Freizeit- Personen A-Z


Sven Kramer

*23. April 1986 in Heerenveen, Eisschnellläufer

Kramer, SvenSven Kramer Olympiasieger, zwölffacher Welt- und vierfacher Europameister, Quelle: wYnand!/cc-by-nc-sa

Der niederländische Eisschnellläufer Sven Kramer ist mehrfacher Olympiamedaillengewinner, Welt- und Europameister, wobei er besonders auf die Distanzen 5.000 und 10.000 Meter spezialisiert ist. Er hat an den Olympischen Spielen 2006 in Turin und 2010 in Vancouver teilgenommen. In Vancouver verpasste er, nach dem Gewinn der Goldmedaille im 5.000-Meter-Lauf der Herren, trotz guter Chancen tragischer Weise die Spitzenplatzierung im 10.000-Meter-Lauf, wegen eines technischen Fehlers seines Trainers wurde Kramer disqualifiziert.

Schon Kramers Vater Yep war als erfolgreicher Eisschnellläufer aktiv. Er nahm unter anderem an den Olympischen Winterspielen 1980 in Lake Placid und 1984 in Sarajevo teil. Kramer selbst wuchs ab 1986 in Heerenveen, und somit in der Nähe des niederländischen Eisschnelllaufzentrums Oudeschoot, auf. Er erlernte das Eislaufen im Vorschulalter und durchlief alle Altersklassen. Die Fachwelt wurde erstmals 2002 auf Kramer aufmerksam, als er während eines B-Junioren-Länderkampfes gegen die Bundesrepublik Deutschland im ostniederländischen Deventer den 3. Platz erreichte. Im Dezember 2004 gewann er die niederländischen Meisterschaften im Großen Vierkampf, wodurch er sich gleichzeitig für die Teilnahme an den europäischen Titelkämpfen qualifizierte. Nach diversen guten Platzierungen bei europäischen und internationalen Rennen holte ihn das niederländische TVM-Team an Bord, wo er zusammen mit anderen renommierten niederländischen Schnellläufern wie Gerard van Velde und Carl Verheijen von Gerard Kemkers trainiert wird. Der internationale Durchbruch gelang dem damals 18jährigen Kramer am 19. November 2005 während des Eisschnelllauf-Weltcups in Salt Lake City, wo er die Zeit des amerikanischen Weltrekordhalters Ched Hedrick um 0,90 Sekunden unterbieten konnte. So konnte er sich erfolgreich für den niederländischen Mannschaftskader der Winterspiele 2006 empfehlen.

Während dieser Olympischen Winterspiele 2006, die in Turin stattfanden, gewann Kramer die Silbermedaille im 5.000-Meter-Lauf und konnte aber, zusammen mit seinem Team (Rintje Ritsma, Carl Verheijen, Erben Wennemars und Mark Tuitert), nur den dritten Platz in der Team-Verfolgung erreichen, weil er während des Mannschaftsrennens gestolpert war. Im März 2006 gelang es ihm in Calgary (Kanada) einen neuen Weltrekord über 10.000 Meter aufzustellen. Die Saison 2006/2007 brachte zahlreiche weitere Erfolge: Bei den niederländischen Einzelstreckenmeisterschaften in Assen gewann er je über die Distanzen von 1.500, 5.000 und 10.000 Meter.  Außerdem sicherte er sich den niederländischen Allround-Titel im Großen Vierkampf vor seinen Teamkollegen Wennemars und Verheijen und gewann zweimal über 5.000 Meter bei den Weltcup-Turnieren in Heerenveen und Berlin. Bei der Allround-WM im italienischen Collalbo (Südtirol) und der Einzelstrecken-WM in Salt Lake City verfestigte Kramer seinen Favoritenstatus durch zwei weitere Weltrekorde über 5.000 und 10.000 Meter Distanz und einer Goldmedaille in Italien und zwei Titeln über 5.000 und 10.000 Meter Distanz inklusive Teamsieg in der Teamverfolgung in den USA.

Nach einer kurzen erzwungenen Pause wegen Erkrankung an Pfeifferschem Drüsenfieber lief Kramer in den Jahren 2007 und 2008 fünf Weltrekorde und wurde Allround-Weltmeister. In den Jahren bis zu den Olympischen Winterspielen von Vancouver gewann er zahlreiche weitere Wettkämpfe (z.B. in Salt Lake City, Nagano/Japan, Richmond/Kanada), vor allem in den Disziplinen über 5.000 und 10.000 Meter Distanz und den Team-Verfolgungen. Die Olympischen Winterspiele begannen vielversprechend mit einer Goldmedaille über 5.000 Meter inklusive olympischer Rekordzeit. Auch die 10.000 Meter hätte Kramer wohl für sich entscheiden können, wäre seinem Trainer Gerard Kemkers nicht ein folgenschwerer Fehler unterlaufen: Kemkers wies seinen Schützling  zum Spurwechsel in die Innenbahn ein. Infolgedessen wurde Kramer disqualifiziert – seine erste Niederlage über 10.000 Meter seit 2006! Der Teamlauf des niederländischen Kaders brachte dann nochmal eine Bronzemedaille.

Sven Kramer wurde nach der Winterolympiade von Königin Beatrix zum Ritter im Orden des niederländischen Löwen ernannt. Ende November 2010 wurde zudem bekannt, dass Kramer während der Saison 2010/11 wegen einer Oberschenkelverletzung ausfallen werde. Die vielfältigen Spekulationen über ein Karriere-Aus endeten im Frühjahr 2011 als Kramer sein Training wieder aufnahm.    

Autor: Christian Kuck
Erstellt: August 2011


Links

Wichtige Institutionen im Bereich Freizeit finden Sie unter Institutionen

Weitere Informationen befinden sich im Dossier Sportland Niederlande

Weitere Informationen befinden sich im Kurzbeitrag Eislauffieber

Offizielle Website von Sven Kramer

Literatur

Alle bibliographischen Angaben der Rubrik Freizeit finden Sie unter Bibliographie


  • RSS-Feed
  • Facebook
  • Twitter
  • RSS-Feed

Impressum | © 2016 NiederlandeNet
NiederlandeNet
Alter Steinweg 6/7
· 48143 Münster
Tel.: +49 251 83285-16 · Fax: +49 251 83285-20
E-Mail: