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Maurits Cornelis Escher

*Leeuwaarden, 17. Juni 1898 - †Hilversum, 27. März 1972) - Künstler

Maurits Cornelis Escher
Maurits Cornelis Escher bei der Arbeit, Quelle: NA (119-0156)
“Ich versuche mit meinen Bildern zu verdeutlichen, dass wir in einer schönen, geordneten Welt und nicht, wie es manchmal scheint, in einem normenlosen Chaos leben. Meine Motive sind auch häufig verspielt. Ich kann nicht davon lassen, unseren unumstößlichen Sicherheiten auf der Nase herumzutanzen. Es macht mir beispielsweise Freude wissentlich Zwei- und Dreidimensionalitäten, flach und räumlich, durcheinander zu werfen und sich über die Schwerkraft lustig zu machen.”


Wer die Bilder und Zeichnungen von M.C. (Maurits Cornelis) Escher (1898-1972), dem Verfasser des obigen Zitats, intensiv betrachtet, wird immer etwas entdecken, das nicht der Realität entsprechen kann. Indem er Prinzipien der Geometrie und Mathematik so anwendete, dass man von optischer Täuschung sprechen kann, schaffte es Escher seine Kunstwerke in fantasievolle Fabelbilder zu verwandeln. Seine in schwarz-weiß gedruckten Lithografien und Holzschnitte hängen in vielen Mathematik-Klassenräumen. Escher versinnbildlicht bis in die heutige Zeit einen Künstler, der es schaffte, Kunst und wissenschaftliche Prinzipien zu einer Einheit verschmelzen zu lassen.

Escher wurde als Sohn eines Wasserbauingenieurs in Leeuwarden geboren. Sein Vater wollte, dass er studiert, aber Escher war kein besonders guter Schüler. Zeichnen konnte er jedoch, also beschloss er an der Schule der “Maatschappij voor Bouwkunde en Kunstnijverheid” (Gesellschaft für Architektur und Kunstgewerbe) zu studieren. Beeinflusst von dem portugiesisch-jüdischen Grafiker Samuel Jessurun de Mesquita, entwickelte Escher eine Vorliebe für die grafische Buchdruckerkunst. Sein ganzes Leben sollte er der Erstellung von Holzschnitte und Lithografien treu bleiben.

Escher reist ab 1921 viel durch Süd-Europa und wohnt bis 1935 in Italien. Dort kam er mit Motiven der Mosaikkunst in Berührung, einer Kunstform, die sich später auch in seinen grafischen Werken widerspiegelte. Das Interesse an Geometrie und Mustern zeigt sich in fast all seinen Kunstwerken. „Obwohl es mir an naturwissenschaftlichem Training und Kenntnissen mangelte, fühlte ich mich oftmals mehr bei den Mathematikern als bei meinen eigenen Berufsgenossen heimisch”, so Escher.

Die Wertschätzung Eschers als Künstler setzte erst in seinen späteren Karrierejahren ein. In erster Linien interessierten sich Mathematiker für seine Werke. So war es kein Zufall, dass Eschers erste große Ausstellung im Jahr 1954 zur gleichen Zeit wie der internationale Mathematikkongress in Amsterdam stattfand. Erst ab den 1950er Jahren wurde Eschers Werk auf der ganzen Welt bekannt, nicht zuletzt, da seine Kunstwerke für Werbeplakate genutzt wurden. Escher starb 1972 im nordholländischen Ort Laren. Die optische Kunst der 60er und 70er Jahre (u.a. Victor Vasarely) ist stark von seinen Werken beeinflusst worden.

Fast die komplette Sammlung an Escher-Kunsterwerken des Haager Gemeindemuseums ist seit 2002 in der Lange Voorhout in Den Haag zu betrachten. Die Ausstellung „Escher in het paleis”, die sich im ehemaligen Palast von Prinzessin Emma befindet, zeigt nicht nur Zeichnungen des Künstlers, sondern bietet auch die Möglichkeit, selbst mit Hilfe von Computern und Modellen Kunstwerke im Stile Eschers zu entwerfen. Zu den bekanntesten Kunstwerken Eschers gehören „Lucht en Water” (1938), in dem Vögel und Fische als Mosaik mit einander verflochten werden, „Tekenen” (1942) – in dem sich zwei Hände gegenseitig zu zeichnen scheinen – und „Klimmen en dalen” (1960), wo Treppen auf eine unmögliche Art und Weise durch einander zu verlaufen scheinen.

Autor: Lennert Savenije
Erstellt: Dezember 2008


Links

Wichtige kulturelle Links finden Sie unter Institutionen

Weitere Informationen befinden sich im Dossier Malerei des 17. Jahrhunderts

Offizielle Homepage M. C. Escher

Escher im ehemaligen Königspalast in Den Haag Escher in het Paleis

Literatur

Alle bibliographischen Angaben im Bereich Kultur finden Sie unter Bibliographie

Bool, F. H. / Kist, J. R./Locher, J. L. / Wierda, F.: M. C. Escher. His Life and Complete Graphic Work, New York 1982.

Escher, Maurits C. (Ill.) / Locher, (Hrsg.): Johannes L. Leben und Werk M. C. Escher, Remseck 1994.


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