Erweiterte Suche

Schnellzugriff

Zielgruppennavigation: 


Verbessert die Korrektur von Differential Item Functioning (DIF) die Validität und die diagnostische Qualität von Skalenwerten?

Michael Erhart & Ulrike Ravens-Sieberer

Robert Koch-Institut, Berlin

Eine über verschiedene Personengruppen vergleichbare Messung erfordert, dass Personen mit gleicher Merkmalsausprägung die Items eines Instrumentes mit derselben Wahrscheinlichkeit beantworten, unabhängig von ihrer Kultur, ihres Alter oder ihres Geschlechtes. Dieses Freisein von DIF ist eine Voraussetzung für brauchbare Schlussfolgerungen hinsichtlich der individuellen Merkmalsausprägung sowie den Verhältnissen innerhalb und zwischen Populationen. Wird DIF von Aspekten verursacht die relevant für die zu messende Eigenschaft sind ("benign DIF" [Roussous & Stout, 1996]) kann neben dem Itemausschluss eine Korrektur versucht werden. Dieser Beitrag untersucht die Auswirkungen von DIF-Korrekturen in der Rasch-skalierten physischen Wohlbefindensskala des KIDSCREEN Lebensqualität-Instrumentes [Ravens-Sieberer et al., 2005] auf die Validität und diagnostischen Qualität. Anhand des Datensatzes der KIDSCREEN Feldstudie (n=21623) wurden für Items mit nachgewiesenem interkulturellen DIF (logistischer Regressionsansatz [Zumbo, 1999]) separate Schätzungen der Itemparameter (Partial Credit Model [Masters, 1982]) vor Schätzung der Personenparameter durchgeführt [Tennant et al., 2004]. Die Validität der Messwerte wurde in einer Mehrebenenanalyse der linearen Regression von Lebensqualität-Determinanten auf die Skalenwerte bestimmt. Die diagnostische Qualität wurde über die Fläche unter der Receiver-Operating-Curve beim Screening nach Risikogruppen ermittelt. Die Korrektur des DIF führt zu einer statistisch signifikanten Verbesserung der Validität (delta-R2) und der diagnostischen Qualität der Skalenwerte. Die Implikationen dieser Resultate für den Umgang mit "benign DIF" werden diskutiert.

zur Übersicht



Impressum | © 2004 Psychologisches Institut IV
7. Tagung der Fachgruppe Methoden und Evaluation
Fliednerstr. 21 · D-48149 Münster
Tel.: +49 0251/83-39419
· Fax: +49 0251/83-39469
E-Mail: