Graphik Forschung

Forschung am zentrum für interdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung

Eine nachhaltige Entwicklung ist für die Zukunft der Gesellschaft von entscheidender Bedeutung und steht deshalb im Zentrum öffentlicher und akademischer Auseinandersetzungen. Diese notwendige Transformation betrifft alle gesellschaftlichen Ebenen, Systeme und Subsysteme. Die ökonomische, soziale und ökologische Nachhaltigkeit des Weltwirtschaftssystems oder die Gestaltung nachhaltiger Entwicklungsziele auf Ebene der Vereinten Nationen sowie die Einbindung unterschiedlicher Akteure sind nur einige der aktuellen Themen, denen sich die Wissenschaft nicht verschließen kann. Sie ist aufgefordert, mit empirischer, normativer und transformativer Forschung analytische, bewertende, integrierende und, wo angebracht, auch praktische Beiträge zum öffentlichen Diskurs zu leisten. Die verschiedenen Dimensionen werden in der oben stehenden Graphik verdeutlicht. Das Zentrum für Interdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung (ZIN) bündelt hierzu die gesellschafts-, geo-, geistes- und rechtswissenschaftliche sowie theologische Nachhaltigkeitsforschung der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und übernimmt folgende Funktionen in Forschung, Lehre, Nachwuchsförderung und Beratung.

Das ZIN unterstützt den Ausbau internationaler Netzwerke und die Kooperation mit Nachhaltigkeitszentren im In- und Ausland. Es erbringt darüber hinaus universitätsinterne und -externe Dienstleistungen. Ferner dient das ZIN unter anderem dem Land Nordrhein-Westfalen, der Stadt Münster, Medien und zivilgesellschaftlichen Akteuren als Ansprechpartner für Nachhaltigkeitsfragen.

FORSCHUNGSPROJEKTE

Arbeitskreis Gemeinschafts- und Nachhaltigkeitsforschung

Der Arbeitskreis Gemeinschafts- und Nachhaltigkeitsforschung wurde 2013/2014 am Institut für Soziologie der Universität Münster ins Leben gerufen um bisher verstreute Forschungs- und Lehraktivitäten zu bündeln und weiter auszubauen. Forschungsschwerpunkte bildeten zunächst die gemeinschafts- und sozialökologische Sozialisationsforschung und die Stadt- und Regionalforschung. Eine Zusammenführung beider Schwerpunkte und die Knüpfung von Kontakten zu anderen Disziplinen und relevanten Communitys soll darüber hinaus den Bereich der inter- und transdisziplinären Transformationsforschung stärken.

Lehrstuhl für Internationale Beziehungen und Nachhaltige Entwicklung

Am Lehrstuhl wird zu den Schwerpunktthemen Agrifood Governance, (Business) Power, Energiepolitik, Finanzsystem und Finanzialisierung, Klimapolitik und Nachhaltiger Konsum geforscht. Dies geschieht sowohl lehrstuhlintern als auch durch interdisziplinäre Kooperationen und Drittmittelprojekte.

GreeTS

Das Projekt Green Transformation in the global South (GreeTS): opening the blackbox of a pro-active state and the management of sustainability trade-offs in Costa Rica and Vietnam analysiert verschiedene Aspekte von Nachhaltigkeits-Veränderungen in Vietnam und Costa Rica in den Bereichen Energie und Landnutzung.

March Münster Meetings (MMM)

Jedes Jahr trifft sich eine kleine Gruppe von renommierten WissenschaftlerInnen aus dem Bereich des Nachhaltigen Konsums zu den March Münster Meetings in Münster am Lehrstuhl für Internationale Beziehungen und Nachhaltige Entwicklung (so.) . In einem einwöchigen Workshop werden ausgewählte Aspekte der Forschung und bestehenden Maßnahmen um Nachhaltigen Konsum näher beleuchtet.
2016 stand, wie schon im Jahr zuvor, das Konzept der Konsum-Korridore im Mittelpunkt des Treffens. Prof.'in Doris Fuchs, Dr. Antonietta di Giulio, Prof. Michael Maniates, Dr. Sylvia Lorek, Marlyne Sahakian (Ph.D.), Dr. Antonia Graf und Tobias Gumbert (M.A.) entwickelten die Ideen der Minimal- und Maximalstandards von Konsum weiter, die sowohl jedem Individuuum ein gutes Leben als auch allen heutigen und zukünftigen Generationen angemessenen Zugang zu Ressourcen ermöglichen sollen.
Im Zuge zweier Meetings 2016 entstand die Idee eines Buches zu den Konsumkorridoren und nahm während der Treffen weiter Form an, sodass nun der Schreibprozess beginnen kann.

Weitere Informationen zu den vorangegangenen March Münster Meetings finden Sie hier.

Carbon Governance

In den letzten Jahren entstanden zahlreiche neue Governance-Arrangements, einige von ihnen in Bereichen oder mit Bezug auf Aktivitäten, die deutlich zum weltweiten Kohlendioxidausstoß beitragen. Das Forschungsprojekt Carbon Governance untersucht ob und inwiefern unterschiedliche global agierende Governance-Arrangements Veränderungen in der Verteilung der Staatsgewalt in Nationalstaaten bewirken.

Trans Sustain

Freiwillige Nachhaltigkeitsstandards (Voluntary Sustainability Standards, VSS) haben sich zu zentralen Instrumenten der transnationalen Governance entwickelt, die internationale Märkte an grundsätzliche Prinzipien der nachhaltigen Entwicklung binden sollen. Während ihr Einfluss auf die internationalen Märkte wächst, wächst gleichzeitig das Interesse an der Untersuchung der Effizienz der Standards. Die Forschungsgruppe Trans Sustain nimmt die Effizienz von VSS in globalen Kaffeewertschöpfungsketten in den Blick. Die zentrale Forschungsfrage des Projektes ist, bis zu welchem Grad durch VSS eine größere Nachhaltigkeit der globalen Kaffeeproduktion erreicht werden kann.

LITRES


Das Projekt LITRES erforscht wie die Energiewende mit Hilfe lokaler Initiativen umgesetzt werden kann und wie dabei, durch die Verwendung alternativer Energiequellen, auch Governance-Strukturen verändert werden. Der Fokus des Projektes liegt auf den bisher wenig erforschten Fällen, in denen Städte, Gemeinden und Regionen auf lokaler Ebene mit neuen Formen alternativer Energieversorgung experimentieren. Diese Form politischen Engagements ist bisher weder im Hinblick auf ihre Partizipationsform noch auf ihr Potenzial für die Transformation des Energiesystems untersucht worden und auch das Zusammenspiel beider Aspekte stellt eine Forschungslücke dar, die die LITRES bearbeitet.

KomMA-P

Das interdisziplinäre Forschungsprojekt KomMA-P | Akzeptanz der Energiewende stärken untersucht, unter welchen Voraussetzungen die Menschen bereit sind, die Energiewende zu akzeptieren. Ausgangsidee ist, dass man ihnen dafür adäquate Möglichkeiten zum Mitmachen bieten muss.
Bisher gibt es vor allem finanzielle Beteiligungsmöglichkeiten an der Energiewende, wer sich diese nicht leisten kann oder will, der bleibt ausgeschlossen. Ziel von KomMA-P ist es, herauszufinden, wie man auch nicht-investive und niedrigschwellige Beteiligungsangebote an der Energiewende entwickeln kann.
Das Projekt erforscht dafür, wie technische Lösungen und Teilhabemöglichkeiten zusammen bzw. voneinander abhängen.