Nachrichten September 2012
LIVE: Die Niederlande wählen ein neues Parlament
Den Haag. AF/MWE/TM/BNR/NOS/pownet.nl/RTL/twitter.com/VK. 12. September 2012.

Am heutigen 12. September haben die Niederländerinnen und Niederländer ein neues Parlament gewählt. Die vorgezogene Neuwahl zur Zweiten Kammer wurde notwendig, nachdem die Minderheitsregierung des geschäftsführenden Ministerpräsidenten Mark Rutte im März gescheitert war. Exakt 12.696.193 Wahlberechtigte in den Niederlanden sowie den eingemeindeten Überseegebieten auf den Karibikinseln Bonaire, St. Eustatius und Saba waren heute aufgerufen, einem Kandidaten oder einer Kandidatin der insgesamt 21 zur Wahl stehenden Parteien ihre Stimme zu geben. Die letzten Wahllokale schlossen gegen 21 Uhr. Nach den Prognosen liegt die VVD vor der PvdA, in den ersten Hochrechnungen kann sich dies jedoch noch drehen. Hintergrundinformationen zur Parlamentswahl gibt es in unserem Wahldossier.
23.55 Uhr
NiederlandeNet wird an dieser Stelle mit dem Ticker stoppen. Es wird in dieser Nacht weiterhin spannend bleiben. Neueste Ergebnisse werden wir am Donnerstagvormittag nachliefern. Gute Nacht und Welterusten!
23.25 Uhr
Alle Ergebnisse aus den Wahlkreisen können auf einer speziellen Seite verfolgt werden, die Google gemeinsam mit dem ANP erstellt hat. Traditionell kamen die ersten Stimmbezirke, die ausgezählt waren, von den niederländischen Wattenmeerinseln.
21.48 Uhr
Der größte Verlierer der aktuellen Prognose ist die PVV des Populisten Geert Wilders. Seine Partei würde elf Sitze verlieren. Aber auch der christdemokratische CDA müsste herbe Verluste von acht Sitzen einbüßen. Und auch für GroenLinks scheint dieser Wahlabend kein glücklicher zu werden. Nach der Prognose verlieren sie mehr als zwei Drittel ihrer bisherigen Sitze.

21.38 Uhr
Die vorhergeseigte Wahlbeteiligung liegt bei diesen Wahlen bei 73 Prozent. Dies wären knapp unter dem Ergebnis von 2010 (75,4 %), wie sich bereits über den ganzen Tag abzeichnete.
21.34 Uhr
Sollte sich dieses Ergebnis bewahrheiten, dann kann die VVD das beste Ergebnis in ihrer Geschichte einfahren.
Der Unterschied zwischen VVD und PvdA in den Exit-Polls ist jedoch so klein, dass die Meinungsforschungsinstitute noch nicht sagen wollen, ob es am Ende bei dieser Reihenfolge bleiben wird. Beide sind "to close to call". Wohl könnten beide Parteien bei diesem Ergebnis gemeinsam eine mehrheitsfähige Koalition bilden.
21.33 Uhr
Die definitive Prognose weicht nicht von der von kurz nach 21 Uhr ab.
21.13 Uhr
Diese erste Prognose unterscheidet sich doch deutlich von den letzten Umfragen vor den Wahlen. VVD und PvdA haben vier bis fünf mehr Sitze als zuletzt erwartet. Auch die SP und die PVV von Geert Wilders büßt im Vergleich zu den letzten Umfragen noch einmal ein.
21.07 Uhr
Die erste (vorläufige) Prognose ist da:
VVD 41 (+10 im Vergleich zu 2010)
PvdA 40 (+10)
PVV 13 (-11)
CDA 13 (-8)
SP 15 (0)
D66 12 (+2)
GL 4 (-6)
CU 4 (-1)
SGP 3 (+1)
PvdD 2 (0)
50PLUS 3
21.00 Uhr
In diesem Moment schießen die Wahllokale. Die ersten Exit-Polls werden in wenigen Minuten erwartet.
19.57 Uhr
Die aktuelle Wahlbeteiligung von 19.45 Uhr: 65 Prozent. Wiederum etwas unter dem Wert von 2010.
19.50 Uhr
Gut anderthalb Stunden vor Schließung der Wahllokale wurde vom Meinungsforschungsinstitut Maurice de Hond noch einmal eine Meinungsumfrage präsentiert. Danach bestätigt sich der letzte Trend eines Kopf-an-Kopf-Rennens zwischen der liberalen VVD und den Sozialdemokraten der PvdA. Beide bekommen nach dieser Umfrage 36 von 150 Sitzen. Dahinter kommt die SP des Sozialisten Emile Roemer (20), die PVV von Geert Wilders (18), die sozialliberale D66 (11), die ChristenUnie (5), GroenLinks (4), die SGP und die PvdD (beide 3) sowie die Partei 50Plus (2).
19.11 Uhr
Noch einmal Unterschiede zwischen deutschen und niederländischen Parlamentswahlen. Wie bereits um 17.57 Uhr berichtet, kann jeder Wahlberechtigte das Recht zu Wählen auf eine andere Person übertragen. Dazu reicht eine einfache Vollmacht aus. Schätzungen zu Folge nutzen etwa zehn Prozent der Wahlberechtigten diese Möglichkeit - etwa eine Millionen.
Und noch ein Unterschied: Mit dem Wahlgeheimnis nehmen es die Niederländerinnen und Niederländer nicht ganz so genau wie die Deutschen. So machen viele daraus, welche Partei sie gewählt haben oder wählen werden keinen Hehl. Viele hängen in ihren Privatwohnungen und -häusern sogar Wahlplakate der Partei ins Fenster, mit der sie sympathisieren.
18.40 Uhr
Die aktuelle Wahlbeteiligung liegt Hochrechnungen zufolge bei 48 Prozent. Dies sind zwei Prozent weniger als 2010.
18.32 Uhr
Zeitplan für den Abend: Ab 20.30 Uhr wird die NOS ihre Wahlsendung ausstrahlen. Um 21.00 Uhr rechnet man dann mit einer ersten vorläufigen Prognose. Um 21.30 Uhr wird dann die definitive Prognose erwartet.
WOENSDAG LIVE: Vanaf 20.30 uur de uitslagenavond van de NOS op politiek24.nl. Met om 21 uur voorlopige en om 21.30 uur definitieve prognose
— politiek24 (@politiek24) September 12, 2012
18.24 Uhr
De Volkskrant berichtet, dass die Partei GroenLinks auch nach den Wahlen mit Jolande Sap als Spitzenkandidatin weiter machen möchte. Egal, wie die Partei bei den wahlen abschneiden wird.
Jolande sap blijft ongeacht uitslag partijleider groenlinks
— Gijs Herderschêe (@vkgijs) September 12, 2012
17.58 Uhr
Wie auch vor zwei Jahren werden die Wahlen in diesem Jahr von Beobachtern der OSZE begleitet. Wie die NOS berichtet, geht es den Beobachtern vor allem um die niederländische Eigenheit, dass die Wahlberechtigten ihre Stimme per Vollmacht auch an andere Personen übertragen können.
17.55 Uhr
Nach Angaben des Kiesraad verläuft die Wahl bislang insgesamt gesehen ohne größe Zwischenfälle. Bis 16.00 Uhr wurden lediglich kleine Probleme an den Kiesraad gemeldet.
16.58 Uhr
Auch die New York Times schenkt den Wahlen in den Niederlanden Andacht. Sie bezeichnen die Parlamentswahlen als guten Gradmesser für das europäische Empfinden. Laut der NYT sind die aktuell eine Rolle spielenden Maßnahmen zur Überwindung der Finanzkrise mitsamt der Frage, wie viel Macht in die Hände von Brüssel gelegt werden soll, Themen, die auch bei den wahlen in Deutschland im kommen Jahr eine Rolle spielen werden.
16.10 Uhr
Nach Angaben des Nachrichtensenders NOS lag die ermittelte Wahlbeteiligung gegen 15.45 Uhr bei 37 Prozent. Dies bedeutet immer noch einen etwas niedrigeren Wert als bei den Wahlen 2010. Dort waren es um diese Zeit 38 Prozent. Insgesamt lag die offizielle Wahlbeteiligung 2010 bei 75,4 Prozent.
14.59 Uhr
Weitere Unterschiede zur Bundestagswahl in Deutschland:
In den Niederlanden muss man als Wähler kein Kreuz machen, sondern mit einem roten Buntstift ein kreisförmiges Feld ausmalen. Auch hat man nur eine und nicht zwei Stimmen. Dafür muss man aber direkt einer Person eine Stimme geben. Stimmt man nicht für den Spitzenkandidaten oder die Spitzenkadidatin einer Partei oder Liste, dann gibt man eine sogenannte "voorkeurstem" ab, wodurch man die Reihenfolge der Kandidatenleiste beeinflussen kann, wenn genug Menschen einer bestimmten Person ihre Stimme geben.
Wie ein ausgefüllter Stimmzettel aussieht, zeigt die ehemalige GroenLinks Spitzenkandidatin Femke Halsema auf Twitter:
Gestemd! twitter.com/FemkeHalsema/s…
— Femke Halsema (@FemkeHalsema) September 12, 2012
14.51 Uhr
Bereits gestern haben die Unter-18-jährigen Niederländerinnen und Niederländer gewählt. Das Ergebnis der Schülerwahlen (Mittel- bis Oberstufe) zeigt mit 22,32 Prozent die Sozialdemokraten als Gewinner. Auf Platz zwei landete die VVD (18,25 Prozent), auf Platz drei die PVV (12,6 Prozent). Der Veranstalter, ProDemos, versucht mithilfe der Schülerwahlen den Jugendlichen spielerisch Demokratie nahezubringen.
Alle Ergebnisse der Schülerwahlen finden Sie hier
14.38 Uhr
Wählen dürfen alle Niederländer, die heute 18 Jahre oder älter sind. Mit dem per Post zugesandten "Stempas" und einem Lichtbildausweis geht es in ein beliebiges Wahllokal innerhalb der eigenen Gemeinde. Im Gegensatz zu Deutschland darf der/die niederländische Stimmberechtigte nämlich in jedem Wahllokal innerhalb seiner Gemeinde seine Stimme abgeben.
Noch größere Bewegungsfreiheit bietet der "Kiezerspas": Wer heute nicht am Wohnort verweilt und dennoch wählen möchte, konnte bis vergangenen Freitag seinen Stempas bei der Gemeinde gegen einen so genannten "Kiezerspas" eintauschen. Dieser berechtigt dazu, in jedem beliebigen Wahllokal in den Niederlanden wählen zu gehen.
Die Wahllokale sind heute noch bis 21.00 Uhr geöffnet.
14.24 Uhr
NOS-Radiojournalist Bart Kool berichtet live aus dem kleinsten Wahllokal der Niederlande (siehe Beitrag von 8.05 Uhr). Es steht im Ort Marle in der Provinz Overijssel, wo heute 46 Wähler erwartet werden:
Stembureau Marle tijdens de lunch twitter.com/Kolenkid/statu…
— Bart Kool (@Kolenkid) September 12, 2012
14.16 Uhr
Alle Spitzenkandidaten, die inzwischen ihre Stimme abgegeben haben. Beweisbilder von der NOS:
14.13 Uhr
Gegen 14.00 wurde die Wahlbeteiligung nach Berechnungen von Ipsos Synovate auf 27 Prozent geschätzt. Damit liegt das Wahlaufkommen aktuell etwas unter dem Wert von 2010. Damals waren es um die gleiche Uhrzeit bereits 29 Prozent.
14.09 Uhr
Bis einen Tag vor den Wahlen wurden noch Meinungsumfragen zum möglichen Wahlausgang publiziert. Unter anderem der SP-Spitzenkandidat Emile Roemer hatte daran kritisiert, ob dies nicht zu sehr das Wahlverhalten beeinflusst. Das Duitslandweb hat aus diesem Grund gefragt, wie es in Deutschland vor Wahlen abläuft. Hier führen ARD und ZDF eine Woche vor dem Wahlsonntag traditionell keine Umfragen mehr durch, so Duitslandweb.
Hier eine der Meinungsumfragen vom Montag:

13.59 Uhr
In Zusammenarbeit mit LexisNexis hat das NRC Handelsblad eine Übersichtsgraphik erstellt, die zeigt, wie häufig ein Politiker in den Nachrichten von Online-Zeitungsredaktionen und Blogs in der vergangenen Woche genannt wurde. Das Feld wird angeführt von Mark Rutte (VVD) und Diederik Samsom (PvdA). Den Link zur Graphik finden Sie hier.
12.59 Uhr
Die niederländische Internetfirma Exxtra hat eine Infographik über die Online-Kampagne der verschiedenen niederländischen Parteien erstellt.
Demnach hat die Partij voor de Dieren die meisten Sozialen Medien eingesetzt, auf Platz zwei: VVD, Platz drei: PvdA. Geert Wilders hat die meisten "Follower" auf Twitter. Zu finden ist die Infographik unter folgendem Link.
11.49 Uhr
Die Wahlbeteiligung lag nach einer Umfrage des Instituts Ipsos Synovate gegen 11.00 Uhr bei rund 13 Prozent. Dieser Wert ist vergleichbar mit dem gleichen Zeitpunkt bei den Parlamentswahlen im Jahr 2010. Dort lag die Wahlbeteiligung am Ende bei 75,4 Prozent.
10.43 Uhr
Die Chance, dass die PVV von Populist Geert Wilders auch bei der nächsten niederländischen Regierung eine bedeutende Rolle spielen wird, schätzt Ministerpräsident Mark Rutte (VVD) auf BNR Nieuwsradio heute Morgen als höchst unwahrscheinlich ein. Die Wahrscheinlichkeit, so Rutte, ginge gegen Null.
10.12 Uhr
Nachdem die heiße Phase des Wahlkampfes in den Niederlanden erst sehr spät begann, waren die letzten Wochen für die Spitzenkandidaten sehr stressig. Nicht weniger als acht Debatten in Fernsehen und Radio hat es in den vergangen Tagen gegeben. Etwas zu viel, wie D66-Spitzenkandidat Alexander Pechtold auf Radio 1 sagte: "Es sind noch Verbesserungen möglich. Diesmal war es wirklich sehr stressig". Ging es nach ihm, würden drei Debatten wie etwa in den USA ausreichen.
Pechtolds Meinung ist auch Roderik van Grieken vom Niederländischen Debatteninstitut. „Selbst als Liebhaber von Debatten war es für mich zu viel. [...] Es gibt ab einem bestimmten Moment auch keine neuen Erkenntnisse mehr.“, so Van Grieken auf Pownet. Glaubt man den Meinungsumfragen vor der Wahl, dann waren die Debatten allerdings für viele Stimmberechtigte auch Ausschlaggebend für deren Wahl.
9.50 Uhr
Mittlerweile haben so gut wie alle Spitzenkandidaten der großen Parteien ihre Stimme abgegeben. Auf Radio 1 gaben vielen von Ihnen an, auf einen anderen Kandidaten oder eine andere Kandidatin ihrer Partei gestimmt zu haben. Als einziger gab PvdA-Spitzenkandidat Diederik Samsom zu, sich selbst gewählt zu haben.
Ein Problem gab es bei der Stimmabgabe des ChristenUnie-Spitzenkandidaten Arie Slob. Er hatte vergessen, ein Ausweisdokument mitzunehmen und musste noch einmal zurück nach Hause:
Hm. Even terug naar huis. Legitimatie vergeten. ;-)
— Arie Slob (@arieslob) September 12, 2012
8.40 Uhr
Auf der niederländischen Google-Seite gibt es heute einen eigenen Doodle zu den Parlamentswahlen.

8.13 Uhr
Mit Diederik Samsom hat der PvdA-Politiker als erster der Spitzenkandidaten gewählt. Er tat dies in seinem Wohnort Leiden.
8.05 Uhr
Seit 7.30 Uhr sind in den Niederlanden die meisten der insgesamt rund 10.000 Wahllokale geöffnet. Die Wahlberechtigten können ihre Stimme an den verschiedensten Orten abgeben. Neben Schulen und Kirchen ist dies auch auf mehr als 40 Bahnhöfen im gesamten Land, dem nationalen Flughafen Amsterdam-Schiphol und in der östlichen Provinz Overijssel im Ort Marle selbst im Wohnzimmer eines Privathauses möglich. Wahlberechtigte in Den Haag können zudem unter anderem in Filialen der Supermarktkette Albert Heijn oder den Warenhäusern De Bijenkorf und V&D ihre Stimme abgeben. Das wahllokal auf dem Amsterdamer Hauptbahnhof öffnete bereits gegen 6.30 Uhr.
8.00 Uhr
Guten Morgen. An dieser Stelle werden wir Sie heute den ganzen Tag über mit den neuesten Entwicklungen über die Wahl in den Niederlanden informieren.
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