Die Niederlande und das Wasser


I. Einführung

Das Land zwischen Ems, Nordsee und den Deltaarmen der Schelde pflegt eine Beziehung zum Wasser, die weltweit einzigartig ist: Ein Viertel der Niederlande liegt unterhalb des Meeresspiegels –an nicht wenigen Orten führt das dazu, dass selbst Kanäle und Flüsse oberhalb der eigentlichen Landschaft verlaufen und deshalb von Dämmen eingefasst werden. Wer auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol landet, der betritt die Niederlande in einer Region, die noch vor rund 150 Jahren vier Meter hoch unter Wasser stand. An das nasse Element erinnert noch der Name des Flughafens: Schiphol bedeutet Schiffshölle, denn genau das war das Haarlemmermeer an dieser Stelle. Wenn dort und an allen anderen tief liegenden Regionen des Landes nicht ständig Wasser abgepumpt würde: Die niederländische Küste läge bald 60 Kilometer weiter östlich.

Es war keine Selbstverständlichkeit, dem Meer das Land abzuringen. Große Wasserbauprojekte waren dazu vonnöten: riesige Sperranlagen im offenen Meer – die Deltawerke – oder der Abschlussdeich, der seit den dreißiger Jahren quer durch die ehemalige Zuiderzee läuft, sind nur zwei herausragende Beispiele. Vorausgegangenen waren solchen Projekten oft schwere Sturmfluten.

Von und mit dem Wasser leben

Genauso wie die Niederlande vom Wasser jenseits der schützenden Dünengürtel und Deiche bedroht sind, lebt das Land auch von und mit dem Wasser. Zur mächtigsten Handelsnation der Welt konnte Holland im 17. Jahrhundert nur aufsteigen, weil seine Einwohner der Kunst mächtig waren, stabile Segelschiffe zu bauen und zu fahren. Noch immer sieht man vielen alten Hafenstädten den Reichtum an, der damals im Handel mit Europa und Übersee erwirtschaftet wurde. Zahlreiche Museen setzen sich heute damit auseinander – beispielsweise das Zuiderzee-Museum in Enkhuizen.

Land der Seefahrer

Auch der größte Hafen der Welt - Rotterdam - braucht natürlich das Wasser. Und zugleich ist er das industrielle Zentrum der Niederlande. Das macht deutlich, dass die Niederlande noch immer ein Land der Seefahrer sind, wie schon seit Jahrhunderten. Aber auch bei ausländischen Touristen ist insbesondere das Wasser sehr beliebt: Es gibt schließlich kaum eine holländische Stadt, die sich nicht über Flüsse und Kanäle per Boot ansteuern lässt. Oft braucht man nicht einmal einen Bootsführerschein, um die Kajütenkreuzer oder Hausboote fahren zu dürfen!

Wadden & Water – Marsch & Wasser:
Projekt der EDR für Schülerinnen und Schüler

Die Begriffe Marsch und Wasser spielen in der Küstenlandschaft der Niederlande und Deutschlands eine große Rolle. Immer wieder taucht das Gebiet in den Nachrichten auf, doch vielen Menschen fehlt das Hintergrundwissen, um die Bedeutung dieser einmaligen Naturlandschaft einschätzen zu können.

Diesem Problem widmet sich ein Projekt in der Ems Dollart Region, das mithilfe einer Internetseite und einer CD-ROM die Mittelstufe in deutschen und niederländischen Schulen über das Watt und seine diversen Bewohner aufklärt. Gemäß dem Prinzip ‚spielendes Lernen’ bietet die Site einen virtuellen Spaziergang entlang der Küste, bei dem man sich Filme zu verschiedenen Themen ansehen kann. Darüber hinaus gibt es eine Bibliothek zum Nachschlagen von Begriffen rund um das Watt mit weiteren Literaturempfehlungen und Internetlinks, Textinformationen, graphischen Abbildungen und Fotos. Außerdem werden Empfehlungen für den Einsatz der Site oder der CD-ROM im Unterricht gegeben.

Weitere Informationen auf der Homepage Wadden & Water

Autor: Christoph Podewils
Erstellt:
Juni 2005
Aktualisiert:
März 2008


Links

Wichtige Links im Bereich Geographie finden Sie unter Institutionen

Ausstellung über die Geschichte von Mensch und Meer, Deichbau und Landgewinnung im Ijseelmeergebiet. Direkt an die Ausstellung schließt die Batavia-Werft an. Nieuw Land Poldermuseum, Lelystad

Rund 130 Gebäude und Werkstätten aus der Zeit von 1880 bis 1932 sind im Freilichtmuseum zu besichtigen. Das Innenmuseum bietet Ausstellungen über die Einpolderungen und die Vereinigte Ostindische Compagnie (VOC). Zuiderzeemuseum Enkhuizen

Das Museum gibt Einblicke in die Seefahrtgeschichte der Niederlande und beleuchtet die Geschichte der Vereingten Ostindischen Compagnie und der Westindischen Compagnie. Niederländisches Schifffahrtsmuseum Amsterdam

Wasserthemenpark und Ausstellung über die Deltawerke, das Oosterschelde-Sperrwerk, Umwelt und Fischerei. Neeltje Jans, Burgh-Haamstede

Feste Ausstellung zu den Themen „Wasser und Natur“, „Wasser in den Niederlanden“, „Wasser und die Welt“. Interaktive Präsentationen und Wasserlabor. Wassermuseum Arnheim

Literatur

Alle bibliographischen Angaben zum Thema Geographie finden Sie unter Bibliographie


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