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Max Euwe

*Amsterdam, 20. Mai 1901 - Amsterdam, 26. November 1981 - Schachspieler

Max Euwe

Max Euwe, Quelle: NA (135-0466)

Der Erfolg des niederländischen Schachspielers Max Euwe begeisterte in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts viele Landsleute für das Schachspiel. Er gilt bis heute als der erfolgreichste Niederländer in dieser Sportart und schrieb zahlreiche Lehrbücher für sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene, die bis heute vielfach genutzt werden.


Der in Amsterdam geborene Machgielis Euwe lernt als vierjähriges Kind von seiner Mutter Schach zu spielen. Vorerst sieht es aber nicht danach aus, als würde er zu einem der berühmtesten Schachspieler der Welt werden. Denn obwohl er bereits mit achtzehn Jahren zu den besten Schachspielern der Niederlande gehört, kann er diesen Erfolg vorerst im internationalen Wettbewerb nicht fortführen. Dies veranlasst ihn dazu, sich auf sein Studium der Mathematik zu konzentrieren. Nach seinem Studium ist Euwe ab 1923 als Mathematiklehrer tätig, während er gleichzeitig an seiner Promotion arbeitet und ab und zu an einem Schachturnier teilnimmt. 1926 schafft Euwe die Promotion, heiratet und zieht nach Amsterdam, wo er am 'Gemeentelijk lyceum voor meisjes' eine feste Stelle als Mathematiklehrer übernimmt.

Aus dieser gefestigten Lage heraus findet Euwe wieder mehr Zeit für das Schachspiel, vor allem in den Schulferien. Weltweit verdient er sich Ansehen, als er 1927 einen Wettkampf gegen den angehenden Weltmeister Alexander Aljechin nur knapp verliert. Trotz des Erfolges zweifelt Euwe, ob er sich lieber auf eine wissenschaftliche Karriere als Mathematiker oder auf eine sportliche Karriere als Schachspieler konzentrieren soll. Nachdem Aljechin ihn aber 1935 zu einem Wettkampf um die Weltmeisterschaft herausfordert, entscheidet er sich vorläufig für das Schachspiel. In dem nachfolgenden nervenaufreibenden Wettkampf weiß Euwe sich nach anfänglichem Rückstand einen Vorsprung zu sichern, den er bis zum Ende des Zweikampfs nicht mehr abgibt. Zwei Jahre später kann er seinen Titel in dem Revanchezweikampf gegen Aljechin nicht verteidigen. Während des Zweiten Weltkriegs zieht Euwe sich aus dem internationalen Wettbewerb zurück.

Nach dem Tod des bis dahin dominanten Aljechin im Jahre 1946 versucht Euwe, der in den ersten Jahren nach dem Krieg kurz als hauptberuflicher Schachspieler tätig ist, den Titel noch einmal zu erobern. Bei dem Turnier um die Weltmeisterschaft 1948 scheitert er aber kläglich. Dieses Turnier bezeichnete Euwe im Nachhinein als sein 'Waterloo' und er zieht sich aus dem Sport mehr und mehr zugunsten der Wissenschaft zurück. 1964 wird er zum Professor für Informatik berufen. Ab 1970 wird er erneut in der internationalen Schachwelt tätig, diesmal als Vorsitzender des Schachbundes FIDE. Als 'Botschafter des Schachspiels' reist er so bis 1978 um die Welt. Als er 1981 stirbt, hinterlässt er ein reiches Erbe an Publikationen über das Spiel für Anfänger und Fortgeschrittene.

Autor: Peter van Dam
Erstellt: Dezember 2009


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Literatur

Alle bibliographischen Angaben der Rubrik Freizeit finden Sie unter Bibliographie

Münninghoff, Alexander: Max Euwe. Biografie van een wereldkampioen, Amsterdam 1976.

Euwe, Max: Schach von A bis Z. Ein Schachlehrbuch der Sonderklasse, Hollfeld 2003.

Euwe, Max / Meiden, Walter: Amateur wird Meister, Hollfeld 2006.

Euwe, Max / Meiden, Walter: Meister gegen Amateur, Hollfeld 2006.


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