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Piet Hein

*Delfshaven, 15. November 1577 - † 17. Juni 1629 - niederländischer Seefahrer

'Sein Name ist klein, seine Taten sind groß', so besangen die Niederländer den Seefahrer Piet Hein, weil er 1628 eine so genannte 'Silberflotte' der Spanier eroberte.

Hein, Piet
Piet Hein, Quelle: Kopie nach Jan Daemen Cool

Piet Pieterszoon Hein wird am 15. November 1577 in Delfshaven bei Rotterdam geboren. Bereits sein Vater ist Schiffer und Piet Hein und seine drei jüngeren Brüder folgen dem Beispiel ihres Vaters und versuchen sich in der Handelschifffahrt. Wahrscheinlich fährt Piet Hein schon mit sechzehn zur See, was in der Zeit nicht ungefährlich ist, da die niederländischen Provinzen sich mitten im Achtzigjährigen Krieg mit dem habsburgischen Fürst von Spanien befinden. Hein bekommt dies am eigenen Leib zu spüren, als er um die Jahrhundertwende zusammen mit seinem Vater in spanische Gefangenschaft gerät und einige Jahre als Galeerensklave in der Flotte des spanischen Befehlshabers Spinola eingesetzt wird.

Kurz nachdem er 1602 wieder in Freiheit gelangt, fällt er wieder in spanische Händen. Die Gefangenschaft dauert diesmal vier Jahre an, da man in den Niederlanden keine Ahnung von seinem Widerfahren hat. Nach seiner Rückkehr tritt er in Dienst für die Vereinigte Ostindische Kompanie (VOC), der Handelsgesellschaft, die den niederländischen Handel in Indien finanzierte und koordinierte. Als er 1611 von der bewegten Reise wieder nach Holland kommt, lässt er sich in Rotterdam nieder und heiratet Anneke Claesdochter de Reus, die aus einer vornehmen und wohlhabenden Familie stammt.

Hein arbeitet auch weiterhin als Handelsschiffer, bis er kurz nach ihrer Gründung in die Dienste der Westindischen Kompanie (WIC) tritt, die sich dem niederländischen Handel in der westlichen neuen Welt verschrieben hatte. Er bekommt Kaperbriefe, die es ihm erlauben Schiffe feindlicher Mächte anzugreifen, auch wenn es sich nicht um Kriegsschiffe handelt. Praktisch wird Hein somit ein militärischer Kommandant. Bei seiner ersten Fahrt für die WIC erobert er am 8. Mai 1624 für kurze Zeit die portugiesische Hauptstadt in Brasilien, San Salvador (Bahia). Auch bei seiner zweiten Fahr für die WIC zeigt Hein sich als ein ambitionierter, aber vernünftiger und humaner Anführer, der mit reicher Beute nach Holland zurückkehrt.

Bei seiner dritten Fahrt hat Piet Hein das ausdrückliche Ziel, die spanische Schatzflotte zu erobern. Diese Schatzflotte, die wertvolle spanische Güter aus der Neuen Welt nach Spanien transportiert, wird wegen der Silberladungen, die sie transportiert, oft als 'Silberflotte' bezeichnet. Obwohl Hein in seiner Flotte einige sehr fachkundige und draufgängerische Kapitäne vereinigt hat, stehen die Chancen um seine Pläne anfänglich schlecht, da auch die spanischen Behörden von seinem Vorhaben erfahren haben und ihre Schiffe auf sicherer Distanz halten. Ein Teil der spanischen Flotte wird aber durch einen Sturm in die Arme von Hein getrieben, der so fast ohne Verluste mit einer unwahrscheinlich großen Beute nach Holland zurückkehrt, wo man ihm einen Heldenempfang bereitet. Selbst wird Hein von der WIC kaum an der Beute beteiligt. Er tritt deshalb aus dem Dienst der WIC und setzt seine Karriere als Befehlshaber bei der Marine der holländischen Staaten fort. Bei einem Übergriff auf drei Kaperschiffe am 17. Juni 1629 trifft ihn eine Kanonenkugel, die ihn auf der Stelle tötet. Piet Hein wird mit viel Pracht in Delft beerdigt und von der Bevölkerung noch lange Zeit als Held geehrt.

Autor: Peter van Dam
Erstellt: Dezember 2006


Literatur

Bibliographischen Angaben zum Thema Geschichte finden Sie unter Bibliographie

Prud'homme van Reine, Ronald B.: Admiraal Zilvervloot. Biografie van Piet Hein, Amsterdam 2003.

Visser, Wendy de: Piet Hein en de Zilvervloot. Oorlog en handel in de West, Hilversum 2001.

Zuidhoek, Arne: De West-Indische Compagnie en Piet Hein, Baarn 1999.

Links

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