© 2001 - Kultbild
Design - J.Clasen




ESTHER MEIER M.A.
Forschungen

Joachim von Sandrart im Spannungsfeld von Kunst und Konfessionalisierung

Mit der Reformation wird die kirchliche Kunst zum Streitpunkt verschiedener konfessioneller Richtungen. Bilderstürme, Arbeitslosigkeit von Künstlern und dadurch bedingte Migrationen sowie Beschränkungen einiger Maler auf nicht-christliche Bildthemen sind nur einige der Auswirkungen der beginnenden Konfessionalisierung.
Rückte in den vergangenen Jahren dieser Zeitraum verstärkt in das Blickfeld der Forschung, so ist bisher kaum wahrgenommen worden, dass auch noch im 17. Jahrhundert das Leben und Werk der Maler entscheidend durch deren Bekenntnis bestimmt wurden. Mussten viele Künstler konvertieren, um in die Zunft einer Stadt aufgenommen zu werden oder vermieden sie Auftragsarbeiten für eine andere Konfession, so fertigten andere für Auftraggeber jeglichen Bekenntnisses.
Joachim von Sandrart ist nicht nur der prominenteste Künstler, der über konfessionelle Grenzen hinweg arbeitete. Seine religiöse Überzeugungen stehen in einem besonders spannungsreichen Verhältnis zu seinem Werk. Sandrart entstammte einer calvinistischen Familie und gehörte Zeit seines Lebens der reformierten Kirche an. Dennoch arbeitete er fast ausschließlich für katholische Auftraggeber, für die er zahlreiche großformatige Altarblätter fertigte. Zur Untersuchung stehen Sandrarts Verhältnis zur christlichen Kunst, seine ikonographischen Eigenheiten und seine kunsttheoretischen Anschauungen zu kirchlichen Kunstwerken.