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Michiel de Ruyter

*Vlissingen, 24. März 1607 - † Bucht von Syrakus bei Sizilien, 29. April 1676 - Niederländischer Seefahrer und Admiral

Michiel de Ruyter
Michiel de Ruyter, Quelle: Ferdinand Bol

Der niederländische Seefahrer Michiel de Ruyter wurde durch viele Siege auf dem Meer zu einem niederländischen Volkshelden. Aus einfachen Anfängen konnte er sich bis zu einem Befehlshaber der niederländischen Flotte hocharbeiten. Unter anderem durch seine Erfolge konnten die Niederlande sich im 17. Jahrhundert kurzzeitig als Weltmacht zu Wasser präsentieren.

Michiel Adriaenszoon (Den Zusatz "De Ruyter" hat er erst später seinem Namen hinzugefügt) wurde 1607 in Vlissingen geboren als Sohn des Bierträgers Adriaen Michielszoon und Aagje Jansdochter. Dass er später mal eine glorreiche Karriere machen würde, werden seine Eltern zunächst nicht vermutet haben. Der kleine Michiel war ein Sorgenkind: er wurde wegen schlechtes Benehmens der Schule verwiesen, arbeitete dann als Zehnjähriger in einer Seilerei, aber wurde auch dort rausgeworfen.

Bereits als Elfjähriger zog es De Ruyter zum Meer hin. Er heuerte als Schiffsjunge an und fuhr im August 1918 aufs Meer hinaus. Auch das bedeutete keineswegs ein freudenvolles Leben: Bald nahmen ihn spanische Kriegsgegner gefangen. Nachdem er mit einigen anderen entkommen war, kehrte er zu Fuß zurück in die Niederlande. Allerdings zeigte sich De Ruyter bald erfolgreich in seinem Gewerbe: gerade mal fünfzehn Jahre alt hatte er es schon zum Schiffsführer gebracht, der höchste Rang, den einen Unteroffizier innehaben konnte. Es folgte eine kurze Episode auf dem Lande: De Ruyter meldete sich bei der Armee des niederländischen Heeresführer Prinz Maurits von Oranien und kämpfte unter anderem bei Bergen op Zoom. Allerdings kehrte er bald wieder zum Meer zurück.

De Ruyter – der Name weist vermutlich auf seeräuberische Tätigkeiten ("ruiten" hieß rauben) hin – war abwechselnd für verschiedene Arbeitgeber tätig. 1622 heuerte er zum ersten Mal bei der Kriegsmarine an, war aber danach auch wieder in der Kaperei und in der Handelsschifffahrt engagiert. Aus seiner Zeit als Handelsschiffer für die Vlissinger Handelsfamilie Lampsins, für die er oft arbeitete, stammt die Geschichte, dass De Ruyter einmal einen Angriff von den berüchtigten Dünkirchener Kaperern abgewehrt haben soll, indem er das Deck seines Schiffs mit Butter einrieb, so dass sein Schiff nicht geentert werden konnte.

Viele Reisen über die ganze Welt machten aus De Ruyter einen reichen Mann. Nachdem seine zweite Ehefrau Neeltje Engels 1650 verstarb (seine erste Ehefrau war 1631 im Wochenbett verstorben) heiratete er 1652 zum dritten Mal, diesmal die Witwe Anna van Gelder. Für seine Frau und sich erwarb er eine prachtvolle Wohnung, zudem entschied sich De Ruyter dazu, in den Ruhestand zu gehen. Diese Entscheidung musste er aber bald rückgängig machen.

1652 brach der erste englisch-niederländische Krieg aus. Die Provinz Zeeland bat De Ruyter, ein von der Provinz bereitgestelltes Schiffskader zu anzuführen. Als bei der Seeschlacht von Plymouth der eigentliche höchste niederländische Befehlshaber fehlte, übernahm De Ruyter das Kommando. Er gewann die Schlacht, der erste niederländische Erfolg in diesem Krieg. Der Sieg machte aus dem bis dahin weitgehend unbekannten De Ruyter einen Nationalheld. Auch nach dem Krieg blieb er bei der Marine tätig. Er setzte sich dafür ein, dass die Flotte modernisiert und Manöver geübt wurden. Im Jahre 1665 wurde er zum Admiral – der höchste Befehlshaber der Marine – ernannt.

De Ruyter machte sich einen Namen als wagemutiger und disziplinierter Anführer. Einige seiner Schiffe fuhren 1667 beispielsweise den Medway, eine Abzweigung der Themse, hoch, nachdem es gelungen war, eine Kette, die den Fluss hätte abriegeln müssen, mit dem verstärkten Vordersteven eines Schiffes zu durchbrechen. So konnte man der englischen Flotte, die wehrlos im Hafen lag, großen Schaden zufügen, außerdem führte man das Flaggschiff der Engländer mit zurück in die Niederlande. Obwohl De Ruyter keinen entscheidenden Anteil an dieser Aktion hatte – der Plan war vom Ratspensionär Johan de Witt, die Ausführung überließ De Ruyter einem seiner Kapitäne – ehrten viele Niederländer De Ruyter für den erstaunlichen Erfolg.

Es folgte eine sehr unruhige Zeit in den Niederlanden, in der De Ruyter in einen Machtkampf zwischen den Anhänger des Hauses Oranien und den Anhängern des Ratspensionärs Johan de Witt hinein gezogen wurde. Mehrmals entkam er nur knapp den Tod, auch als sein Freund Johan de Witt und dessen Bruder von politischen Gegnern 1672 gelyncht wurden. Der neue Stadthalter, Wilhelm III, behielt De Ruyter als Admiral. Bei einer Mittelmeerexpedition wurde er von einer Kanonenkugel so schwer verwundet, dass er eine Woche später, am 29. April 1676 starb. Er wurde in der Nieuwe Kerk zu Amsterdam beerdigt und mit einem prächtigen Grab geehrt.

Autor: Peter van Dam
Erstellt: Oktober 2007


Literatur

Bibliographischen Angaben zum Thema Geschichte finden Sie unter Bibliographie

Prud'homme van Reine, Ronald B.: De rechterhand van Nederland. Biografie van Michiel Adriaenszoon de Ruyter, Amsterdam 2007.

Links

Wichtige geschichtliche Links finden Sie unter Institutionen

Landelijke Stichting 400 Jaar Michiel de Ruyter Michiel de Ruyter-Gedenkjahr 2007


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