Nachrichten OKTOBER 2017


WIRTSCHAFT: Der niederländische Safthersteller Refresco wird für 1,6 Milliarden Euro verkauft

Rotterdam. EF/NRC/VK/NOS. 26. Oktober 2017.

Scheine Big
Die niederländische Holding Refresco, der Marktführer auf seinem Gebiet wird für insgesamt 1,623 Milliarden Euro verkauft, Für die 5.500 Arbeitnehmer hingegen verändert sich laut Angaben des Geschäftsführers Hans Roelofs nichts. Quelle: Jurijn Timon de Vos/NiederlandeNet

Bereits seit einiger Zeit verhandelt der niederländische Saftriese Refresco, eine niederländische Holding, die sowohl Fruchtsäfte, Softdrinks, Wasser als auch Energie Drinks abfüllt, aber auch herstellt und vertreibt, mit dem französischen Investor PAI Partners.  Anfang Oktober unterbreitete PAI dem Getränkeproduzenten ein Angebot in Höhe von je 19,75 Euro pro Firmenanteil – das entspricht einer Summe von 1,6 Milliarden Euro für das gesamte Unternehmen. Nach einigen Verhandlungen kam am Mittwoch schließlich, so ein gemeinsamer Pressebericht, eine Einigung zustande.

Der niederländische Getränkehersteller, der unter anderem das niederländische Wicky-Getränk produziert, wird nun von dem französischen Finanzinvestor PAI und der kanadischen British Columbia Investment Management Corporation (bcIMC) zu einem Preis von je 20 Euro pro Anteil bzw. einer Gesamtsumme von 1,623 Milliarden Euro übernommen.  Für Hans Roelofs, den Geschäftsführer des niederländischen Unternehmens, das im Jahr 2016 einen Umsatz von 2,1 Milliarden Euro erwirtschaften konnte, handelt es sich dabei um einen „fairen Preis“. „Das heutige Angebot stellt für unsere Aktionäre einen reellen Wert unseres Unternehmens dar“, so Roelofs.

Aktuell füllt die niederländische Holding in Europa, unter anderem auch in Deutschland, und in den Vereinigten Staaten in insgesamt 59 Fabriken verschiedene Flaschen und Päckchen ab. Zu dem Getränkerepertoire zählen sowohl Erfrischungsgetränke, Energie Drinks, Wasser und Säfte von sowohl Top-Marken wie Coca Cola als auch von Hausmarken von Supermärkten und Discountern. Aber auch Eigenmarken des Unternehmens gehören zu ihrer Produktpalette. Ein niederländisches Beispiel für eine Eigenmarke sind die Getränke der bereits genannten Marke Wicky, ein deutsches Beispiel bilden die Marken Hardthof oder aber Krings.   

Refresco entwickelte sich seit 1999 zu dem größten unabhängigen Getränkeabfüller weltweit. Diese Entwicklung resultiert allerdings nicht aus einem Anstieg des Marktes für Erfrischungsgetränke. Da der allgemeine Markt in dieser Hinsicht kaum Wachstum verspricht, richtete sich Refresco in den vergangenen Jahren vor allem auf Übernahmen anderer Getränkebetriebe und wurde dadurch schließlich zum Marktführer. Den größten Schritt hin zu diesem Status machte das Rotterdamer Unternehmen in diesem Sommer mit der Übernahme der Abfüllanlagen des nordamerikanischen Konkurrenten Cott für insgesamt 1,1 Milliarden Euro. Dadurch war das Unternehmen auf einen Schlag zweimal so groß wie zuvor. Der französische Investor war auch schon vor der großen Übernahme des großen Konkurrenten an Refresco interessiert. Bereits im April dieses Jahres machte PAI dem niederländischen Getränkeabfüller ein Übernahmeangebot in Höhe von 1,4 Milliarden Euro. Die niederländische Holding entschied sich jedoch damals dafür, das Angebot abzulehnen und an die Börse zu gehen.

Da dieser Deal nun aber doch zustande kommt, droht natürlich ein Verlust von Arbeitsplätzen. Roelofs ist diesbezüglich allerdings sehr zuversichtlich. Er betonte nachdrücklich, dass sich für die rund 5.500 Arbeitnehmer nichts verändern werde. Ganz im Gegenteil. Roelofs zufolge mache gerade das Kapital der neuen Eigentümer eine „Beschleunigung der Wachstumsstrategie“ erst möglich. „Wir halten an unserer Strategie und an unseren 33 Standorten fest. Wir hatten einen Plan, wie es weitergehen soll und auch darauf werden wir beharren“, so Roelofs. Ob der Geschäftsführer des niederländischen Saftriesen sein Versprechen halten kann, wird sich zeigen. Nichtsdestotrotz sind erst einmal die Aktionäre gefragt, die diesem Deal ebenfalls zustimmen müssen. Sollte alles nach Plan verlaufen, soll die Abwicklung dieser Übernahme im ersten Quartal des kommenden Jahres abgeschlossen werden.


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