Nachrichten Oktober 2005



SOZIALES: Schulen müssen Kinderbetreuung vor und nach der Unterrichtszeit regeln

Den Haag. KA/VK/NRC. 12. Oktober 2005

Niederländische Schulen sind ab dem 1. Januar 2007 zur Kinderbetreuung vor und nach der Unterrichtszeit verpflichtet. Das niederländische Kabinett stimmte dem Vorschlag der Bildungsministerin Maria van der Hoeven und ihrem Kollegen Sozialminister Aart Jan de Geus am Freitag zu. In den nächsten Monaten soll ein Gesetzentwurf vorgelegt werden. Demnach müssen bereits Grundschulen dafür sorgen, dass zwischen 07.30 Uhr und 18.30 Uhr ihre Schüler betreut werden. In einem Brief an das niederländische Parlament vom Montag erläutert die Christdemokratin Van der Hoeven, dass die Schulen selbst entscheiden müssten, wie sie die Kinderbetreuung vor und nach den Unterrichtszeiten regeln. Dies könnte in den eigenen Räumlichkeiten passieren mit eigenem Personal oder in Zusammenarbeit mit externen Betreuungseinrichtungen. Auch müssten die Schulen das Betreuungsangebot nur einrichten, wenn Eltern dies ausdrücklich wünschten.

Mit dem Vorschlag soll jedoch erreicht werden, dass Eltern grundsätzlich das Recht haben, dass ihre Kinder bereits ab dem Grundschulalter in der Schule bis 18.30 Uhr betreut werden und die Organisation der Betreuung durch die Schulen und nicht durch die Eltern auf privater Basis vorgenommen wird. Damit wolle man die Arbeitspartizipation, Emanzipation und Integration von Eltern fördern. Der Vorschlag der beiden Minister greift einen Antrag der Fraktionsvorsitzenden Jozias Van Aartsen (liberale VVD, Regierungspartei) und Wouter Bos (sozialdemokratische PvdA, Oppositionspartei) auf. Sie hatten bereits während der Haushaltsdebatten im September verlangt, dass Schulen zur Kinderbetreuung gesetzlich verpflichtet werden müssen.

Unklar ist noch, wie die Kinderbetreuung organisiert und vor allem finanziert werden soll. Schulorganisation befürchten bereits eine Mehrbelastung der Lehrer und noch stärkere finanzielle Einschnitte. Insgesamt soll im kommenden Jahr 200 Millionen Euro in die Kinderbetreuung in den Niederlanden investiert werden. Derzeit teilen sich Staat, Arbeitnehmer und Arbeitgeber meist die Kosten für Kinderbetreuung im außerschulischen Bereich zu je einem Drittel. Dieses Modell könne auch für die Betreuung im schulischen Bereich angewandt werden.

 


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