Oratio super oblata

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Opfermesse
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ORATIO SUPER OBLATA (SEKRET)

GENESE

Die oratio super oblata folgt dem Oblationsakt und fasst diesen noch einmal abschließend zusammen.
In der frühmittelalterlichen stadtrömischen Liturgie folgte allein dieses Gebet auf Offertoriumsgesang und Gabenprozession (zur breiten rituellen Entfaltung der Oblation mit weiteren Gebeten, Händewaschung und Inzens im Rahmen der fränkischen Liturgie s. die Rubrik Sign Link Altarbereitung 4 und Sign Link Orate fratres). In Aufbau und Vollzug (Orantenhaltung) folgt diese Oration den beiden anderen beschließenden Gebeten, Sign Link Collecta und Postcommunio, und wie bei diesen wechselt ihr Text nach dem Kirchenjahr. Die älteren Traditionen bezeiht sich meist mit Bitte um göttlichen Segen auf die dargebrachten Gaben oder sie stellen sie in die Bestimmung, in das Opfer Christi überzugehen. Dabei ist der pluralische Charakter (die Bitte ergeht im Namen der ganzen Gemeinde) ebenso prägend wie die Tatsache, dass sie sich stets an Gott (nicht an Christus, der das Opfer eingesetzt hat) richtet. Die Zahl der Sekrete richtet sich nach der Zahl der Kollekten (bzw. Postcommunionen).

Vom lauten Gebet zum Stillgebet

Ursprünglich in der römischen Liturgie ein laut gesprochenes Gebet, wandelte es sich im Laufe des Mittelalters unter gallisch-fränkischem Einfluss zum Stillgebet, daher die Bezeichnung secreta. Lediglich das eröffnende Oremus und die Schlussformel Per omnia saecula saeculorum wurden laut gesprochen. Eine Ausnahme macht der Ritus der Mailänder Kirche, wo man das laute Sprechen des ganzen Gebetes beibehalten hat. Hinweise auf das lautlose Sprechen der oratio super oblata finden sich bereits im 8. Jh. in der fränkischen Liturgie; entsprechende gallische Traditionen (vgl. das Missale von Bobbio) haben offenbar auch auf jene römischen Sakramentare zurückgewirkt, in denen sich die Bezeichnung secreta ebenfalls findet (frühestes Zeugnis dieser Tradition ist das Gelasianum). Im Hintergrund dürften orientalische Traditionen stehen und die Tatsache, dass die Gabenprozession in der gallikanischen Messe im Gegensatz zur römischen Liturgie (Offertoriumsgesang!) unter stillem Gebet vollzogen wurde.
Mit dem "Rückzug" in die Stille begann eine Verselbstständigung der Sekret, die sich vom ursprünglich einleitenden Oremus löste und als Teil des ebenfalls still gebeteten Kanon aufgefasst wurde.



Literatur: Jungmann 1962 II, 108-117.



 
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