwiegend dunklem Hintergrund, realistisch exakt gemalt, wirken diese im wahrsten Sinne des Wortes großartigen Ölgemälde beinahe wie Fotografien.

Auffallend ist, dass fast allen Frauen die Augen verbunden sind. „Ich male Frauen, die frei sein wollen“, sagt die Künstlerin, Ans Markus. Bis zu ihrer eigenen „Befreiung“, der Scheidung mit 30 Jahren, fühlte sich die Künstlerin von ihrem Mann erniedrigt, verletzt und in ihrer Persönlichkeit unterdrückt. Damals dienten die verbundenen Augen als Kokon, in den sie sich zurückziehen konnte. Eingewickelte oder maskierte Frauen sind seit dieser Zeit ihr Markenzeichen, auch wenn Ans Markus den Kokon nicht mehr nötig hat.

Malen als Ausgleich

Heute ist die 65-Jährige eine der populärsten und auch kommerziell erfolgreichsten niederländischen Malerinnen. Von einer Jury aus Museumsfachleuten und Hochschullehrern wurde sie 2009 (endlich) zur Künstlerin des Jahres gewählt, nachdem sie bis dahin als einzige Frau acht Mal nominiert worden war. Kurz darauf wurde sie zur Botschafterin des Medical Knowledge Institutes ernannt, das sich um die Belange von HIV-infizierten Frauen in Afrika kümmert. 2010 erhielt sie die königliche Auszeichnung Offizier von Oranien Nassau, die mit dem deutschen Bundesverdienstkreuz vergleichbar ist.

Seit einigen Jahren hat sich die stets perfekt geschminkte und elegant gekleidete Amsterdamerin der Modewelt verschrieben. Von Kind auf gelte ihr Interesse der Vielfältigkeit und Leichtigkeit der Mode, sagt Ans Markus. Später habe das Altwerden ihrer heute 100-jährigen Mutter sie so sehr deprimiert, dass sie einen positiven Ausgleich brauchte. Mit dem Malen von Mode habe sie diesen Ausgleich gefunden.

Kein Geld für Modelle

Ihre Roben, die auf Eindrücken von besuchten Modeschauen, Fotografien aus Büchern oder dem Internet basieren, bringt sie in ihrem Amsterdamer Atelier auf die Leinwand. Das Besondere an diesen Bildern ist, dass stets ihre eigene Tochter, die ihr innerlich wie äußerlich sehr ähnlich ist, als Modell zu sehen ist. „Als ich mit dem Malen angefangen habe, hatte ich kein Geld, um ein Modell zu bezahlen, und so wurde mein Kind mein Modell. Das ist zu unser beider Vergnügen bis heute so geblieben. Ihr Gesicht ist dabei meistens anonym – versteckt hinter Binden oder Masken“, erläutert Ans Markus.

Gegen Habsucht und Eitelkeit

Neben den Modebildern zählen Stillleben, Geburt und Tod, Jugend und Alter, Christusbilder, leere Räume sowie Portraits – darunter Auftragsarbeiten für Politiker und beinahe die gesamte Königsfamilie – zu ihren bevorzugten Themen. Außerdem malte sie einen 24 Gemälde umfassenden Lebenszyklus und ein circa sechs Meter langes Bild, auf dem sich 23 Frauen verschiedenster Nationalitäten und Hautfarben die Hand reichen. Ans Markus betont damit ihren Friedenswillen: „Ich will, dass die Menschen nach innen schauen, weg kommen von Habsucht, Eifersucht und Eitelkeit“.

Ohne Ausbildung erfolgreich

Schon als Teenager begann Ans Markus zu zeichnen. Inspiriert hatte sie dazu ihr Beginn 2012 verstorbener Bruder, der Architekt gewesen war. Ihre künstlerische Laufbahn begann sie dann als Frau „in den 30ern“ mit dem Anfertigen von Portraits auf Kunstmärkten, die sie für 25 Gulden verkaufte. Danach ging es steil bergauf, sie war auf Messen in Köln und Basel vertreten. 1981 stellte sie ihre Bilder zum ersten Mal aus, 1995 eröffnete sie ihr Atelier inklusive Ausstellungsraum, 2003 erschien ein Buch über sie mit einer Sammlung ihrer Bilder anlässlich ihrer 25-jährigen Karriere als Malerin. Eine Ausstellung im Noord Brabants Museum 2007 bescherte ihr 65 000 Besucher, was die Autodidaktin Markus damals besonders freute. Das Publikum habe sie angenommen, „auch ohne akademischen Grad“ wie sie immer wieder betont, weil sie sich von manch „arroganten Kunstkreisen“ wegen ihres fehlenden Studiums und ihrer Themenwahl (Mode) nicht anerkannt fühlt. Es folgten weitere große Einzelschauen in der Kunstkirche Bakenes (Haarlem, 2008), im Museum Jan van der Togt (Amstelveen, 2010) und schließlich in der Eusebius Kirche in Arnheim, wo ihre großformatigen Mode-Gemälde im Jahr 2011 zu sehen waren. Dank ihres heutigen Ehemannes, der ihre Geschäfte „in die Hand“ genommen hat, vermarktet sie sich gut. Wer eines ihrer Bilder haben will, muss tief in die Tasche greifen: von 1000 bis 75 000 Euro reicht die Spannweite.

Autorin: Cornelia Ganitta
Erstellt: Februar 2013


Links

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Literatur

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