Schülerforschungsteams im Einsatz für Klima und Umwelt

Universität Münster zum fünften Mal Gastgeber des „2° Campus“
im Labor
Die Jungforscher bei der Arbeit im Labor.
© WWF / Arnold Morascher

Die globale Erwärmung auf maximal zwei Grad beschränken. Das ist das große Ziel – nicht nur von der UN-Klimakonferenz, sondern auch von den Teilnehmern der Schülerakademie „2° Campus – unser Klima, deine Umwelt“ des World Wide Fund for Nature (WWF). Um dieses Ziel zu unterstützen, forschen deutschlandweit 20 Jugendliche zu den Themen Energie, Mobilität, Ernährung und Gebäude. Zwei der vier Gruppen sind in dieser Woche zu Gast in den Laboren der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU).

In den Laboren des MEET Batterieforschungszentrums der WWU trifft sich das 8-köpfige Team ‚Mobilität‘. „Wir wollen untersuchen, ob elektrochemische Energiespeicher auf Basis ökologischer Abfallprodukte, wie z.B. Kartoffel- oder Apfelschalen, schwarzer Tee oder Kaffeesatz, für einen Einsatz in E-Bikes geeignet sind und inwiefern die Ladeeffizienz, d.h. schnelles Laden und Entladen, besonders auch im laufenden Betrieb, verbessert werden kann“, erklärt MEET-Doktorand Martin Kolek, der die Gruppe anleitet. Dazu werden sie aus den verschiedenen Ausgangsmaterialien Elektroden herstellen, diese in Batteriezellen bauen, testen, analysieren und mit herkömmlichen Energiespeichern vergleichen.

 Mg 5907 1-1 Web
© WWF / Arnold Morascher

Im Schülerlabor "MExLab" geht es unter der Leitung von Prof. Dr. Cornelia Denz, Dr. Inga Zeisberg und Doktorandin Pia Bäune, beim Team "Energie" um eine weitere Methode Energie zu speichern, das Verfahren „Power-to-gas“. Das Forscherteam untersucht verschiedene Materialien, um das Elektrolyseverfahren sowie die darauffolgende Speicherung des entstehenden Wasserstoffs nachhaltiger und effizienter zu gestalten. Ein Ansatz ist es den Wasserstoff in Speichern aus leitfähigen Kunststoffen zu lagern, die eine größere Menge an Wasserstoff versprechen aufzunehmen als herkömmliche Speicher. Dies hätte zur Folge, dass pro produzierter Energieeinheit weniger Raum und damit auch weniger Material verwendet würde. Neben der Forschung im Labor ist für die beiden münsterschen Gruppen außerdem eine Exkursion zum Wasserstoff-Anwenderzentrum „h2-herten“ in Herten geplant.

Zeitgleich – vom 26. bis 29. Juli – geht es für Gruppen Nummer drei und vier an der Bergischen Universität Wuppertal um das Thema „Gebäude“, und an der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde in Brandenburg trifft sich die Forschergruppe „Ernährung“. Insgesamt läuft die Schülerakademie „2°Campus“, die von der Robert Bosch Stiftung sowie der Stiftung Nagelschneider und der Hans Hermann Voss-Stiftung unterstützt wird, ein halbes Jahr. In einem ersten Themenblock im Frühjahr wurden Forschungsfragen erarbeitet. Die Ergebnisse der zweimonatigen Recherchephase werden nun im laufenden zweiten Block zusammengetragen und weiterentwickelt. Die Ergebnisse werden dann im Herbst bei einer Abschlussveranstaltung in Berlin präsentiert.

MExLab

2° Campus

Forschungsbericht 2° Campus

Team
Das Team "Mobilität" im Einsatz am MEET Batterieforschungszentrum.
© WWU / MEET