Nachrichten September 2017


WIRTSCHAFT: Die Niederlande laut WEF wieder das wettbewerbsfähigste Land in der EU

Niederlande. Franziska Seufert/VK/NRC/NOS/AD. 29. September 2017.

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Das Weltwirtschaftsforum (WEF) erstellt jedes Jahr ein Ranking zur Wettbewerbsfähigkeit der Länder. Die Niederlande schneiden sehr gut ab und konnten dieses Jahr ihren weltweit vierten Platz behalten. Quelle: U.S. Embassy Bern, Switzerland/CC BY-SA 2.0

Das World Economic Forum (WEF) veröffentlichte am Mittwoch, 27. September, den Global Competitiveness Index (GCI) 2017/2018. Genau wie im vorherigen Jahr, stehen die Niederlande weltweit wieder auf einem hohen, leistungsstarken vierten Platz. Nur die Schweiz (1. Platz), die Vereinigten Staaten (2. Platz) und Singapur (3. Platz) haben derzeit laut Index eine wettbewerbsfähigere Wirtschaft. Damit haben sich die Niederlande jedoch wiederum auf ihrem ersten Platz innerhalb der EU behaupten können. Insgesamt waren für dieses Jahr 137 Länder im Hinblick auf ihre Wettbewerbsfähigkeit verglichen worden.

Das WEF (dt. Weltwirtschaftsforum) macht jedes Jahr eine Erhebung zum GCI (dt. Wachstumswettbewerbsfähigkeitsindex). Es handelt sich dabei um einen Indikator für die Wettbewerbsfähigkeit einzelner Staaten. Der Index und seine Berechnung basieren auf den drei Hauptkategorien „Grundvoraussetzungen/-bedürfnisse“, „Effizienzsteigernde Faktoren“ und „Innovations- und Sophistikationsfaktoren“. Diese bauen ihrerseits auf, auf Faktoren wie zum Beispiel Institutionen, Infrastruktur, Ausbildung, Arbeitsmarkteffizienz, Marktgröße und Innovation. Für die Erstellung der Rangliste achtet das WEF also unter anderem auch darauf, dass das wirtschaftliche Wachstum eines Landes im Endeffekt auch gute Einflüsse für die Bürger und Umwelt nimmt.

Die Niederlande können ihren vierten Platz laut WEF erhalten, beziehungsweise beibehalten, auf Grund des starken Bildungssystems und einem hohen Niveau im Bereich technologischer Bereitschaft von Unternehmen und Individuen. Das innovative Ökosystem der Niederlande steht zum Beispiel weltweit auf Platz 6. Der größte Nachteil für den Handel in den Niederlanden sind dabei die einschränkenden Arbeitsregulierungen, heißt es in der niederländischen Tageszeitung NRC Handelsblad. Ein anderer Grund zur Sorge, so das NRC Handelsblad weiter, wäre die sinkende Unterrichtsqualität im Vergleich zum Vorjahr. Während die Niederlande im Bereich der Innovation noch besser abgeschnitten hätten als zuvor, hätte das Land in der Kategorie Hochschulwesen einen Platz einbüßen müssen. Ein besseres Hochschulwesen fände man nun in Singapur, Finnland und auch den Vereinigten Staaten.

Der niederländische Wirtschaftsminister Henk Kamp ist zufrieden mit der Indexposition des Landes. Er mahnt jedoch auch, dass das Ranking deutlich mache, dass andere, zum Beispiel asiatische Länder nicht still ständen in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung. „Wir müssen deswegen unvermindert weiter in Innovation investieren, mit öffentlichen, aber sicher auch privaten Mitteln“, sagt Kamp. Es gilt auch einen weiteren Punkt zu bedenken: In einem Artikel der niederländischen Rundfunkgruppe NOS wird auf einen Teil des WEF Berichtes hingewiesen, der darauf eingeht, dass der Wirtschaftssektor insgesamt auch zehn Jahre nach der großen Finanzkrise noch angeschlagen ist. Banken hätten sich beispielsweise noch immer nicht ganz auf ein Niveau von vor der Krise zurückgearbeitet. Von den großen Weltbanken hängt also immer noch viel ab. Zu viel, als dass sie pleitegehen dürften. Jeder Staat müsse sein Bestes geben um das zu verhindern, genauso wie die Weltwirtschaft die zunehmenden Schulden von aufsteigenden Wirtschaften bedenken müsse.

Man darf jedoch nicht vergessen: Die Niederlande sind in den letzten Jahren in der Liste aufgestiegen. Erst 2015 waren die Niederlande von Platz 8 auf Platz 5 gestiegen und konnten im folgenden Jahr 2016 noch einen Platz wett machen und stehen somit auf dem jetzigen vierten Platz. Schon in den vergangenen Jahren waren unter anderem die Topinfrastruktur (mit z.B. dem Hafen in Rotterdam und Schiphol), das Hochschulwesen, zuverlässige Behörden, das Gesundheitssystem und der bleibende Fokus auf Innovation die ausschlaggebenden Kriterien für die hohe Einstufung auf dem Index. Das geht aus Online-Artikeln der niederländischen Tageszeitung Algemeen Dagblad hervor.

Im diesjährigen Ranking liegen auf den folgenden Plätzen die Wirtschaften von Deutschland, Honkong, Schweden und dem Vereinigten Königreich.


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