Nachrichten März 2006


BILDUNG: Immer mehr deutsche Studenten zieht es in die Niederlande

Amsterdam. KA/DM. 29. März 2006

Die Deutschen mögen die Niederlande. Nicht nur die Strände, Grachten und Coffeeshops. Auch die Universitäten werden immer beliebter. Studierten 1993 noch 2000 Deutsche in den Niederlanden, sind es mittlerweile knapp 10.000. Mit steigender Tendenz. Eigentlich wollte Daniela Deja (25) in ihrer Heimat Berlin studieren. Direkt nach dem Abi lief sie zur Uni um sich für Psychologie einzuschreiben. Keine Chance, sagte man ihr dort. Denn um in Deutschland Psychologie zu studieren, muss man die Schule mindestens mit einer 1,7 abschließen. Davon war Daniela meilenweit entfernt – bei einem Abidurchschnitt von 3,7.

Vor diesem Problem stehen viele Deutsche nach dem Abi. Zahlreiche Fächer wie Medizin, Biologie oder Psychologie sind mit einem Numerus Clausus belegt. Die Alternative: Warten und ein paar Semester lang etwas anderes studieren. Oder auf nach Holland. Denn an den meisten Unis der Niederlande gibt es keine Zugangsbeschränkung. Jeder kann studieren, was er will. Immer mehr Deutsche bevölkern die Hörsäle der etwa 70 niederländischen Hochschulen. Sie studieren unter anderem Psychologie in Amsterdam, Wirtschaftswissenschaften in Maastricht, Kommunikationswissenschaft in Twente oder „Horse Business Management“ in Drenthe. Auf der Beliebtheitsskala deutscher Studenten wären die Niederlande damit auf dem dritten Platz – kapp hinter England und den USA. 


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