Freizeit- Personen A-Z



Mark van Bommel

*Maasbracht, 22. April 1977 - Fußballer

Mark van Bommel

Mark van Bommel, Quelle: az1172/cc-by-sa

Der niederländische Fußballer Mark van Bommel ist einer der auffälligsten aktiven niederländischen Mittelfeldspieler, der sich seit kurzem auch in Deutschland einen Namen gemacht hat. Er steht seit 2006 beim deutschen Rekordmeister FC Bayern München unter Vertrag, wo er in seiner ersten Saison vor allem in der Champions League als Führungsspieler seiner Mannschaft die Zuschauer beeindruckte.

Mark van Bommel wurde am 22. April 1977 im limburgischen Maasbracht geboren. Im dortigen Amateurverein, RKVV Maasbracht, fing er seine Karriere folgerichtig an. 1992 wechselte er zu Fortuna Sittard, wo er auch seinen ersten Profivertrag erhielt. Bereits im Alter von 18 Jahren hatte er einen Stammplatz in der Mannschaft inne. Bis zur Saison 1998-1999 blieb er bei Fortuna. In dieser Zeit erreichte er mit dem Verein die Eredivisie, die höchste niederländische Liga.

Die Leistungen, die Van Bommel in Sittard erbrachte, wurden im nicht weit entfernten Eindhoven mitverfolgt. 1999 einigten Van Bommel, Fortuna Sittard und der PSV Eindhoven sich auf einen Wechsel, für den der Eindhovener Verein sechs Millionen Gulden (ca. drei Millionen Euro) als Ablösesumme zahlen musste. In Eindhoven entwickelte Van Bommel sich stürmisch, schon bald war er einer der bestimmenden Spieler im Mittelfeld des niederländischen Spitzenvereins. In seinen ersten beiden Saisons eroberte der Verein mit Van Bommel die Meisterschaft. 2001 wurde er zudem zum niederländischen Spieler des Jahres gewählt.

Der dominant und angriffslustig spielende Van Bommel, der allerdings auch für vielfaches Provozieren des Gegners und ständiges Einreden auf den Schiedsrichter bekannt wurde,  blieb bis 2005 – als er erneut zum Spieler des Jahres gewählt wurde – in Eindhoven. Obwohl es auch in den vorangegangen Saisons Gerüchte um einen Transfer ins Ausland gab, und es auch tatsächlich mehrere Vereine versucht hatten, ihn dem PSV abzukaufen, scheiterten versuchte Übergänge zum FC Schalke und zu Borussia Dortmund an der Höhe der verlangten Ablösesumme. Als aber 2005 der Vertrag beim PSV Eindhoven auslief, entschied sich Van Bommel – der in dieser Saison mit PSV Landesmeister und Pokalsieger wurde –dazu, keinen neuen Vertrag in Eindhoven zu unterschreiben. Stattdessen wechselte er nach Spanien, zum FC Barcelona, welchen der Niederländer Frank Rijkaard trainierte. Als er im Sommer 2005 einen dreijährigen Vertrag beim FC Barcelona unterschrieb, versprach er jedoch den Eindhovener Fans, er werde seine Karriere in Eindhoven beenden.

In Barcelona konnte sich Van Bommel – der mit der Tochter seines ehemaligen Trainers Bert van Marwijk verheiratet ist – in seiner ersten Saison keinen Stammplatz erobern. In das katalanischen Starensemble schien er nicht sonderlich gut hereinzufinden. Der Anteil an dem Gewinn der Landesmeisterschaft und der Champions League war sicherlich geringer, als Van Bommel sich erhofft hatte. Auch als Spieler der Nationalmannschaft war er – der in seinen bisherigen vierzig Länderspielen sieben Mal traf – nicht unumstritten. Bundestrainer Marco van Basten war der Meinung, Van Bommel sei für das von ihm bevorzugte Spielsystem nicht geeignet. Nach einer für die niederländische Nationalmannschaft enttäuschenden Weltmeisterschaft 2006 kam es zu einem offenen Konflikt zwischen Van Basten und Van Bommel, was dazu führte, dass letzterer bekannt gab, nicht mehr für die Nationalmannschaft spielen zu wollen, solange Van Basten Bundestrainer sei.

Als sich im gleichen Sommer die Möglichkeit ergab, vom FC Barcelona zum FC Bayern München zu wechseln, stimmte Van Bommel diesem Übergang zu. In Bayern konnte er an die guten Leistungen aus seiner Zeit in Eindhoven anknüpfen. Bald wurde er eine wichtige Stütze der Mannschaft. Im Achtelfinale der Champions League - ein Doppelspiel gegen Real Madrid - zeigte Van Bommel sowohl seine Qualitäten als auch seine Schattenseiten besonders deutlich. Als es im ersten Spiel nach dem Erzielen des 3-1 durch Real Madrid danach aussah, dass die Bayern aus dem Turnier ausscheiden würden, nahm Van Bommel seine Mannschaft ins Schlepptau. Mit seinem energischen Spiel belebte er seine Mannschaft neu und suchte energisch den Anschlusstreffer. In den letzten Minuten des Spiels erzielte Van Bommel schließlich selbst das 3-2. Im Jubel nach dem späten Tor provozierte er die Madrider Fans mit wilden Gesten. Nach dem Spiel erwog die UEFA sogar, Van Bommel für diese Aktion zu sperren, es blieb aber letztendlich bei einer Verwarnung. Im Rückspiel verlor Van Bommel, nach der hetzerischen Stimmung um das erste Spiel nun stärker denn je auf einen Sieg gebrannt, mehrmals die Fassung. Schließlich schickte ihn der Schiedsrichter mit einer gelbroten Karte vom Platz. Die bayerischen Fans haben ihm diesen Ausrutscher sicherlich verziehen: das Spiel wurde trotz des verfrühten Abgangs des Niederländers 2-1 gewonnen, somit erreichte Bayern München auch dank der insgesamt starken Leistung Van Bommels das Viertelfinale des prestigeträchtigen Turniers. Auch in der von Trainer Otmar Hitzfeld millionenschwer erneuerten Mannschaft für die Saison 2007-2008 scheint für Van Bommel ein Platz eingeräumt zu sein.

Autor: Peter van Dam
Erstellt: August 2007


Links

Wichtige Institutionen im Bereich Freizeit finden Sie unter Institutionen

Weitere Informationen befinden sich im Dossier Fußballrivalitäten

Weitere Informationen befinden sich im Kurzbeitrag David gegen Goliath auf dem Spielfeld

Weitere Informationen befinden sich im Kurzbeitrag Rezension 'Wij waren de besten'

Literatur

Alle bibliographischen Angaben der Rubrik Freizeit finden Sie unter Bibliographie


  • RSS-Feed
  • Facebook
  • Twitter
  • RSS-Feed

Impressum | © 2014 NiederlandeNet
NiederlandeNet
Alter Steinweg 6/7
· 48143 Münster
Tel.: +49 251 83285-16 · Fax: +49 251 83285-20
E-Mail: