Nachrichten November 2006



SKANDAL: Neues Buch über Atomprojekt Kalkar

Berlin. MG/VK. 10. November 2006.

In einem neuen niederländischen Buch über den schnellen Brüter in Kalkar schildert der ehemalige Sozialminister von Nordrhein-Westfalen, Friedhelm Fahrtmann (SPD), die Geschehnisse aus dem Jahre 1985, die zum Ende des Projektes geführt haben. Die damalige sozialdemokratische Regierung unter Ministerpräsident Johannes Rau hatte in einer Kabinettssitzung beschlossen, dass die "technischen und moralischen" Vorbehalte  dem Vorhaben gegenüber nicht ignoriert werden könnten. Fahrtmann soll wörtlich gesagt haben: "Wenn wir dieses Höllenfeuer entfachen, kriegen wir es nicht mehr aus." Das Kabinett hatte daraufhin beschlossen, den "Reaktor kaputt zu testen". 1991 wurde das Projekt, in das die Bundesrepublik, Belgien und die Niederlande bis zu diesem Zeitpunkt bereits etwa sieben Milliarden D-Mark investiert hatten, endgültig stillgelegt. Helmut Kohl, der die Sorgen der nordrhein-westfälischen Landesregierung nicht teilte, lehnte ein persönliches Gespräch zum Thema ab, woraufhin diese beschloss, die Genehmigungen und Sicherheitsvorschriften so ausführlich zu prüfen, dass die Teilnehmer des Projektes es letztendlich aufgaben. Am heutigen Freitag wird das Buch 'De angstreactor" von Kees van Bosch auch Thema einer Radiosendung sein. Von Fahrtmanns noch lebenden Amtskollegen aus der Zeit hat bisher noch niemand seinen Aussagen widersprochen.

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