Das Praxissemester in der Ausbildungsregion Münster
Mit dem Lehrerausbildungsgesetz 2009 begann für die Lehrerbildung in NRW eine neue Ära. Ein zentrales Element des Gesetzes ist das schulische Praxissemester im Master-Studium, welches regionalspezifisch umgesetzt wird. Neben den Lernchancen für Studierende und den Kooperationspotentialen für die Ausbilder/innen gehen mit dem Praxissemester auch organisatorisch-strukturelle und inhaltliche Herausforderungen einher. An diesen Fragen und Aufgabenbereichen wird derzeit aktiv in verschiedenen vom ZfL betreuten Arbeitsgruppen gearbeitet.
Das Ziel: Gemeinsame Lösungen finden und Vereinbarungen treffen, die das Praxissemester sowohl auf Studierendenseite als auch auf Ausbilder/innen-Seite zu einem Erfolg werden lassen.
Am Hochschulstandort Münster lässt sich dieser Entwicklungsprozess in drei wesentlichen Schritten definieren:
- 1. Vorbereitungsphase
- 2. Fachgruppenphase
- 3. Implementierungsphase
1. Vorbereitungsphase
Die Arbeiten zum Praxissemester an der WWU/FH/KuAk begannen im Jahr 2010 mit der Entwicklung der Modulbeschreibung zum Praxissemester. Diese beinhaltet die wesentlichen inhaltlichen und formalen Rahmenbedingungen für die Vorbereitungsveranstaltungen sowie die Prüfungsleistung.
Arbeitsgruppen im Praxissemester
Im Juni 2012 wurden während einer ersten gemeinsamen Veranstaltung von Bezirksregierung und den beteiligten Hochschulen die weiteren Arbeitsschritte vereinbart. Dazu gehörte die Etablierung von drei Arbeitsgruppen, die wesentliche Elemente der standortspezifischen Ausgestaltung des Praxissemesters bearbeiten. Die Ergebnisse dieser Arbeit unterfüttern ferner eine gemeinsam ausgerichtete regionale Auftaktveranstaltung für das Praxissemester, die am 02. Februar 2013 stattfindet. In diesen institutionell übergreifenden Arbeitsgruppen (AGs) finden sich Vertreter/innen der Hochschulen, Schulen und Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung (ZfsL), die gemeinsam an Entwicklungsaufgaben im Praxissemester arbeiten.
Arbeitsgruppe 1
Arbeitsgruppe 1: Inhalte und curriculare Fragestellungen
Leitung:
Prof. Dr. Nils Neuber (WWU), Helen Theßeling (ZfsL Bocholt)
Schwerpunktaufgaben:
Die Aufgabe der Arbeitsgruppe 1 ist es, die wesentlichen inhaltlichen Elemente des Praxissemesters zu definieren. Hierzu gehören die Studienprojekte sowie die Unterrichtsvorhaben. Als Studienprojekte werden Vorhaben bezeichnet, die im Rahmen der Begleitveranstaltung der Hochschulen theoretisch fundiert entwickelt werden und einen Bezug zur Schule bzw. zum Praxissemester haben.
In der Schule werden dann die Unterrichtsvorhaben, d.h. in der Regel Unterrichtsreihen, die sich aus den Studienprojekten ergeben können (aber nicht zwangsläufig ergeben müssen) umgesetzt werden. Handlungsleitend dabei ist das Prinzip des forschenden Lernens als hochschuldidaktische Strategie um Umgang mit dem Theorie-Praxis-Problem (Obolenski & Meyer, 2006).
Arbeitsgruppe 2
Arbeitsgruppe 2: Organisationsmodelle und Verfahrensregelungen
Leitung:
Prof. Dr. Marion Bönnighausen (WWU), Ingelore Rabenow (ZfsL Münster)
Schwerpunktaufgaben:
Die Arbeitsgruppe 2 hat die Aufgabe, sich mit Organisationsfragen des Praxissemesters zu beschäftigen. Im Fokus der Arbeit liegt das standortspezifische Organisationsmodell, welches die zeitliche Verortung der Teile des Praxissemesters in der Ausbildungsregion koordiniert. Das auf den o. g. Vorarbeiten basierende sogenannte „Hybridmodell“ berücksichtigt einerseits die Verortung des Praxissemesters in der Fläche, andererseits die Zeitbedarfe der beteiligten Akteure.
Als Ergebnis wurde ein Modell entwickelt, welches sich durch die Definition von Zeitblöcken auszeichnet und gleichzeitig einen möglichst dauerhaften und inhaltlich-intensiven Aufenthalt der Studierenden in den Schulen ermöglichen soll. Die Begleitveranstaltungen zum Praxissemester sollen vor dem Start in das Praxissemester beginnen, im Idealfall als Blockformat in unmittelbarer zeitlicher Nähe. Während des Praxissemesters ist ein weiteres Zeitfenster für Begleitveranstaltungen geschaffen worden. Die laufende Betreuung der Studierenden durch die Lehrenden der Hochschulen sowie die Vertreter/innen der ZfsL wird durch Blended Learning-Konzepte gewährleistet. Die Nachbereitung erfolgt im Anschluss an den Aufenthalt in der Schule.
Schaubild: Ablaufmodell zum Praxissemester- das Hybridmodell
Arbeitsgruppe 3
Arbeitsgruppe 3: Steuerung und langfristige Kooperation
Leitung:
Prof. Dr. Hansjörg Scheerer, Ph.D (WWU), Rüdiger Klupsch-Sahlmann (Bezirksregierung Münster)
Schwerpunktaufgaben:
Die Arbeitsgruppe 3 ist zuständig für übergreifende Steuerungsfragen – insbesondere für die Etablierung der langfristigen Kooperation der Akteure im Praxissemester. Im Laufe der bisherigen Arbeit wurde eine Organisationsstruktur entwickelt, die das Ziel verfolgt, die langfristige Kooperation zwischen den beteiligten Partner/innen abzusichern.
2. Fachgruppenphase
Im Rahmen der Auftaktveranstaltung für das Praxissemester am 02.02.2013, an der Vertreter/innen der Schulen in der Region, der Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung, der Hochschulen sowie der Bezirksregierung Münster teilnehmen, sollen die oben in Kurzform dargestellten Vorarbeiten präsentiert werden. Ebenso wollen die Veranstalter – die WWU und die Bezirksregierung – für jedes Unterrichtsfach die Etablierung von Fachgruppen initiieren.
3. Implementierungsphase
Ab dem Frühjahr 2014 werden die organisatorischen und inhaltlichen Vorbereitungen umgesetzt, sodass die beteiligten Fachbereiche, Hochschulen, Universitätseinrichtungen, Schulen und Zentren für schulpraktische Lehrerbildung im Sommersemester 2014 mit den Begleitveranstaltungen zum Praxissemester, dem Platzvergabeverfahren und der inhaltlichen Arbeit im Praxissemester beginnen können.

