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PD DR. DAVID GANZ
Forschungen
Visio depicta. Zu den Bildkonzepten
mittelalterlicher Visionsdarstellungen
(Habilitationsprojekt,
abgeschlossen)
Unter
den Vorzeichen der sich gegenwärtig neu formierenden Forschungsprofile Bildwissenschaft
und visual studies sind Visionsdarstellungen ein Gegenstand von höchstem
Interesse. Visionsdarstellungen bringen für ihre Betrachter einen doppelten
Bildbegriff ins Spiel: Auf der einen Seite die materiellen Bilder, auf welche
die Betrachter ihre Augen richten, auf der anderen Seite die bildhaften Offenbarungen,
die ursprünglich für das Auge göttlich Auserwählter bestimmt waren. Das Projekt
verfolgt die Frage, wie sich dieses Verhältnis im Medium der mittelalterlichen
Buchkunst gestaltet. Entscheidend für eine Analyse dieser Relation ist eine
möglichst umfassende und möglichst differenzierte Bestimmung des Ikonischen
und Visuellen, über das sie Auskunft geben soll. Durch Ausrichtung an topologischen
Kriterien zielt das Projekt auf eine Erweiterung herkömmlicher Definitionen
des Bildhaften, die stark einem mimetischen Modell verpflichtet sind. In
der Ausgestaltung topologischer Relationen könnte eine wesentliche Möglichkeit
der Bildkunst aufgedeckt werden, im Vollzug der Betrachtung visuelle Sinnträchtigkeit
zu entwickeln. Gezeigt werden soll, dass die gemalten Bilder der Visionen
ein wichtiges Forum der mittelalterlichen Kultur waren, um Möglichkeiten
und Reichweiten von Visualität abzustecken und zu begründen. Aus einer solchen
historischen Perspektive kann das Projekt einen Beitrag dazu leisten, die
kulturanthropologische Dimension des Sehens und der Bildmedien zu erhellen.
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