Offertorium

Forschungsgruppe Kulturgeschichte und Theologie des Bildes im Christentum

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Opfermesse
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OFFERTORIUM

GENESE

Bis zum Ende des 2. Jh. gibt es keinen gesonderten Ritus für die Darbringung von Brot und Wein. Die Gaben liegen bereits auf dem Tisch - der noch nicht als Opfer-Altar verstanden wird - bzw. sie werden ohne weitere Förmlichkeit zur Mahlfeier hereingebracht. Das Mahl ist wesentlich eine gemeinschaftliche Feier und Danksagung - eucharistia. Damit grenzt man sich vom Opferwesen des heidnisch-jüdischen Umfelds ab (zum Folgenden s. auch die Rubrik Themen: Das Opfer und seine Wandlungen).

Oblation: Gabendarbringung der Gläubigen

Als Folge der Auseinandersetzung mit der spiritualistischen Gnosis erfahren Brot und Wein seit dem Ende des 2. Jh. eine stärkere Beachtung: Sie werden als "Erstlinge der Schöpfung" besonders herausgehoben, das Herbeibringen der Gaben durch die Gläubigen wird von Tertullian als "offere" bezeichnet (De exhort. cast. c. 11, CSEL 70, 146f). Hippolyt von Rom spricht bei Wein und Brot, die vom Diakon vor der Eucharistiefeiert zum Bischof gebracht werden, von oblatio; die geheiligten Gaben nennt er oblatio sanctae Ecclesiae. Sind es bei Hippolyt zumindest die Neugetauften, die als Gaben "keinen andern Gegenstand mitbringen, außer dem, was jeder bringt für die Eucharistie" (Trad. Ap.), so ist bei Cyprian die Gabendarbringung der Gläubigen bereits zu einer allgemeinen Regel geworden (De opere et eleemo, c. 15, CSEL 3, 384). Was seinen Ursprung in der Caritas hatte, wurde nun mehr und mehr mit dem eucharistischen Opfer zusammengefasst und entsprechend auch in die rituellen Vollzüge eingebunden.

Sammlung der Gaben in Byzanz und in der gallisch-fränkischen Kirche

In der byzantinischen und gallisch-fränkischen Kirche wurden die Gaben vor dem Gottesdienst von den Gläubigen abgegeben. Den Anteil von Wein und Brot, der für die Eucharistie benötigt wurde, haben Diakon und Priester mit Weihrauch und Leuchterträgern in einer Prozession zum Altar getragen ("Großer Einzug").

Sammlung der Gaben beim päpstlichen Stationsgottesdienst des 7. Jh.:

Nach der Verlesung des Evangeliums sammelten der Papst und seine Assistenz zusammen mit dem übrigen Klerus die Gaben ein. Der Papst begann beim Hochadel auf der Männerseite, ging dann zu den höheren Hofbeamten an der Confessio herüber und wendete sich schließlich den adeligen Frauen zu.
Die Sammlung gestaltet sich wie folgt:

 Brot





Papst
sammelt Brot
und übergibt
es dem
Subdiakon,

der es in ein großes Tuch legt, das von zwei
Akolythen gehalten wird.

Diese Sammlung wird durch einen Bischof mit Diakon fortgesetzt.

Archidiakon und Subdiakon legen von der Brot-Oblation soviel auf dem Altar zurecht, wie erforderlich scheint.

Papst nimmt die Brotgabe der Assistenz entgegen und legt seine eigene, bestehend aus zwei Broten, auf den Altar, die ihm vom subdiaconus oblationarius gereicht wird.




Wein





Archidiakon sammelt Wein,
der in speziellen Oblations-
kännchen dargeboten wird, und füllt diesen in einen Kelch um, den ein.

Subdiakon bereithält.


Bei Bedarf kann der Kelch nochmal in ein größeres Gefäß (
scy- phus) ent- leert werden.

 

In den eucharis-
tischen Kelch (calix sanctus) kommt nur etwas von der Gabe des Papstes und seiner Umge- bung.

Vom eingesam- melten Wein wird ggf. etwas darunter ge- mischt.

Die Sänger der Schola bringen Wasser dar, das in den calix sanctus gegeben wird.


Der calix sanctus wird rechts von der Brotgabe des Papstes auf den Altar gestellt.




Der Überschuss an Oblationen wurde in der Lateranbasilika zunächst auf eigenen Tischen gesammelt, deren Siebenzahl der Anzahl der zum "Dienst an den Tischen" berufenen Diakone entsprach. Diesen oblag es dann, den Armen davon auszuteilen.


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Literatur: Jungmann 1962 II, 3-34.





 
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