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Bløf
*1992, Middelburg - Popband

Bløf ist die erfolgreichste Musikband der Niederlande, und das auch noch auf Niederländisch. 18 Alben – fast alle landen auf Platz 1 oder 2 der Albumcharts –, 31 herausgebrachte Singles mit 11 Top Ten Hits seit Gründung der Band 1992. Ein Jahr lang schreiben sie an Song und wagen sich mit einem Mix aus Rocknummern, akustischen Balladen und poppigen Songs an die ersten Auftritte. Dabei profitieren sie vom aufkommenden Interesse an niederländischsprachiger Musik und können 1995 ihr erstes Album ‚Naakt onder de hemel’ unter Eigenregie herausbringen. Das Album schlägt zwar noch keine großen Wellen, ist aber doch ab und an im Radio zu hören. Ohne dass es in den Medien groß bemerkt würde, entwickelt sich der Song ‚Aan de kust’ zur Zeeländischen ‚Nationalhymne’.
Die nächsten zwei Singleauskoppelungen des Albums ‚Helder’ (1997, ebenfalls Eigenregie) floppen zunächst und die Band steht kurz vor der Auflösung. Neuer Schwung soll her, Drummer Henk Tjoonk wird vor die Tür gesetzt und ein neuer Manager bringt einen Plattenvertrag bei EMI zustande. Das Konzept fruchtet, die dritte Single ‚Liefs uit Londen’ springt in die Charts und auch ‚Aan de kust’ und ‚Wat zou je doen’ – ursprünglich vom Vorgängeralbum – werden in einer Live-Version nachträglich zum Hit. Die nächsten Alben kommen ebenfalls gut an, schaffen teilweise Doppelplatin, und auch die Singles erzielen respektable Ergebnisse in den Top 40. Seit 2001 sind Bløf regelmäßig die meist gespielten Künstler in Radio und TV, mit Ausnahme von 2006 und 2008 als Marco Borsato sie auf Platz 2 verbannt. 2003 bekommen sie die ‚Goldene Harfe’ und den ‚Edison Award’ als beste Gruppe, 2004 folgt der ‚Popreis’ und ein weiterer ‚Edison’.
Die Band ist für ihre Projekte mit internationalen Künstlern bekannt, so gehen sie beispielsweise 2003 nach Kenia, wo sie Entwicklungsprojekte unterstützen und mit lokalen Musikern auftreten. Auch 2004 bereisen sie die Welt und haben Auftritte auf Curaçao, Kuba – wo sie mit Buena Vista Social Club Mitglied Eliades Ochao ins Studio gehen – und in den USA, wo sie mit den Counting Crows den Hit ‚Holiday in Spain’ aufnehmen. 2005 geht es nach Irland, Indien, Japan, Australien, Argentinien und in die Türkei, überall entstehen Songs mit lokal bekannten Künstlern. Das Ergebnis dieser Reisen wird 2006 auf dem beeindruckenden Album ‚Umoja’ (Suaheli für ‚Einheit’) präsentiert, deren Singleauskopplungen allesamt in den Top Ten landen und das mittlerweile mit 3-fach Platin ausgezeichnet wurde. 2008 erhält Bløf den ‚Millennium Goals Award’ für ihren Beitrag zur Armutsbekämpfung. Seit 2006 organisiert die Band das zweitägige Popfestival ‚Concert aan Zee’ in Renesse, das dieses Jahr zum vierten Mal hintereinander ausverkauft ist. 80.000 Besucher jubeln Ende Juni Marco Borsato, Golden Earring und Maria Mena zu. Traditionsgemäß schließt Bløf selbst dann das Festival ab.
Bandmitglieder:
- Paskal Jakobsen (Gesang/Gitarre)
- Bas Kennis (Klavier)
- Peter Slager (Bass)
- Norman Bonink (Schlagzeug) (seit 2001)
Ehemalige:
- Chris Götte (Schlagzeug) (1997 – zu seinem Unfalltod 2001)
- Henk Tjoonk (Schlagzeug) (bis 1997)
Autorin: Verena Soldierer
Erstellt: August 2009
Links
Wichtige kulturelle Links finden Sie unter Institutionen
Weitere Informationen befinden sich im Dossier Niederländische Musiklandschaft
Offizielle Homepage Bløf
Literatur
Alle bibliographischen Angaben des Dossiers Musiklandschaft finden Sie unter Bibliographie
Berg, Erik van den / Mantel, Roy / Adrichem, Pieter van: Klare taal: Vijftien jaar Nederlandstalige rock, Groningen 1994.
Rutten, Paul / Grijp, Hetty / Peter, Louis: Zingen in een kleine taal: De positie van het Nederlands in de muziek, Volkskundig Bulletin 21, 2, 1995.
