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Rudi Carell

*Alkmaar, 19. Dezember 1934, Niederlande - †Bremen, 07. Juli 2006 - Showmaster

Rudi Carell
Rudi Carell im Jahr 1980, Quelle: NA (933-0401)

Rudi Carell, wird am 19. Dezember 1934 als Rudolf Wijbrand Kesselaar im niederländischen Alkmaar geboren. Früh findet Carell zum Showgeschäft, in dem neben seinem Vater zuvor auch sein Großvater tätig war. So besucht er zwar zunächst das Gymnasium, verlässt dieses aber im Alter von 16 Jahren wieder, um nach einem mehrmonatigen Trip nach Paris im Alter von 17 Jahren seinen Vater zu Hause in einem Gastspiel zu ersetzen. Es folgen zahlreiche Kleinauftritte als Bauchredner, Zauberkünstler oder Entertainer in den Niederlanden. Im Jahre 1959 sollte ihn ein Fernsehauftritt mit eigenen Ideen über Nacht berühmt werden lassen. Sein Durchbruch im niederländischen Fernsehen gelingt Carell dann 1959 mit der „Rudi-Carell-Show“, für die er im Jahre 1964 die Silberne Rose von Montreux erhält und die ein Jahr später als Koproduktion des Süddeutschen Rundfunks und von Radio Bremen ausgestrahlt wird. Durch die Rudi-Carell-Show sollte der Entertainer schnell auch zu einer bekannten Größe des deutschen Fernsehens werden.


Es folgen Spielfilmauftritte in Filmen wie „Tante Trude aus Buxtehude“ oder die legendären Sketche an der Seite Heinz Erhardts aber auch Produktionen von Musikstücken wie „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer“, welcher noch heute zu einem unvergessenen Hit der deutschen Musiklandschaft gehört. Im Jahre 1974 wird die Rudi-Carell-Show schließlich durch die Sendung „Am laufenden Band“ abgelöst, was Carell endgültig zum deutschen Comedystar werden lässt. Carells Aktivitäten konzentrieren sich von nun an nahezu ausschließlich auf den deutschen Fernsehmarkt, in dem Carell Ende der siebziger Jahre u. a. in einer Werbekampagne für die Handelsgruppe „EDEKA“ zu sehen ist. 1981 entwickelt Carell mit der Sendung „Rudis Tagesschau“, einer Parodie auf die Nachrichtensendung „Tagesschau“ ein neues Sendeformat, welches Carell neben hohen Einschaltquoten auch den Unmut zahlreicher Politiker und sogar des iranischen Regimes einbingt, da in diesem Fall in einer Sendung auf satirische Art und Weise der Eindruck vermittelt wird, der iranische Führer Khomeni würde Damenwäsche von seinen Anhängerinnen geschenkt bekommen. Daraufhin wird von iranischer Seite her das Teheraner Goethe-Institut geschlossen und zwei Diplomaten werden des Landes verwiesen. Rudi Carell entschuldigt sich später für den Fauxpas, was zur Beilegung des Streits führen sollte.

In den achtziger Jahren entwickelt Carell vornehmlich familientaugliche Formate wie die Blind-Date-Show „Herzblatt“ beim Bayerischen Rundfunk oder die Neuauflage der Rudi-Carell-Show, in der fortan Bürgern Wünsche erfüllt werden sollten. Beide Shows werden wieder einmal Quotenbrecher. Kaum weniger erfolgreich sind Formate wie „Rudis Urlaubsshow“, „Rudis Tiershow“ oder „Die Post geht ab“. In den neunziger Jahren produziert er für RTL die mit dem „Goldenen Löwen“ ausgezeichnete Comedy-Show „7 Tage – 7 Köpfe“, in der er zusammen mit Mike Krüger, Gaby Köster, Jochen Busse u. a. zu sehen ist. Zu Carells zahlreichen Auszeichnungen gehören neben einem „Bambi“ zweimal die „Goldene Kamera“ sowie das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse und der Karl-Valentin-Orden. Im Jahre 2001 wird Carell von Königin Beatrix darüber hinaus zum Ritter des niederländischen Löwen-Ordens ernannt. 2004 wirkt Carell selbst im Alter von 70 Jahren noch an der Sendung „7 Tage - 7 Köpfe“ mit, wenn auch vermehrt als Produzent. Ein Jahr später wird die letzte Folge der Sendung ausgestrahlt. Im Februar 2006, mittlerweile von einer schweren Lungenkrebserkrankung gezeichnet, wird Carell im Rahmen der Verleihung der Goldenen Kamera mit dem Ehrenpreis für sein Lebenswerk bedacht. Am 7. Juli stirbt Carell im Alter von 72 Jahren im norddeutschen Syke an den Folgen seiner Krankheit. Rudi Carell war in dritter Ehe verheiratet. Aus seiner ersten geschiedenen Ehe gingen die Töchter Annemieke und Caroline hervor. Rudi Carell galt als der letzte große Entertainer des deutschen Fernsehens.

Autor: Boris Krause
Erstellt: November 2006


Links

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Literatur

Alle bibliographischen Angaben im Bereich Kultur finden Sie unter Bibliographie

Trimborn, J.: Rudi Carell. Ein Leben für die Show, München 2006.


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