Geschichte - PERsonen A-Z



Anne Frank

*Frankfurt am Main, 12. Juni 1929 - † Bergen-Belsen vermutlich im Februar 1945 - Tagebuchverfasserin

Frank, Anne
A. Frank, Quelle: NA (905-4973)

Anneliese Marie Frank wurde am 12. Juni 1929 in Frankfurt am Main als Tochter des Bankiers und Unternehmers Otto Heinrich Frank und Edith Holländer geboren. Zusammen mit ihrer drei Jahre älteren Schwester Margot wuchs sie als Kind jüdischer Eltern heran. Als Hitler an die Macht kam, floh die Familie vor den Nationalsozialisten nach Amsterdam. Hier gründete Otto Frank einen Handelsbetrieb für Pektin, ein natürliches Geliermittel. Die Franks wohnten zunächst am Merwedeplein 33. Von hier aus besuchten Anne und Margot die Montessorischule, wo sie des Niederländischen schnell mächtig wurden.

Das Hinterhaus

Als die Deutschen im Jahre 1940 die Niederlande besetzten und die ersten anti-jüdischen Maßnahmen ergriffen, sah Otto Frank die Familie in Gefahr und begann im Herbst 1941 damit, im Hinterhaus seines Firmengebäudes an der Prinsengracht 263 ein Versteck zu errichten, wo die Familie, aber auch Freunde der Familie ab 1942 Unterschlupf finden sollten (erfahren Sie hier mehr über das Anne Frank-Haus). Tagsüber zur absoluten Stille verpflichtet, bot sich nur abends und sonntags die Möglichkeit, sich im Haus zu bewegen und miteinander zu unterhalten.

Anne, kurz zuvor dreizehn Jahre alt geworden, bekam zum Geburtstag ein Poesiealbum geschenkt, welches sie schnell als Tagebuch nutzte, um die Isolation halbwegs erträglich zu gestalten. Sie schrieb an ihre imaginäre Freundin „Kitty“ und bereits im Dezember des Jahres war das Poesiealbum voll geschrieben. Anne Frank setzte ihr Tagebuch fortan in Schulheften fort, welche 1943 durch Kurzgeschichten über das Leben im Hinterhaus ergänzt wurden. Durch einen Radioempfänger mit Informationen über das Kriegsgeschehen versorgt, hofften die Untergetauchten des Öfteren auf ein schnelles Ende des Krieges. Dies findet sich ebenso in Franks’ Tagebuchschilderungen wieder wie ihre heimliche Liebe für Peter, den Sohn eines Mitarbeiters und einer Mitarbeiterin des väterlichen Betriebs, die ebenfalls im Versteck mit untergetaucht waren.

Liebe Kitty,...

Annes Aufzeichnungen schwankten zwischen Optimismus und Pessimismus und umfassten in einer zweiten Version auch fiktive Geschichten über das Leben im Hinterhaus. Ihr reguläres Tagebuch führte sie jedoch weiter. Die zweite Version sollte Frank jedoch nie fertig stellen können. Die „Grüne Polizei“, welche vermutlich über das Versteck in Kenntnis gesetzt worden war, stürmte am 4. August 1944 das Hinterhaus an der Prinsengracht und deportierte die acht Untergetauchten in das Durchgangslager Westerbork.

Die Tagebücher wurden nicht beschlagnahmt und konnten von Miep Gies gerettet werden, welche die Franks über die Jahre in ihrem Versteck versorgt hatte. Von Westerbork aus wurden die Acht in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau gebracht, wo Edith Frank an Erschöpfung starb. Anne und Margot wurden nach Bergen-Belsen transportiert und starben dort kurz nacheinander an Erschöpfung und Typhus – zwei Monate vor Ankunft sowjetrussischer Truppen. Ihr Vater, Otto Frank, war der Einzige, der den Krieg überlebt.

Miep Gies überreichte Otto Frank die Tagebücher seiner Tochter, der sich nach dem Lesen der Bücher dazu entschloss, diese zu veröffentlichen. Er verfasste ein Manuskript, welches aus beiden Versionen von Annes Tagebüchern bestand, wobei er auf anti-deutsche Passagen sowie auch auf einige Passagen über seine Frau verzichtete.

Weltweiter Bestseller

Am 25. Juni 1947 wird Het Achterhuis. Dagboekbrieven, 12 juni 1942 – 1 augustus 1944 mit einer Auflage von 1.500 Exemplaren publiziert. 1955 feierte das Theaterstück The diary of Anne Frank am Broadway Premiere. Durch den Erfolg der Aufführung - das Stück wurde unter anderem mit dem Pulitzer Preis in der Kategorie Schauspiel ausgezeichnet -  wurde auch das Buch weltweit zum Beststeller. Schätzungen gehen von 30 Millionen verkauften Exemplaren aus, die Tagebücher wurden in mehr als 70 Sprachen übersetzt.

Auch heutzutage, mehr als 65 Jahre nach der Erstveröffentlichung, berührt die Lebensgeschichte Anne Franks die Menschen noch immer tief. Ende 2013 erschien eine neue Gesamtausgabe der Werke Anne Franks (NiederlandeNet berichtete), Anfang 2014 verkündete der deutsche Fernsehsender ZDF, man wolle Annes Geschichte verfilmen (NiederlandeNet berichtete) und im Mai 2014 fand die Premiere des multimedialen Theaterstücks Anne in Amsterdam statt (NiederlandeNet berichtete).

„Ich will fortleben, auch nach meinem Tod.“ Diesen ehrgeizigen Satz schrieb Anne Frank am 5. April 1944 in ihr Tagebuch. Es ist ihr gelungen.

Autor: Boris Krause
Erstellt: November 2006
Aktualisiert: Juni 2014, Online-Redaktion


Literatur

Bibliographischen Angaben zum Thema Geschichte finden Sie unter Bibliographie

Frank, A., Pressler, M., Frank, Otto H.: Tagebuch. Die endgültige deutschsprachige Fassung, Frankfurt 2002

Links

Wichtige geschichtliche Links finden Sie unter Institutionen

Biographie (ING) Anne Frank

Biographie (DHM) Anne Frank

Anne Frank Museum

Anne Frank Zentrum

Anne Frank Fonds in Basel

Forschungsprojekt der Anne Frank Stichting Anne Franks laatste maanden

Online Ausstellung Anne Frank: her life, her diary, her legacy


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