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Pieter Stuyvesant

*Weststellingwerf, 1592 - † New York, 1671 - Gouverneur von Neu-Amsterdam

Stuyvesant, Pieter
Pieter Stuyvesant, Quelle: Künstler unbekannt

Der 1592 im friesischen Weststellingwerf geborene Pieter Stuyvesant macht sich vor allem als Gouverneur von Neu-Amsterdam (das spätere New York) einen Namen. Der Sohn des Pfarrers Balthazar Johannes Stuyvesant studiert Philosophie und Philologie in Franeker. Nach einem fünfjährigen Studium wird Stuyvesant Offizier in der niederländischen Armee und zieht auf die Insel Curaçao, eine niederländische Kolonie in der damaligen Handelszone der Westindischen Kompanie, die den niederländischen Handel in der 'Neuen Welt' verwaltet. Auf Curaçao macht Stuyvesant rasch Karriere, innerhalb von zehn Jahren wird er zum Gouverneur der Insel ernannt.

Doch das Glück von Pieter Stuyvesant hält nicht an. Er wird 1644 bei einem Angriff einer portugiesischen Flotte auf die ebenfalls niederländische Insel Sankt Martin schwer am rechten Bein verletzt, das infolgedessen amputiert werden muss. Um sich von seiner Verletzung zu erholen, kehrt er in die Niederlande zurück, wo er sich ein Holzbein anmessen und dieses mit silbernem Schmuck verzieren lässt. Nachdem er außerdem geheiratet hat, kehrt er 1646 in die Neue Welt zurück als Gouverneur von Aruba, Bonaire und Curaçao. Man ernennt ihn gleichzeitig auch zum Generaldirektor der niederländischen Gebiete auf dem amerikanischen Festland, die als 'Nieuw Nederland' angedeutet werden. Er lässt sich in Neu Amsterdam nieder, dem späteren New York. Dort erreicht er einen Frieden zwischen niederländischen und englischen Kolonisten, weiß er die niederländischen Gebietsteile erheblich zu vergrößern und kann außerdem den Frieden mit der einheimischen Bevölkerung erhalten. Trotzdem sind die übrigen niederländischen Kolonisten nicht besonders glücklich mit ihrem Generaldirektor - der den Spitznamen 'koppige Piet' ('Sturer Piet') bekommen hat -, weil sie der Meinung sind, er übe eine Schreckensherrschaft aus. Nach einigen Jahren erreichen diese Kolonisten eine relative Entmachtung Stuyvesants, dessen Befugnisse an einen neu eingerichteten Stadtrat übergehen.

Schließlich wird Stuyvesant auch in Neu Amsterdam von ausländischen Mächten heimgesucht. 1644 fährt eine englische Flotte an der Mündung des Flusses Hudson bei der Stadt auf. Die Engländer fordern die Übergabe der niederländischen Kolonie, da sie der Ansicht sind, dass ganz Nord-Amerika England gehöre, weil es von dem Engländer James Cabot entdeckt wurde. Stuyvesant will sich gegen die Engländer wehren, aber es mangelt ihm dafür an Unterstützung seitens der niederländischen Kolonisten. Die Kolonie wird deshalb den Engländern übergeben und in New York umbenannt.

Enttäuscht kehrt Stuyvesant in die Niederlanden zurück, wo ihm aber der Verlust der Kolonie vorgeworfen wird. Rasch entscheidet er sich deshalb um und bittet die englischen Behörden um Erlaubnis sich in New York niederzulassen und einen Bauernhof aufzubauen. Dieses wird ihm gestattet und er zieht mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen nach Amerika zurück. New York wird 1673 noch einmal von der WIC zurückerobert, und heißt bis zur endgültigen englischen Rückeroberung 1674 vorübergehend noch einmal Neu Amsterdam. Pieter Stuyvesant erlebt dies aber nicht mehr; er stirbt 1671 auf seinem Landgut.

Autor: Peter van Dam
Erstellt: Dezember 2006


Literatur

Bibliographischen Angaben zum Thema Geschichte finden Sie unter Bibliographie

Shorto, Russel: The island at the center of the world. The epic story of Dutch Manhattan and the forgotten colony that shaped America, New York 2004.

Jacobs, Jaap: Een zegenrijk gewest. Nieuw Nederland in de zeventiende eeuw, Leiden 1999.

Links

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