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Caro Emerald

* Amsterdam, 26. April 1981 - Sängerin

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Caro Emerald, die „neue Pop-Jazz-Queen“ der Niederlande, Quelle: Adrie Mouthaan

In ihrem Hit „Just One Dance” singt sie: „I make your dreams come true”. Zunächst aber ist sie dabei, sich ihre eigenen Träume zu erfüllen. Caroline Esmeralda van de Leeuw, wie sie im wirklichen Leben heißt, hat allen Grund zur Euphorie. Seit ihrem Überraschungserfolg „Back it up” im Jahr 2009 räumt sie so ziemlich alle Preise ab, die die europäische Musikwelt zu bieten hat: Vierfach-Platin für jeweils 150.000 verkaufte Exemplare des ersten Albums, drei Mal den niederländischen Edison, den Popprijs 2010, den Publikumspreis bei den MTV Europe Music Awards 2010 als beste Künstlerin des Jahres in Belgien und den Niederlanden und im August 2012 den Goldenen Nussknacker, ein besonders anspruchsvoller Preis, da er von niederländischen Künstlerkollegen verliehen wird.

Auch in Deutschland gelangte die „neue Pop-Jazz-Queen“, bereits zu höchsten Ehren. So erhielt sie – nach einer ersten ausverkauften Tournee durch deutsche Konzerthäuser – Anfang 2012 in Berlin die Goldene Kamera in der Sparte Beste Musik International. Den weltweit zu den renommiertesten Musikpreisen zählenden Echo als beste Newcomerin International konnte sie nur kurz darauf ebenfalls für sich verbuchen. 

Anfänge

Alles begann 2007 mit dem Anruf zweier Produzenten, die die junge Nightclub-Sängerin ersatzweise für die Demo-Version eines Songs engagieren wollten. Ihre Interpretation von „Back it up“, das ursprünglich für eine japanische Band geschrieben war, wurde so gut aufgenommen, dass David Schreurs und Jan van Vieringen beschlossen, die Single unter einem eigenen Label herauszubringen. Am 6. Juli 2009 erschien der Titel auf dem niederländischen Markt und wurde schnell zu einem Hit in den Charts. Zum Jahresende folgte mit „A Night like this“ eine zweite Single, die sich den 2. Platz der Nederlandse Top 40 eroberte und zum Hintergrund-Song einer Cocktail-Kampagne avancierte.
Von da an ging es steil bergauf: Das erste gemeinsam mit Schreurs, Van Vieringen und dem kanadischen Songwriter Vince Degiorgio produzierte Album „Deleted Scenes from the Cutting Room Floor“, stieg auf Platz 1 der Album-Charts und hielt sich dort 30 Wochen. Damit war selbst das Thriller-Album von Michael Jackson, dem King of Pop, überholt, das bis dahin unerreichter Spitzenreiter in den niederländischen Charts war. Und auch in Großbritannien rangierte das Album unter den Top Ten, zwischen Adele, Beyoncé, Amy Winehouse und Lady Gaga.

„Deleted Scenes from the Cutting Room Floor“ hinterlassen als Album-Titel zunächst ein Fragezeichen. Tatsächlich aber haben die zwölf präsentierten Jazz-, Swing- und Mambo-Songs im Ballroom-Flair der 40er und 50er Jahre durchaus Methode, da sie auf das Schauen alter Filme und Filmszenen zurückgehen, wie Caro Emerald im Interview mit dem Radiosender NDR 2 verrät: „Meine Produzenten und ich haben uns Filme aus der Ära angesehen, um uns inspirieren zu lassen. Um den gesamten Stil mitzunehmen, nicht nur die Musik der Zeit. Auch die Texte sind nahezu filmisch geschrieben, so dass sie den Zuhörer direkt in die Geschichte reinziehen können.“

Weiblich und emanzipiert

„Weiblich, glücklich, glamourös“, so beschreibt sich die selbst ernannte Diva in drei Worten. Als Rasseweib macht sie gleich allen drei Attributen Ehre. Stark geschminkt, auf hohen Hacken und in enganliegenden Kleidern, die ihren Kurven (noch mehr) Form verleihen, betritt sie die Bühne. „Es ist möglich, weiblich und emanzipiert zu sein“, kommentierte sie in einem Amica-Interview ihren elegant-nostalgischen Kleidungsstil, bei dem sie sich gern von Hollywood-Ikone Grace Kelly inspirieren lässt. Mit Blume im schwarzen Haar wirkt die leidenschaftliche Künstlerin, deren Mutter aus der Karibik stammt, allerdings zuweilen eher wie die High-Society-Version von Carmen in der gleichnamigen Oper von Bizet.

Solo-Karriere

In ihrer Kindheit hörte sie die Beatles, Abba und Madonna. Für Caro Emerald die richtigen Töne für die musikalische Grundausbildung. Den Feinschliff erhielt sie während des Gesang-Studiums am Musikkonservatorium in Amsterdam, das sie bis 2005 besuchte. Seitdem sind es Funky Beats, Big Band- und poppige Jazz-Rhythmen, die es ihr angetan haben. Sie singt in Clubs, in der Frauenband Les Elles und der 44-stimmigen Philharmonic Funk Foundation, arbeitet als Studio-Sängerin und Gesangslehrerin. Kurz nach Einspielung der Demo-Single „Back it up“ und mehreren Live-Auftritten mit diesem Lied, war sie zu Gast bei einem Amsterdamer Lokalsender, wo erstmals eine breite Öffentlichkeit auf sie aufmerksam wurde. Mit Musiker-Kollegen stellt sie den Song mit selbst gedrehtem Video 2008 bei YouTube ins Netz. Von da an nahm ihre Solo-Karriere ihren Lauf, die – nach Festival-Auftritten in England, Polen und Monte Carlo – im Dezember 2010 in einem ersten Konzert-Höhepunkt in der Amsterdamer Heineken Music Hall gipfelte. Dort entführte die glamouröse Sängerin das Publikum mit einem ansteckenden Mix aus Swing, Jazz und Pop in die Welt der Musik-Filme der 40er- und 50er-Jahre, die geprägt waren von den Tanzeinlagen von Fred Astaire, Ginger Rogers und Co.

Auf der Überholspur

Mit ihrem charmanten Retro-Style trifft die 31-Jährige den Nerv einer Generation, die sich nach der „guten alten Zeit“ zurücksehnt. „Ich glaube, das Wichtigste an meiner Musik ist, dass sie wirklich erfrischend und authentisch rüberkommt“, fasst Caro Emerald ihren Erfolg zusammen: „Wir probieren Neues, das aber gleichzeitig wiederzuerkennen ist“. Damit steht sie in der Tradition der heute schon vergessenen Band Fairground Attraction, der belgischen Band Vaya Con Dios und der niederländischen Combo Room Eleven, die es ebenso verstanden, einen coolen Sound aus Jazz, Mambo, Hiphop und Pop zu mixen. Doch während sich Vaya Con Dios rar macht auf der internationalen Bühne und sich Room Eleven nach nur zwei erfolgreichen Jahren 2009 aufgelöst hat, hält sich Caro Emerald. „Ich habe ein bisschen Angst, dass mein Erfolg ein Hype wird“, sagt die Amsterdamerin in einem NLpop-Interview: „Und ein Hype hat einen Anfang, aber auch ein Ende“. Bei Caro Emerald hat man das Gefühl, dass der Hype noch lange andauern kann.

Autorin: Cornelia Ganitta
Erstellt: Dezember 2012


Links

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Literatur

Alle bibliographischen Angaben im Bereich Kultur finden Sie unter Bibliographie


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