Nachrichten Januar 2016


JAHRESWECHSEL: Das ändert sich 2016 in den Niederlanden

Den Haag. SW/NOS/Trouw. 05. Januar 2016.

Portemonnaie
2016 wird für viele niederländische Bürger finanzielle Veränderungen mit sich bringen, Quelle: Guy Sle/cc-by-sa

Pünktlich zum Jahreswechsel verändert sich in den Niederlanden dieses Jahr einiges, besonders in finanzieller Hinsicht. Die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes wird verkürzt und die Bezugssätze für das Kindergeld steigen. In Geschäften dürfen Plastiktüten nicht mehr gratis mitgegeben werden.

Für Arbeitnehmer ändert sich in 2016 so einiges, etwa hinsichtlich der staatlichen Arbeitslosigkeitsversicherung. Erwarben niederländische Arbeitnehmer in der Vergangenheit pro Arbeitsjahr für einen Monat Recht auf Arbeitslosengeld bei eventueller Entlassung, gilt dies seit dem 1. Januar 2016 nur noch für die ersten zehn Arbeitsjahre. Ab dem zehnten Arbeitsjahr baut man pro Arbeitsjahr nur noch einen halben Monat auszuzahlendes Arbeitslosengeld auf. Zudem wird die gesamte Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes 2016 schrittweise von 38 Monaten auf 24 Monate verkürzt. Das Renteneintrittsalter wird von 65 Jahre und 3 Monate auf 65 Jahre und 6 Monate angehoben. Für Arbeitnehmer, die 2016 nicht entlassen werden oder in Rente gehen, gilt seit dem 01.01., dass ihr Gehalt nicht mehr bar ausgezahlt werden darf, sondern auf ein Bankkonto überwiesen werden muss. Der Staat will somit Steuerhinterziehungen entgegenwirken.

Auch im Pflegebereich haben sich zum Jahreswechsel einige Veränderungen ergeben. Das verpflichtende Eigenrisiko für Krankenversicherungen wird um 10 Euro auf 385 Euro pro Jahr ansteigen. Der staatliche Zuschuss für Krankenversicherungen steigt für Alleinstehende von 934 Euro auf 992 Euro pro Jahr, für Verheiratete oder Menschen in eingetragenen Partnerschaften steigt der Spitzensatz von 1791 Euro auf 1905 Euro pro Jahr. Apotheken wiederum dürfen zum 01.01. nicht mehr als 45 Euro für ein Rezept in Rechnung stellen.

Veränderungen bringt das Jahr 2016 auch für Mieter und Häuserbesitzer. Die Einkommensgrenze für Sozialwohnungen steigt von 34.911 Euro auf 35.739 Euro. Für Wohnungssuchende, die oberhalb der Einkommensgrenze für Sozialwohnungen liegen, aber ein zu geringes Einkommen haben um eine Hypothek abschließen zu können, können neuerdings Ausnahmen gemacht werden. So dürfen Wohnungsgesellschaften 10 Prozent ihrer Wohnflächen an Wohnungssuchende mit einem Jahreseinkommen von bis zu 39.874 Euro vermieten. Die maximale Kaltmiete, die Wohnungsgesellschaften für Sozialwohnungen verlangen dürfen, wurde auf 710,68 Euro pro Monat festgelegt. Hypotheken dürfen 2016 höchstens 102 Prozent des Wertes der Immobilie betragen.

Positive Nachrichten für die Besitzer von Elektroautos: Elektrofahrzeuge sind von der Straßensteuer entbunden. Hybridwagen oder Fahrzeuge mit geringem Kohlstoffausstoß (niedriger als 50 Gramm pro Kilometer), zahlen nur noch die Hälfte an Straßensteuer. Auch geleaste Firmenwagen, die vollständig elektrisch fahren, erhalten ab 2016 steuerliche Vorteile: Nur 4 Prozent Eigenanteil müssen Arbeitnehmer für die private Verwendung eines Firmenwagens zahlen. Für Wagen mit konventionellen Kraftstoffmotoren oder Hybridfahrzeuge werden dagegen mindestens 15 Prozent Eigenanteil fällig.

Es gibt ebenfalls gute Nachrichten für Eltern: Die Kindergeldsätze wurden das erste Mal seit 2012 angehoben. Für ein Kind bis fünf Jahre erhalten Eltern ab sofort 197,67 Euro pro Quartal, für ein Kind bis elf Jahre gibt es 240,03 Euro pro Quartal und für Kinder zwischen zwölf und siebzehn Jahren gibt es 282,39€ pro Quartal vom Staat.

Auch für Verbraucher hat sich zum Jahreswechsel einiges geändert. Seit Anfang des neuen Jahres dürfen Geschäfte Plastiktüten nicht mehr gratis an Kunden mitgeben. Für Raucher erhöhen sich die Preise für Tabak um 54 Cent je Packung.

Auch für Nicht-Niederländer hält 2016 einige Veränderungen bereit. Asylsuchende müssen seit dem Jahreswechsel eine Partizipationserklärung unterschreiben, in der sie geloben sich aktiv am gesellschaftlichen Leben in den Niederlanden beteiligen zu wollen. Bei Nicht-Unterzeichnung droht ein Bußgeld von 1250 Euro. Die Kosten des Einbürgerungsexamens hingegen sinken von 350 Euro auf 150 Euro. Die Kosten des dafür benötigten Pakets für das Selbststudium sinken von 99,50 Euro auf 25 Euro und dies wird zudem digital gratiszugänglich gemacht.


Impressum | © 2016 NiederlandeNet
NiederlandeNet
Alter Steinweg 6/7
· 48143 Münster
Tel.: +49 251 83285-16 · Fax: +49 251 83285-20
E-Mail: