Nachrichten September 2004
SKANDAL: Hafendirektor erleidet Schiffbruch
Rotterdam. KA/VK/WELT. 1. September 2004.
Rundum den Rotterdamer Hafen braut sich ein enormer Skandal zusammen, sowohl politisch als auch finanziell. Am Dienstag wurde bekannt, das der Direktor des Rotterdamer Hafens, Willem Scholten, eigenmächtig Bürgschaften in Höhe von 100 Millionen Euro an die Rotterdamer Werft RDM Technology (Rotterdamse Droogdok Maatschappij) erteilt habe. Aufgrund eines geplatzten U-Boot-Geschäfts mit Taiwan – Peking verbot der Haager Regierung den Export der Schiffe - steckt der RDM-Konzern nun in massiven Zahlungsschwierigkeiten. Inzwischen fordern zwei ausländische Banken, die deutsche Commerzbank und britische Barclays Bank, den Kredit beim Rotterdamer Hafen ein. Der 60-jährige Scholten sah sich gezwungen, sein Fehlverhalten dem Aufsichtsrat des Hafens zu melden. Die Mitglieder des Aufsichtsrates, allen voran Aufsichtsratchef Wim van der Sluis, wollen nichts von der Bürgschaft gewusst haben. Hafendirektor Willem Scholten wurde umgehend entlassen. Der Hafenbetrieb gehört der Gemeinde Rotterdam, so dass die Lasten nun dem Steuerzahler aufgelegt werden. Inzwischen wird jedoch auch gemutmaßt, dass der verantwortliche Bürgermeister der Stadt Rotterdam und seine Beigeordneten den Ratsmitgliedern Einzelheiten der Finanzlage verschwiegen haben. Es scheint, dass die Beigeordneten bereits vor einiger Zeit von einem Kredit der deutschen Commerzbank in Höhe von 25 Millionen Euro wussten. Zunächst wird Hans Smits, Transportexperte und erfahrener Manager großer Konzerne, den Rotterdamer Hafenbetrieb kommissarisch leiten.
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