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DIPL. THEOL. ELIJA TIMMERMANN
Forschungen
Selbstgegenwart Gottes und des Menschen.
Verhältnisbestimmungen im Spannungsfeld von Offenbarungstheologie und ästhetischen
Theorien.
Das
Dissertationsthema erwächst einerseits dem Wunsch, die in der Beschäftigung
mit der theologischen Ästhetik Hans Urs von Balthasars gewonnenen Einsichten
im Dialog mit ästhetischen Theorien der Moderne kritisch zu prüfen, und entstammt
andererseits dem Anliegen, die Präsenzbegriffe von George Steiner, Eckhard
Nordhofen und Dieter Henrich für die theologische Auseinandersetzung mit
der Kunsttheorie zu analysieren. Auf der Basis der von Thomas Pröpper transzendentalphilosophisch
(freiheitstheoretisch) explizierten offenbarungstheologischen Gedanken zur
Selbstpräsenz Gottes versucht die Dissertation, die Klärung der systematisch-theologischen
Voraussetzungen und Kriterien für eine präzise Verhältnisbestimmung des christlichen
Glaubens zur Kunst - anhand der Untersuchung exemplarischer ästhetischer
Theorien - voran zu bringen. Sie setzt bei der zentralen Frage an, ob und
in welchem Sinn ästhetische Theorien - ähnlich wie die theologische Überlieferung
für ihren Geltungsbereich - den Anspruch erheben und erheben können, die
Kunst als Raum göttlicher Offenbarung und Ort von Gottes Gegenwart zu verstehen.
Dabei reflektieren die ausgewählten ästhetischen Theorien diese Kernfrage
der göttlichen Präsenz bisweilen unter anderen Begriffen und Perspektiven,
etwa anhand der Begriffe der Transzendenz und des Absoluten oder der Differenz
und der Negation, von Grund und Wahrheit oder auch unter den Perspektiven
der Sinnfrage und Identitätskonstitution des Menschen. Im weitesten Sinne
steht die These zur Debatte, die Kunst könne religiöse Funktionen abdecken,
weil sie das Geheimnis des Lebens vergegenwärtige.
Der
unternommene systematisch-konstruktive Klärungsversuch zeichnet sich vor allem
dadurch aus, dass er wie schon für die theologische Basistheorie so auch
für die diskutierten ästhetischen Theorien die Metaphysikkritik und Erkenntnistheorie
von I. Kant als Prüfstein voraussetzt. Die Konstellation der Dissertation
- ihre Anlage (Diskussion der jeweiligen systematisch-theologischen und ästhetisch-theoretischen
Voraussetzungen) und ihre Behandlung repräsentativer inhaltlicher Positionen
(von Balthasar, Rahner, Verweyen, Pröpper, Werbick, Wohlmut, Stock, Hoeps
für die Theologie einerseits und Steiner, Belting, von Kutschera, Henrich,
Nordhofen für die Kunsttheorie andererseits) - will eine nicht unerhebliche
Lücke im Dialog zwischen theologischer Forschung und Kunstwissenschaft dergestalt
schließen, dass Kunst positiv in ihren Leistungen der heuristischen Auslotung
der Situation und der Fragen des Menschen sowie der hermeneutischen Einweisung
in den Raum der möglichen Selbstoffenbarung Gottes bestimmbar wird. Deshalb
verortet sich das Dissertationsvorhaben in jenem Teil des Programms der Forschungsgruppe,
in dem es um die Fragen von Rationalität und Ästhetik, also um die (religiöse)
Wahrheit von Bildern geht. Dabei wird nicht nur nach dem historischen Verhältnis
von Rationalität und Ästhetik gefragt, sondern nach der spezifischen Rationalität
von Bildern für die Theologie heute, also nach der religiösen Funktion von
Kunst für die aktuelle Bedeutungserschließung des in der Offenbarung Jesu
Christi begründeten Glaubens. Ziel der Dissertation ist deshalb nicht eine
theologiegeschichtliche Retrospektive, sondern eine prospektive Konzeption,
die aufgrund von subjektivitätsphilosophischen und offenbarungstheologischen
Basisreflexionen darüber Rechenschaft zu geben versucht, warum von Gottes
Selbstgegenwart für den Menschen immer nur in solchen Zusammenhängen begründet
gesprochen werden kann, in denen Gottes Selbstpräsenz in einer geschichtlich,
d.h. sinnlich erfahrbaren Gestalt für die menschliche Wahrnehmung und Erkenntnis
(und somit der Selbstgegenwart des Menschen) erschlossen ist, wobei der Bildbegriff
dem Gestaltbegriff konstitutiv zugerechnet wird.
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