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ESTHER MEIER M.A.
Forschungen
Joachim von Sandrart im Spannungsfeld
von Kunst und Konfessionalisierung
Mit
der Reformation wird die kirchliche Kunst zum Streitpunkt verschiedener
konfessioneller Richtungen. Bilderstürme, Arbeitslosigkeit von Künstlern
und dadurch bedingte Migrationen sowie Beschränkungen einiger Maler auf
nicht-christliche Bildthemen sind nur einige der Auswirkungen der beginnenden
Konfessionalisierung.
Rückte in den vergangenen Jahren dieser Zeitraum verstärkt in das Blickfeld
der Forschung, so ist bisher kaum wahrgenommen worden, dass auch noch im
17. Jahrhundert das Leben und Werk der Maler entscheidend durch deren Bekenntnis
bestimmt wurden. Mussten viele Künstler konvertieren, um in die Zunft einer
Stadt aufgenommen zu werden oder vermieden sie Auftragsarbeiten für eine
andere Konfession, so fertigten andere für Auftraggeber jeglichen Bekenntnisses.
Joachim von Sandrart ist nicht nur der prominenteste Künstler, der über
konfessionelle Grenzen hinweg arbeitete. Seine religiöse Überzeugungen stehen
in einem besonders spannungsreichen Verhältnis zu seinem Werk. Sandrart entstammte
einer calvinistischen Familie und gehörte Zeit seines Lebens der reformierten
Kirche an. Dennoch arbeitete er fast ausschließlich für katholische Auftraggeber,
für die er zahlreiche großformatige Altarblätter fertigte. Zur Untersuchung
stehen Sandrarts Verhältnis zur christlichen Kunst, seine ikonographischen
Eigenheiten und seine kunsttheoretischen Anschauungen zu kirchlichen Kunstwerken.
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