Nachrichten Januar 2018


WIRTSCHAFT: Kruidvat und Trekpleister verzichten auf den Verkauf von Tabakwaren

Renswoude. EF/NRC/AD/VK/NOS. 04. Januar 2018.

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Die niederländischen Einzelhandelsketten Kruidvat und Trekpleister wollen aufgrund ihres Images auf den Verkauf von Tabakwaren verzichten, Allerdings soll der Verkauf nicht direkt gestoppt werden. Um die finanziellen Einbußen so gering wie möglich zu halten, hat man sich darauf verständigt, die bereits eingekauften Tabakwaren zunächst abzuverkaufen, Quelle: Jurijn Timon de Vos/NiederlandeNet

Die niederländischen Drogeriemarktketten Kruidvat und Trekpleister stellen den Verkauf von Zigaretten ein und sind damit europaweit die ersten großen Einzelhändler, die den Tabakwaren den Kampf ansagen. Diese Entscheidung gab der Geschäftsführer der beiden Unternehmen Gerard van Breen am Donnerstag gegenüber der niederländischen Tageszeitung Algemeen Dagblad bekannt. Insgesamt betrifft der Verkaufsstopp in den Niederlanden und in Belgien 1373 Filialen, darunter 933 Kruidvat- und 190 Trekpleister-Filialen in den Niederlanden und 250 Kruidvat-Filialen in Belgien. Das Management beider Einzelhandelsketten ist der Meinung, dass der Verkauf von Tabakwaren nicht mehr zu ihrem Image passt. Schließlich präsentieren sich sowohl Kruidvat als auch Trekpleister als Drogeriemärkte, denen die Gesundheit und das Wohlbefinden ihrer Kunden besonders am Herzen liegt.

Die beiden Drogerieketten Kruidvat und Trekpleister gingen ursprünglich aus der Supermarktbranche hervor. Der Verkauf von Zigaretten ließ sich daher nicht vermeiden. Um ihrem Image dennoch gerecht zu werden, hat das Unternehmen allerdings bereits vor einigen Jahren damit begonnen, die Tabakwaren so weit wie möglich aus dem Sichtfeld der Kunden verschwinden zu lassen. Man möchte dadurch verhindern, dass vor allem junge Menschen den Eindruck erhalten, Rauchen sei die Norm und völlig legitim. Besonders in der heutigen Zeit, in der der Verkauf von Tabak immer umstrittener wird und die negativen Folgen des Rauchens immer mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen, möchte man seinem Image als ‚Gesundheitsladen‘ gerecht werden. Daher schlägt das Unternehmen, das großen Wert auf das Thema Gesundheit legt und dies auch mit der großen Auswahl an Medikamenten zur Selbstversorgung deutlich macht, jetzt einen anderen Weg ein – ein wichtiger Schritt, bedenkt man, dass Kruidvat und Trekpleister die einzigen großen Drogerieketten sind, die noch Tabak zum Verkauf anbieten.

Sowohl Kruidvat als auch Trekpleister, beides Tochterfirmen von A. S. Watson Health & Beauty Benelux gehen diesen Schritt daher ganz bewusst: „Wir können das einfach nicht mehr machen“, sagt Gerard van Breen, Geschäftsführer von A. S. Watson Health & Beauty Benelux. „Gesundheit nimmt einen immer wichtigeren Platz in unseren Geschäften ein. Tabak passt da einfach nicht mehr zu.“ Allerdings wird sich der Abbau der Tabakprodukte langsam ereilen. Auf die Frage, warum beide Ketten nicht direkt mit dem Verkauf von Tabakwaren stoppen, entgegnet Van Breen, dass Zigaretten kein illegales Produkt seien und dass man die vorhandenen Vorräte durchaus noch abverkaufen und nicht wegschmeißen werde. Ansonsten wäre der dadurch entstehende finanzielle Schaden zu groß. Es sei zum jetzigen Zeitpunkt vor allem wichtig, dass man sich endlich zu dieser Entscheidung durchgerungen habe.

Vor finanziellen Einbußen sind die beiden Drogerieketten dennoch nicht gefeit. Zwar handelt es sich bei dem Verkauf von Tabak nur um einen Service-Artikel, der Kunden heranziehen soll, ein paar Prozente des Jahresumsatzes hängen dennoch daran. Der Abbau der Tabakwaren wird daher nun in mehreren Phasen stattfinden. Am Ende dieses Jahres sollen in zwei Dritteln aller Filialen Zigaretten endgültig aus dem Sortiment verschwunden sein. Im Jahr 2019 soll es dann so weit sein: Zigaretten sollen weder in Belgien noch in den Niederlanden in einer Kruidvat- oder Trekpleister-Filiale zu finden sein. Diese Regelung gilt aber nur für bereits bestehende Filialen. Die neuen oder umgebauten Filialen verzichten bereits jetzt auf jegliche Tabakwaren.

Zusätzlich zu dem Entschluss, bald keine Tabakwaren mehr anzubieten, hat sich das Unternehmen Kruidvat bei der Alliantie Nederland Rookvrij, einer Initiative des KWF Kankerbestrijding (dt.: Krebsbekämpfung) und anderen Organisationen angeschlossen, um die Niederlande auf dem Weg zur Rauchfreiheit zu unterstützen. Mit dieser Aktion hofft das Unternehmen nun darauf, andere Supermärkte dazu zu bewegen, Tabakwaren aus dem Sortiment zu verbannen.

Andere Produkte, die ebenfalls als ungesund gelten wie beispielsweise Snacks und Süßigkeiten verschwinden übrigens nicht aus den Regalen. Einem Pressesprecher zufolge sei der Schaden, den Süßigkeiten anrichten können, wesentlich geringer. „Wir sehen Snacks und Süßigkeiten auch als etwas zum Verwöhnen.“ Das Rauchen habe allerdings direkte schädliche Folgen für die Gesundheit, denen man vorbeugen wolle. „Süßigkeiten gehören zu einer anderen Art Produkt“, sagt das Unternehmen.


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