Nachrichten September 2012


COFFEESHOPS: Maastrichter Bürgermeister will Wietpas wieder abschaffen

Maastricht. MWE/ND/TR/VK. 07. September 2012.

Coffeeshop
Coffeeshops: in Maastricht bald wieder ohne „Wietpas“ zugänglich?, Quelle: notspavin/cc-by-nc-sa

Die Stadt Maastricht will die Registrierung, die zur Nutzung der Coffeeshops im Süden der Niederlande seit diesem Jahr notwendig ist, wieder abschaffen. Seit dem 1. Mai müssen sich Besucher mit dem sogenannten „Wietpas“ als Mitglied ausweisen. Die Coffeeshops haben sich so zu kleinen und vor allem geschlossenen Clubs entwickelt. Der Maastrichter Bürgermeister Onno Hoes (VVD) möchte nun die Regeln dahingehend ändern, dass alle niederländischen Einwohner die Coffeeshops wieder ohne Registrierung besuchen können.

Hoes teilte mit, dass viele ehemalige Besucher die Coffeeshops mittlerweile meiden. Nur wenige hätten sich einen „Wietpas“ ausstellen lassen und er vermute, dass viele der Schutz der eigenen Privatsphäre davon abhalte. Als Student befürchte man beispielsweise, als registrierter Coffeeshop-Besucher geringere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben. Aus diesem Grund schlug der Bürgermeister nun vor, dass künftig ein Personalausweis und ein Auszug aus dem Melderegister – als Nachweis, dass man in den Niederlanden wohnt – zur Nutzung der Coffeeshops ausreichen sollen.

Einige andere Gemeinden im Süden der Niederlande unterstützen diesen Vorschlag. Ministerpräsident Mark Rutte (VVD) sagte gestern im Fernsehprogramm Nieuwsuur, dass man die Probleme untersuchen und gemeinsam mit den Gemeinden angehen wolle. Er sagte, dass es sinnvoll sei, die Folgen der Einführung des „Wietpas“ zu besprechen und zu schauen, ob die neue Drogenpolitik angepasst werden müsse. Aber dies solle erst nach einer ausführlichen Analyse geschehen und man könne nun noch nicht sagen, was geschehen müsse. Ivo Opstelten (VVD), Minister für Sicherheit und Justiz, wird alle Aspekte des „Wietpas“ im Oktober offiziell untersuchen.

Mit der Registrierung für die Coffeeshop-Nutzung sollte der Drogentourismus aus Deutschland und Belgien eingedämmt werden. Im Süden der Niederlande soll nur noch volljährigen, niederländischen Einwohnern der Kauf von Marihuana gestattet sein. Durch die Einführung des „Wietpas“ hat allerdings der Straßenhandel wieder enorm zugenommen (NiederlandeNet berichtete) und auch die Kriminalität auf den Straßen sei sichtbarer geworden, so Bürgermeister Hoes.

Der Vositzende der Vereniging van Officiële Coffeeshops Maastricht (VOCM), Marc Josemans, ist erfreut über den Vorschlag des Maastrichter Bürgermeisters. Allerdings denkt er nicht, dass die Kunden zurückkehren werden, da viele nun gemerkt hätten, dass der Straßenhandel sowohl einfacher als auch günstiger sei. Von den ehemals 14 Coffeeshops in Maastricht haben inzwischen sechs schließen müssen, während die übrigen ihre Öffnungszeiten stark eingegrenzt haben.


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