Hauptvortragende

Ziel der Tagung ist, das bisher überwiegend in der Lehrerbildung angesiedelte Thema des Forschenden bzw. Forschungsnahen Lehrens und Lernens aus einem breiteren Blickwinkel zu beleuchten und zu zeigen, dass es ein grundsätzliches Prinzip akademischer Bildung ist. Hochschuldidaktik, Bildungswissenschaft, Fachwissenschaft und Fachdidaktik können hier gemeinsam ansetzen und voneinander lernen. Entsprechend heterogen sind auch die Blickwinkel der Keynote Speaker der Tagung ausgerichtet.

Prof. (em.) Dr. Dr. hc. Ludwig Huber: Fakultät für Erziehungswissenschaft, Universität Bielefeld

Ludwig Huber hatte bis 2002 die Professur für Pädagogik an der Universität Bielefeld sowie die Wissenschaftliche Leitung des Bielefelder Oberstufen-Kollegs inne. Der Begriff des Forschenden Lernens wurde von ihm mitgeprägt und das Themengebiet zählt seit Langem zu seinen Forschungsschwerpunkten, wie auch seine zahlreichen Publikationen dazu belegen.

Werdegang:
Ludwig Huber studierte Klassische Philologie und Evangelische Theologie an den Universitäten Freiburg, Hamburg, Tübingen und London. 1961 absolvierte er sein Staatsexamen und 1963 schloss er an der Universität Tübingen seine Promotion zum Dr. phil. ab. In den Folgejahren war er Lektor im Artemis Verlag (Zürich), Wissenschaftlicher Assistent am Pädagogischen Seminar der Universität Göttingen und Mitglied der Aufbaukommission der Laborschule und des Oberstufenkollegs Bielefeld. 1971 folgte er einem Ruf der Universität Hamburg auf eine Professur für Hochschuldidaktik und war mehrfach Geschäftsführender Direktor des dortigen Interdisziplinären Zentrums für Hochschuldidaktik. Von 1982 bis 1984 war er zudem Vizepräsident der Universität Hamburg. Im Jahr 1989 folgte er dem Ruf der Universität Bielefeld und wurde dort Nachfolger des einflussreichen Reformpädagogen Hartmut von Hentig als wissenschaftlicher Leiter des Bielefelder Oberstufen-Kollegs. Wertvolle Anregungen dafür erhielt er unter anderem aus Gastaufenthalten in den USA. Darüber hinaus etablierte er eine Partnerschaft mit der Staatlichen Universität Nowgorod (Russland) von der ihm 2001 die Ehrendoktorwürde erteilt wurde. Ludwig Huber ist Mitherausgeber der Zeitschrift Das Hochschulwesen. Im Sommer 2002 wurde er emeritiert, ist aber dennoch weiterhin in Forschung und Lehre aktiv.

Prof. Dr. Gabi Reinmann: Hamburger Zentrum für Universitäres Lehren und Lernen, Universität Hamburg

Gabi Reinmann ist Professorin für Lehren und Lernen und leitet seit Juni 2015 das Hamburger Zentrum für Universitäres Lehren und Lernen. Ihr Interesse am Themengebiet des Forschungsnahen Lehrens und Lernens, vor allem aus hochschuldidaktischer Sicht, hat sie durch zahlreiche Publikationen belegt und wird dazu häufig zitiert. Auch betreibt sie einen eigenen Blog, in dem sie sich unter anderem dem Forschenden Lernen widmet.

Werdegang:
Gabi Reinmann studierte Psychologie an der LMU München und schloss dort im Jahr 1990 ihr Diplom ab. Im Anschluss daran promovierte sie in Psychologie, Pädagogik und Psycholinguistik und erlangte 1993 den Dr. phil. Anschließend war sie bis 2000 als Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Assistentin des renommierten Lehr-Lern-Forschers Heinz Mandl am Lehrstuhl für Empirische Pädagogik und Pädagogische Psychologie der LMU tätig und habilitierte sich dort zum Themenfeld Wissensmanagement. 2001 folgte sie einem Ruf der Universität Augsburg auf eine Professur für Medienpädagogik und wirkte dort 2007 bei der Gründung des Instituts für Medien und Bildungstechnologie (imb) mit. Von 2010 bis 2013 hatte sie die Professur für Erziehungswissenschaft mit Schwerpunkt Lehren und Lernen mit Medien an der Fakultät für Pädagogik der Universität der Bundeswehr München inne und von 2013 bis 2015 war sie Vizepräsidentin für Didaktik und Professorin für Hochschuldidaktik an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen. Seit Juni 2015 ist sie Professorin für Lehren und Lernen an der Universität Hamburg und dort Leiterin des Hamburger Zentrums für Universitäres Lehren und Lernen.

Prof. Dr. Klaus Langer: PharMSchool, Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Klaus Langer ist seit März 2009 Professor für Pharmazeutische Technologie am Institut für Pharmazeutische Technologie und Biopharmazie der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster. Zudem ist er Gruppenleiter im Exzellenzcluster Cells in Motion der WWU. Das Konzept des Forschungsnahen Lehrens und Lernens setzt er als Leiter der seit 2012 bestehenden PharMSchool an der WWU aktiv um.

Werdegang:
Klaus Langer ist studierter Pharmazeut und promovierte von 1992 bis 1996 an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt im Fach Pharmazeutische Technologie zum Dr. phil. nat. Bis zum Jahr 2009 blieb er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Goethe-Universität und habilitierte in diesem Rahmen in seinem Fach. Im Anschluss daran folgte er dem Ruf der WWU auf die Professur für Pharmazeutische Technologie, welche er bis heute inne hat.
Seit 2012 leitet Klaus Langer gemeinsam mit Professor Andreas Hensel und Prof. Bernhard Wünsch die PharMSchool an der WWU Münster: Ins Leben gerufen wurde das Projekt durch eine Kooperation der fünf Teildisziplinen der Pharmazie mit dem Ziel, die Lehr- und Lerninhalte des Hauptstudiums Pharmazie intensiver miteinander zu verknüpfen. Die PharMSchool begleitet die Studierenden durch das viersemestrige Hauptstudium. In Gruppenprojekten sollen verschiedene Aspekte der pharmazeutischen Wissenschaft aus den unterschiedlichen Blickwinkeln der einzelnen Teilbereiche beleuchtet und zusammengeführt werden. Die Lernziele der PharMSchool sind: Teamarbeit in selbst organisierten Kleingruppen, kreatives eigenständiges Arbeiten, Anwendung von erlernten wissenschaftlichen Methoden in selbst entwickelten Projekten, kritisches und fachliches Bewerten von Informationen, Begreifen der interdisziplinären Zusammenhänge und die Ergebnispräsentation im Rahmen eines gemeinsames Abschluss-Symposiums im 8. Semester.

Prof. Dr. Nils Neuber: Institut für Sportwissenschaft, Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Nils Neuber ist seit 2006 Professor für Bildung und Unterricht im Sport am Institut für Sportwissenschaft der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster. Im Rahmen der Lehrerbildung arbeitet er in unterschiedlichen Lehrformaten mit dem Konzept des Forschenden Lernens.

Werdegang:
Nils Neuber studierte Sportwissenschaft, Geschichte und Pädagogik in Göttingen und Köln und schloss 1999 an der Deutschen Sporthochschule Köln seine Promotion ab. 2006 habilitierte er in der Sportwissenschaft unter besonderer Berücksichtigung der Sportpädagogik an der Ruhr-Universität Bochum. An der WWU ist er Leiter des Arbeitsbereichs Bildung und Unterricht im Sport, Studiendekan des Fachbereichs 07, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Sportwissenschaft (IfS) und Sprecher des Centrums für Bildungsforschung im Sport (CeBiS). Zudem war er von 2013 bis 2016 Wissenschaftlicher Leiter des Zentrums für Lehrerbildung der WWU. Seine Arbeitsschwerpunkte umfassen die Themen Bildungs- und Unterrichtsforschung, Individuelle Förderung und Aufgabenkultur, Ganztagsbildung und Bildungsnetzwerke, Kompetenzentwicklung von Sportlehrkräften und Weiterbildung im Sport.