Nachrichten Juni 2007
AFGHANISTAN: Niederländische Soldaten in Afghanistan gefallen
Den Haag. MG/VK/NRC. 20. Juni 2007.
Innerhalb von vier Tagen hatte das niederländische Militär zwei Todesopfer in der afghanischen Provinz Uruzgan zu beklagen. Bereits am Freitag der vergangenen Woche war ein 20-jähriger Soldat bei einem Selbstmordanschlag mit einer Autobombe in Tarin Kowt, ganz in der Nähe des niederländischen Basislagers, ums Leben gekommen. Drei seiner Kameraden wurden verletzt. Nur drei Tage später, am Montag Morgen, fiel ein 44-jähriger Feldwebel bei Kämpfen in der kleinen Stadt Chora, in der seit einigen Tagen die schwersten Gefechte seit Beginn der niederländischen Friedensmission in Afghanistan geführt werden. Dabei sind neben zahlreichen Taliban-Kämpfern scheinbar auch viele Zivilisten getötet worden. Die Angaben über die Zahlen der bürgerlichen Todesopfer gehen auseinander, offiziell bestätigt ist bisher nur die Tatsache, dass es Tote gegeben hat. Eines der zentralen Probleme, mit dem das Militär sich auseinandersetzen muss, ist die Schwierigkeit, zwischen normalen Bürgern und Taliban-Anhängern zu unterscheiden. Für die Stimmung im Heimatland ist der Tod der beiden Militärs innerhalb von so kurzer Zeit nicht gerade förderlich. Innerhalb der Bevölkerung wird inzwischen bezweifelt, ob es sich bei dem Einsatz noch um eine Aufbaumission handelt, wenn die Soldaten vermehrt in Kämpfe verwickelt werden, auf die sie eigentlich nicht in erster Linie vorbereitet wurden. Diesen Sommer muss das Kabinett in Den Haag entscheiden, ob die niederländische Beteiligung an der internationalen Afghanistan-Schutztruppe ISAF verlängert werden soll. Von Seiten der NATO steht die Regierung unter großem Druck, eine positive Entscheidung zu fällen. Vermehrte gesellschaftliche Zweifel an der Richtigkeit des Einsatzes dürften die Sache für die Politiker jedoch deutlich erschweren.
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